Let’s Play Megami Tensei II – 04. President Satan

ava-1670Ok, wir haben zwei Orbs noch nicht benutzt, und somit noch zwei Areale in der Hölle, die neu für uns sind. Zunächst geht es zum Mountain of Horror. Ist ein weiteres Gebiet mit mehreren, kurzen aber dafür nacheinander kommenden, Dungeons, plus recht viel Dunkles, diesmal sogar auf der Weltkarte. Besonders nervig ist das anschließende Dungeon, mit 4 oder 5 Stockwerken, hauptsächlich im Dunkeln tappend. An dessen Ende treffen wir auf Beelzebub, der ist aber kein Bosskampf, sonder froh darüber das wir ihm Frosch-Bael bringen. Denn die beiden vom Einen Wahren Gott getrennten Dämonen können so wieder zu Baal werden, der sich uns direkt anschließt. Baal meint dann noch, dass wir langsam mal Lucifer besuchen gehen können.

Damit ist nicht seine eingefrorene Form in den Tunneln unter Ginza gemeint, nein Lucifer wartet im letzten Höllen-Areal auf uns, die Remote Island – eine überraschend undramatische, unblumige Bezeichnung im Vergleich zu den übrigen Bereichen der Dämonenwelt. Hier gibt es lediglich einen einzelnen Turm, mit verdächtig einfachen Gegnern, von dem aus wir in einen Tempel gewarpt werden, von wo aus Izanami die Orbs nutzt, um uns direkt weiter zu warpen, in Lucifers Schloss. Der Turm ist ziemlich kurz, das Schloss hingegen nerviger, da riesige, aber weitestgehend leere, Stockwerke. Auf 4F gibt es einen kleinen Call Back auf den ersten Teil, denn erneut haben wir hier statt der engen Labyrinthgänge plötzlich einen riesigen, offenen Raum. Genau wie beim Finale in Megami Tensei vor dem Lucifer-Kampf. Nur das wir in Megami Tensei II gar nicht gegen ihn kämpfen. Stattdessen erzählt er uns vom tyrannischen Einen Wahren Gott, der ihn, ehemaliger Engel und Verbreiter der Weisheit unter den Menschen, als Dämon gebrandmarkt und verbannt hat. Zusammen mit den Göttern des Altertums wie Babylons Baal. Sozusagen die Erklärung, warum unter den „Dämonen“ in MegaTen auch Engel und Götter zu finden sind. Wir können ihn ins Team aufnehmen, wenn wir versprechen Gott stürzen zu wollen. Das Lucifer Sword gibt er uns auch, aber erneut ist Nakajima zu dumm, um zu wissen, wie man das Schwert hält.

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Damit sind wir endlich mit der Hölle fertig und können fürs Finale zurück nach Tokyo. Genau genommen in die Tunnel unter Ginza, zum Eingang der Suzuki Company, von der aus es nun in einen neuen Bereich des Dungeons geht. Hier stellt sich Asura uns in den Weg, jedoch kann Lucifer ihn auf unsere Seite überreden. Na uns werden die Dämonen ja jetzt geradezu hinterher geworfen. Einen Raum weiter gegangen… und eine Einwegtüre hat uns zurück vor den Eingang der Suzuki Company gesetzt. Doch diesmal begrüßt uns dort der Präsident, der sich in Satan verwandelt und einen kleinen verbalen Austausch mit Lucifer hat, bevor wir in den Endkampf des Spieles gelangen.

Oder zumindest wäre dies das Ende gewesen, wenn wir nicht Baal und Lucifer rekrutiert hätten, sprich als Lucifer mitkommen wollte NEIN angewählt oder nachdem Bael zum Frosch wurde JA zum Zertreten der Kreatur gesagt hätten. So öffnet sich hinter Satan noch ein kurzer Gang, der zum Schöpfer führt. Er gibt uns ein letztes Mal die Entscheidung, ob wir ihm gehorchen oder rebellieren wollen. Wenn wir ihm unterwürfig sind, werden unsere Dämonen zurück ins Höllenfeuer geschickt, während wir zu den Auserwählten gehören, die in Gottes neues Paradies übergehen. Lehnen wir ab, kommt es zum Kampf gegen „One True God Y.H.V.H.“ Hoffentlich hat man viel Heilung parat, denn noch lange bevor seine HP unter 50% fallen, schmeißt er alle seine Zauber über Bord und greift jede Runde physisch an. Das trifft die ganze Gruppe für so 100-250HP je nach Charakter/Dämon. Jede einzelne Runde. Allgemein ist mir aufgefallen, dass in den ersten beiden Teilen die Bosse nicht so viele wirklich fiese Gimmicks wie in neueren Teilen drauf haben, sondern hauptsächlich einfach einen mit einem hohen Damage Output zu überrollen versuchen.

Ist Gott besiegt hinterlässt er Nakajima und Yumiko mit den Worten, dass er nur ein Teilstück einer höheren kosmischen Macht ist, die jederzeit wiederkehren kann. Anschließend stehen die beiden im Bunker, in dem das Spiel begonnen wurde, ohne Dämonen denn jene sind alle verschwunden. Diesmal zeigt der End Screen nicht Gottes Utopia für wenige Auserwählte, sondern die durch eigene Kraft Wiedererrichtung der zerstörten Metropole der Menschheit.

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Digital Devil Story: Megami Tensei II ist durch und durch der Blueprint für die Hauptreihe. Ein zerstörtes Tokyo, mit zwar Dungeon-Labyrinthen in First Person, aber einer Oberwelt und kleiner Stadt-Enklaven. Eine Mitstreiterin, und einen Freund, der einer anderen Gesinnung folgen wird. Lucifer nicht als Antagonist, sondern von einem herrischen Gott verstoßener Engel. So viel dieses Designs findet sich in den darauffolgenden Teilen wieder, und spezifisch Shin Megami Tensei II kann man fast als alternative Version des hiesigen Teiles sehen. Megami Tensei II ist definitiv der Punkt, wo sich die Serie gefunden hatte.

Dadurch das nicht mehr alles ein einzelnes, großes aber lineares Dungeon-Gewirr ist, fühlt man sich manchmal etwas auf der Oberwelt verloren dahingehend, was als nächstes wo zu tun ist. Dafür sind aber die einzelnen Abschnitte nicht mehr so ermüdend, da man nicht für 3+ Stunden im gleichen Verlies hockt (der Höllenabschnitt ist allerdings etwas zu lang und repititiv ausgefallen). Handlung und Weltendesign sind natürlich wesentlich stärker. „Gott ist ein Arschloch und muss deswegen sterben“ ist zwar in JRPGs ab 32bit zum Erbrechen erzählt worden, aber für 1989 war das natürlich was, zumal MegaTen die Eier hat ihm spezifisch zu benennen, statt es irgendeinen Gott einer Fantasy-Welt sein zu lassen.

Die üblichen Probleme der Balance sind da wie in jedem NES/SNES-Teil der Reihe, aber Megami Tensei II ist für seine Zeit wirklich ziemlich cool, und ein ordentlicher Schritt vorwärts zum (für seine Zeit durchaus auch ganz coolen) ersten Teil. Es ist definitiv eine Ecke interessanter als eine Vielzahl der damaligen Konsolen-RPGs.

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