I Love You Phillip Morris

ava-1635Kommen wir doch gleich zur nächsten Romanze mit Jim Carrey, diesmal im Paket einer Liebeskomödie basierend auf einer wahren Begebenheit in I Love You Phillip Morris.

Steven hat eigentlich eine recht normale Kindheit mit zwei liebenden Eltern, einzig das er adoptiert ist gibt ihm zu nagen, und der daraus resultierende Minderwertigkeitskomplex führt dazu, dass Steven sich dazu entschließt sein Leben so proper zu führen wie nur möglich. Er wird Polizist, geht regelmäßig zur Kirche, heiratet und zeugt eine Tochter. Das einzige Problem dabei? Steven ist eigentlich schwul und sobald er einen Autounfall hat, beschließt er sich nicht mehr verstellen zu wollen.

Also verlässt er seine äußerst verständnisvolle Frau und lebt nun das Leben als der Vorzeige-Schwulste, den er sich nur vorstellen kann. Immer hip, immer gut drauf, immer mit dem neuesten Klatsch und den angesagtesten Orten parat, und komplett durchgestylt und seinem Freund die teuersten Geschenke machend. Das erneute Problem: Schwul zu leben, oder zumindest so wie sich Steve das vorstellt, ist verdammt teuer. Teurer als Steve sich das eigentlich leisten kann. Also wird er zum Trickbetrüger. Und gefasst. Und ins Gefängnis geworfen.

Dort trifft Steve auf seine große Liebe, den schüchternen Phillip. Und nachdem Steven entlassen wird, tut er sogar so, als wäre er ein Anwalt, nur um Phillip früher aus dem Gefängnis zu boxen, damit sie zusammen sein können. Das Problem: Steve hat nicht wirklich dazugelernt und versucht sich und Phillip weiterhin ein Leben zu finanzieren, das er sich eigentlich nicht leisten kann. Und so landet er wiederholt im Knast, und flieht wiederholt daraus, um mit seinem Phillip zusammen zu sein.

Wenn man es genau nimmt, so hat die Geschichte alle dunklen Elemente für ein Drama parat. Wir haben einen Schwulen, der die Lüge lebt, um es der Gesellschaft recht zu machen. Und der eine Familie im Stich lässt, als er jene Lüge nicht mehr aushält und sich dazu entschließt, als er selbst zu leben. Er wird wiederholt in den Knast geschmissen und bricht wiederholt aus. Und dabei hätte er dies gar nicht mal nötig. Seine beiden Freunde lieben ihn tatsächlich, verlangen gar nicht mal nach dem teuren Lebensstil. Steve ist wie die meisten erfolgreichen Trickbetrüger auch durchaus gewitzt und charmant, und bekommt sich so sogar in eine recht hohe Stelle geschwatzt, für die er eigentlich gar nicht qualifiziert ist – aber eben weil es ihm nach noch mehr Geld verlangt und er den Nervenkitzel nicht missen will, betrügt er auch seine neue Firma um Kohle, was ihn wieder ins Gefängnis bringt. Bei all den Versuchen seinen Liebsten den Lebensstil zu ermöglichen, den er für sie angemessen findet, ihnen jeden Wunsch den sie nicht mal hatten von den Augen abzulesen, scheint er nie wirklich auch mal deren tatsächliche Wünsche zu erfragen, sondern riskiert lieber die Trennung durch schwedische Gardinen und die Probleme, die seine Angebeteten deswegen unterliegen (Phillip kommt beispielsweise ebenfalls erneut in den Knast, weil man ihn für Steves Komplizen hält).

Aber ein oder zwei Momente ausgenommen ist I Love You Phillip Morris wenig dramatisch und strahlt stattdessen erstaunlich viel Leichtigkeit aus. Wahrscheinlich weil Steve es so einfach im Leben hat (oder haben könnte), ihn jeder mag und niemand für irgendwas (lange) böse ist. Weil er so ein charismatischer und lebensfroher Kerl ist. Macht tatsächlich einen Film voller Witz und Charme, zum Wohlfühlen in der Bauchgegend. Und wenigstens mal ein Film „schwuler Thematik“, der nicht die ewig gleich-langweilig dramatische Coming of Age Story oder Closeted Gay Bashing ist. Scheinbar dürfen schwule Hauptcharaktere tatsächlich nur in Komödien fröhlich sein.

phillipmorris

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