Twins of Evil

ava-1684Die Hammer Plakate sind echt… der Hammer. „One uses her beauty for love! One uses her lure for blood!“ und „Which is the virgin? Which is the vampire?“ tönt es uns da vom Poster für Twins of Evil entgegen. Der zweite Spruch entlarvt den Titel dann auch sofort als False Advertisement, denn tatsächlich gibt es hier nur einen Twin of Evil. Es ist außerdem der dritte Teil in der Karnstein-Trilogie, nach Vampire Lovers und Lust for a Vampire, aber auch das so gut wie nicht.

Tatsächlich sind wir wieder im Dorf am Fuße des Karnstein Schlosses angesiedelt, ich nehme mal an vor den beiden anderen Filmen, denn der Graf Karnstein lebt noch. Mircalla ist allerdings schon ein Vampir. Witzigerweise sind die Karnsteins allerdings bereits als Schurken bekannt, die das Gebiet terrorisieren, und ihr Schloss nur deswegen noch nicht angezündet, weil sie höheren politischen Schutz haben.

Stattdessen vertreiben sich die älteren Herren des Dorfes lieber die Zeit damit, hübsche junge Mädchen zu verbrennen, da die Tatsache, dass ihre Rundungen ihnen die Hosen enger werden lassen, das absolute Zeichen dafür ist, dass sie Hexen sind. Fanatiker Gustav ist deren Anführer und nachdem seine beiden verwaisten Enkellinnen bei ihm unterkommen, muss er auch noch um deren reine Jungfräulichkeit bangen. Weil Frau ist ja von Natur aus anfällig fürs Böse, Eva und der Apfel und der ganze Mist.

Tatsächlich sind Maria und Frieda dann auch ein „guter“ und ein „böser“ Zwilling. Auch wenn es eher so ist, dass Maria das scheu-naive Dummchen und Mauerblümchen ist, während Frieda halt einfach intelligent ist und aus dem Kaff raus will. Dummerweise ist ihr Weg in ein besseres Leben zum Schloss zu gehen, wo der Graf bereits in einem Ritual Mircalla beschworen hat (ihre einzige Szene im Film) und zum Vampir wurde, nun also auch Frieda zu einer macht.

Twins of Evil ist besser als Lust for a Vampire. Hauptsächlich schon alleine deswegen, weil was passiert und Charaktere proaktiv sind, statt quasselnd in der Gegend zu stehen. Auch finde ich es interessant, dass es so gesehen keine gute Seite hier gibt. Der Graf ist ein Teufelsanbeter und wird zum blutsaugenden Vampir, aber die Opposition ist ein Haufen christlicher Fanatiker, die alle jungen Dinger des Dorfes auf den Scheiterhaufen verbannen, wenn sie bei Nacht noch nicht im Haus sind, oder mit Zwanzig sich von keinem Mann haben schwängern und in die Ehe prügeln lassen haben. Auch wenn das manchmal etwas konfuse Folgen mit sich bringt. So kann die Dorfbevölkerung, die nicht zu jenen Anhängern gehört, sich nicht so richtig entscheiden, ob sie Gustav für ein tyrannisches Monster halten sollen, oder ihn als guten Christen sehen, der nur leider leicht über die Strenge schlägt. Und sobald dann raus ist, dass es Vampire tatsächlich gibt, geht es ins heroische Finale, wo die Fanatiker jene meucheln dürfen, und es scheinbar keinen mehr stört, dass sie die Hälfte der unschuldigen Mädels des Dorfes an den Scheiterhaufen verloren haben… weil sie ja recht hatten?

Es ist aber auf jeden Fall ein gewisses Schmankerl, dass die Fanatiker absolute Idioten sind. Denn die Vampire wollen sie auch einfach verbrennen. Worauf der Dorflehrer ihnen erst mal erklären muss, dass Vampire in dieser Kontinuität nicht per Feuer sterben (in die Sonne können sie auch), sondern gepfählt oder enthauptet werden müssen – gelernt hat er es aus den „dämonischen“ Büchern, für die sie ihn beinahe selbst an den Galgen gebracht hätten. Heh!

eviltwins

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