Universal Monsters – The Cat and the Canary

ava-1610Der ekzentrische Millionär Cyrus West verstirbt. Und auch sein Testament ist nicht ganz normal: Es soll erst 20 Jahre später eröffnet werden. Also treffen sich seine Angehörigen an jenem Tage in der Spukvilla, um zu erfahren, dass er es gar nich toll fand, dass sich alle wie die Katzen um einen Kanarienvogel versammelt hatten, nur auf sein Ableben und das Millionerbe wartend, ihn auch noch für hochgradig verrückt hielten. Deswegen vermacht er alles an Annabelle, die am entferntesten mit ihm verwandt ist. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ein Arzt ihre mentale Gesundheit feststellt. Sollte sie für verrückt erklärt werden, geht das Erbe an den nächsten.

Damit sollte ziemlich schnell klar sein, dass Annabelles Verwandtschaft ein recht großes Interesse daran hat, dass die junge Dame für geistig ungesund erklärt wird. Und da alle die Nacht im unheimlichen Gemäuer voller Geheimgänge, verschwindender Leute, und aus dem Nichts auftauchende Klauen verbringen, ist das vielleicht gar nicht mal so schwer.

The Cat and the Canary ist ein wirklich interessanter Film. Anscheinend basiert er eh auf einem Bühnenstück, welches keine Horrorelemente hatte, sondern eine schwarze Komödie ist. Und das merkt man doch stark. Denn die Geschehnisse und die Verwandten sind teilweise schon etwas strange, die Manierismen hin und wieder komödiantisch. Das Ding ist tatsächlich eine trocken Komödie über eine Familie von Erbschleichern. Da sollte es dann auch nicht überraschen, dass dieser Eintrag in die Universal Monsters strickt genommen nicht wirklich ein Monster beinhaltet, sondern alle übernatürlichen Ereignisse tatsächlich nur inszeniert sind, um Annabelle in den Wahnsinn zu treiben, oder zumindest sie so wirken zu lassen. Es ist also mehr ein schwarzhumoriger Krimi denn ein Horrorfilm. Als solches aber doch recht unterhaltsam.

Interessant ist aber vor allem auch die Optik von The Cat and the Canary. Wohl weil als Regisseur der deutsche Expressionist Paul Leni hier sein US-Debüt gibt – drei weitere Filme fürs Universal Studio sollten folgen. Der Mann weiß, wie man die Atmosphäre des Gemäuers nutzen kann, mit den vielen Winkeln, Bögen, Schatten und altmodischer Möblierung, und so haben wir einige Wide Angle Shots, in denen die Charakere regelrecht verloren wirken. Dazu einige Kamerafahrten, die in den Gängen wehenden Vorhänge, sowie verschiedene Perspektiven-Ebenen, und schon ist das für einen Stummfilm eine überraschend dynamische Optik, statt immer nur die starren Kamerawinkel vieler Vorgänger zu bieten. Selbst die Texttafeln offerieren manchmal Effekte.

universal1927

Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: