Lust for a Vampire

ava-1679Nach einer Geschichte von Hideyuki Kikuchi kommen wir nun zu einem Thema, auf das er ganz vernarrt ist und immer wieder im Nachwort drüber schreibt: Hammer Horror. Und zwar mit Lust for a Vampire, dem quasi Sequel zum letztjährigen Vampire Lovers, deren Carmilla-Verfilmung.

Genau genommen ist es 40 Jahre später, die Karnsteins sind immer noch als böse Geister der Region bekannt, und ein Christopher Lee für Arme erweckt eine der Karnstein-Vampirellas mit dem Blut einer Jungfrau erneut zum Unleben. Horror-Roman-Autor und betuchter Grafensohn Richard ist derweil auch in der Gegend, für die Inspiration und so, und nachdem er die Vampir-Gerüchte hört, muss er doch mal beim Dämonenschloss Karnstein vorbei schauen.

Stattdessen findet er dort eine Klasse an hübscher Mädels an, weil ein britisches Internat ein Sommersemester einfach mal hier Mitten in Österreich veranstaltet. Richard ist ganz angetan von den jungen Dingern, die unter ihren fließenden Roben keine BHs tragen und folgt der Klasse, um sie noch ein wenig zu begaffen. Natürlich ist er zu reich und gutaussehend, um als Creep abgestempelt zu werden. Stattdessen bekommt er die Stelle als Englisch-Ersatzlehrer angeboten. Prima, denn in den Neuankömmling Mircalla hat er sich bereits verguckt.

Aber nicht nur er, sondern auch der Geschichtslehrer, der ganz besessen von den Karnsteins ist, und in seinen Nachforschungen ein Bild von Mircalla entdeckt hat, während Mircallas Zimmergenossin darauf hofft, beim nächtlichen Nacktbaden eine Bescherung zu veranstalten, stattdessen aber am nächsten Tag spurlos verschwunden ist.

Lust for a Vampire ist leider ein schrecklich langweiliger Film. Der Opener mit der Erweckung von Mircalla ist ziemlich cool, aber danach driftet der Film in Unbedeutendes ab. Es gibt so gut wie keine Action, kaum Blut, wenig lesbische Untertöne sobald das erste Mädel verschwindet… einfach so nichts so richtig will geschehen, außer das Charaktere ewig miteinander über Gott und die Welt reden und Richard sich wie der größte Freak aufführt, ohne das es jemandem komisch vorkommt.

Der Film hat auch irgendwie gar keine wirkliche Struktur und man fühlt sich deswegen häufig verloren. Und das, obwohl die Grundhandlung absolut gehabt und bekannt ist und auch mit keinen Überraschungen aufwartet: Vampirin wird wiederbelebt, Vampirin nistet sich im Mädcheninternat ein, Vampirin saugt ein paar Schüler, Mob fackelt Vampirin ab. Da wären beispielsweise die ganzen seltsamen Attack-Szenen, die alle im Point of View sind, was mehr als merkwürdig aussieht, und man zunächst zumindest noch denkt, vielleicht bleibt der Angreifer im Dunkeln, weil sich herausstellen wird, dass es letztendlich doch nicht Mircalla war. Aber nein, der Twist ist, dass es keinen gibt, sie war es doch. Und dann sie und Richard. Zunächst schaut sie ihn mit dem Arsch nicht an, dann erpresst er sie um ein Treffen, gesteht seine Liebe und zum schrecklichen Song „Strange Love“ gibt sie sich ihm hin, weil plötzlich mag sie ihn doch, nur damit sie anschließend kaum noch eine Szene miteinander teilen. Was? Die attraktive junge Lehrerin führt auch zu nix. Sie ist diejenige, die das Verschwinden der Schülerin nicht geheim halten will. Sie ist jene, die Richard um Unterstützung bittet. Sie ist sogar in ihn verliebt (was genauso aus dem Nichts kommt). Sie hat also allen Grund gegen Mircalla vorzugehen, sobald sie fishy erscheint. Zumal Mircalla sie fast beißt. Stattdessen verschwindet sie, nachdem eine Untersuchung der Polizei im Sande verläuft, quasi aus dem Film, bis Richard nach der Verbrennung Mircallas am Ende dann auf sie als Zweitwahl zurückfällt.

Dabei wäre sie, nachdem Richard dem wir die meiste Zeit bisher gefolgt sind von Mircalla bezirzt ist, doch der ideale Charakter, um einen Angriff auf Mircalla zu führen. Oder von mir aus auch Richard, nachdem er herausfindet, dass Mircalla lesbische Trinkgelage an ihren Mitschülerinnen veranstaltet, statt ihm treu zu sein. Aber nope, Stattdessen taucht ganz am Ende plötzlich der Vater des verschwundenen Mädchens auf, deren Verschwinden zu Beginn wir schon fast wieder vergessen hatten, um schnell einen Mob zusammenzurufen und den Film zu beenden, weil unsere Hauptcharaktere nur Däumchen drehen.

Und das ist halt irgendwie so der ganze Film: Wir sehen Charaktere auftauchen, die wir vergessen haben oder die neu sind und nie was machen werden, wir sehen Charaktere Dinge tun, die scheinbar wenig mit der Handlung zu tun haben, oder Handlungspunkte aufgreifen, die schon fast vergessen erschienen. Und das ganze mäandert dann so für 90 Minuten fast episodisch vor sich hin und scheint einen nur mit gutem Willen zusammenhängend zu bezeichnenden Film zu ergeben. Wer hätte gedacht das Hammer Horror über Vampir-Lesben so langweilig sein kann.

lustvampire

Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: