Mystery of the Mummy

ava-1628Die Adventures of Sherlock Holmes Franchise von Frogwares ist überraschend beständig – dafür das sie keiner kennt und keiner mag. Ernsthaft, die Reihe gibt es seit 2002 und das kommende Sins & Punishments ist bereits der zehnte Eintrag. Aber außerhalb von gezielt auf die Adventure-Nische abzielenden Homepages haben die quasi keine Internetpräsenz und die paar Reviews, die vorliegen, scheinen sie bestenfalls im Mittelfeld anzusiedeln, eher noch darunter. Da fragt man sich fast, wie ausgehungert Adventure Gamer wirklich sind, um selbst diese Franchise über Wasser zu halten.

Reingeschaut hab ich natürlich dennoch mal, weil sonst gäbe es diesen Blogeintrag gar nicht. Getroffen hat es den ersten Teil, Mystery of the Mummy, allerdings im DS-Port von 2009.

Das Spiel dreht sich darum, dass eine bald Verwandte von Holmes ihn beauftragt in die Villa ihres verschiedenen Onkels einzusteigen, ein Archäologe mit späteren Gerüchten des Wahnsinns, um aufzuklären, ob es tatsächlich Selbstmord war oder nicht. Neben angespannten Familienverhältnissen stößt Holmes dabei auch an einen Mumienfluch, der angeblich seit einer Expedition die ganze Familie des Onkels heimsucht. Wir rätseln uns nun also, von ein paar Schreibseln relativ Story-los, durch die Fallen des Gemäuers, um den ganzen Krimi aufzudecken. Und da es sich natürlich nicht wirklich um eine echte Mumie und ihren Fluch handelt, hat das ganze Unterfangen ehrlich gesagt mehr was von einer Folge Scooby Doo.

Vom Spielerischen her ist das Spiel ebenso „meh“. Grundsätzlich ist keines der Rätsel wirklich ein absoluter Brocken, zumindest wenn es darum geht, sich auszutüfteln, was getan werden muss. Anscheinend sind in der DS-Version aber auch ein paar wenige Tüfteleien ausgetauscht oder vereinfacht worden gegenüber dem PC-Original. Die meisten Logikrätsel zumindest sind schnell durchschaut, für die etwas abwegigeren gibt es sicherlich irgendwo einen Zettel mit einem Hinweis zu finden, und selbst Puzzle-Unlogik fällt in die üblichen Klischees von Adventures. Beispielsweise wenn Holmes an einen in einem Buch versteckten Schlüssel muss. Das klar deplatziert weiße Buch im Regal lauter grauer Bücher jedoch nicht nimmt, sondern vorher das gefunden grüne Buch ins Regal mit den anderen grünen gestellt gehört, um das dortig deplatzierte rote Buch in seinem Regal mit dem dort deplatzierten blauen auszutauschen usw. usf., bis die Farbkoordination jedes Regals in strickt vorgegebener Reihenfolge wieder hergestellt ist und man endlich das graue Buch mit dem weißen austauschen kann. Ergibt das irgendeinen logischen Sinn? Nein absolut nicht. Aber sobald man das erste Buch im Inventar hat und die vielen einfarbigen Regale in der Bücherei sieht, die jeweils ein Buch falscher Farbe aufweisen, ist es dennoch einfach genug zu checken, was getan werden muss.

Nein, das wirkliche Problem sind einige der Inventar-Rätsel, und zwar vorläufig jene Gegenstände überhaupt zu finden. Die Bewegung im DS-Spiel ist ziemlich dürftig, erinnert an spätere Mysts, da nämlich die Welt aus vorgerenderten Bildschirmen besteht, allerdings nicht automatisch alles auch im Blickfeld sich befindet, von daher die Kamera in alle Richtungen bewegt werden kann, um sich umzuschauen. Das geht in Myst mit einer Maus ganz gut, in Mystery of the Mummy ist dies sowohl per Steuerkreuz wie Stylus hingegen wesentlich frickeliger. Dann noch dazu addiert, dass einige Sachen echte Pixelsuchen sind, weil Gegenstände schon mal kaum sichtbar auf den pixeligen Hintergründen in einer Ecke außerhalb des normalen Sichtwinkels versteckt werden, und schon kann es etwas nervig werden sich an allen Wegpunkten in in alle Richtungen zu drehen und überall wild rumzufuchteln, ob der Cursor nicht eine leicht übersehbare Interaktion offeriert. Ach ja, ein paar getimte Momente gibt es auch, da ist die Zeit allerdings so gutmütig bemessen, dass man sie gleich hätte lassen können.

Meh Handlung mit meh Gameplay und einigen Pixeljagd-Verbrechen, minus jeglichen Charmes? Dann noch übrigens miserables Voice Acting von Seiten Holmes… neh, muss man sich tatsächlich nicht geben. Es ist noch nicht mal inkompetent genug, um zumindest auf jene Art einen schrägen Reiz zu haben.

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