The Ark of Napishtim

ava-1602Ich hab dann mal auch das sechste Ys rausgeholt und re-gezockt. Damit werde ich bis auf IV alle gereviewed haben, und das bleibt wohl auch auf absehbare Zeit so, da ich nicht vor habe mir eine Vita zu kaufen, und ich mit den Versionen für SNES und PC-Engine nicht klar komme.

Aber zurück zu Ys: The Ark of Napishtim. Ich bin mir gar nicht mehr genau sicher, wie rum es damals war. Nämlich ob ich 2005 zuerst auf HardcoreGaming 101 aufmerksam geworden bin, welches mir Ys und MegaTen schmackhaft gemacht hat, passend zum damaligen EU-Release; oder ob ich mich zuerst für die Releases von Ys VI und Shin Megami Tensei III interessiert habe, und für weitere Infos auf HG101 gelandet bin. Auf jeden Fall war The Ark of Napishtim damals mein erstes Ys, frisch von Konami auf die PS2 gehievt.

Nach den Nachfolgern und nachfolgenden Remakes nun den sechsten Teil erneut gespielt, fällt halt doch auf, wie barebones es im Vergleich doch ist. Man muss sich wieder vor Augen führen, dass Ys V 1995 auf dem SNES erschienen ist, es also ganze 8 Jahre Funkstille war, bis Ys VI auf dem PC die Serie wiederbeleben sollte, Falcoms Millenniums-Remakes von Ys I.II Eternal/Complete außer acht gelassen.

Immerhin lässt sich sagen, dass sie ganz feine Arbeit geleistet haben. Ys dreht sich natürlich eh immer mehr ums fluxe Schnetzeln durch die Fantasy-Kulisse, und so ist natürlich auch hier nicht viel an Story zu erwarten. Adol Christin hat mal wieder kaum beide Füße auf ein Schiff gesetzt, da gerät es in einen Sturm und er wird auf eine Insel im Vortex of Canaan angespült, wo mal wieder ein altertümliches Böse zu erwachen droht, wenn unser Rotschopf nicht schnell Schwertschwingend dem einen Riegel vorschiebt.

Und die Action ist tatsächlich spaßig und schön geschwind. Als Weiterentwicklung zu Ys V ist das alte Gameplay der Todesramme begraben und vergessen, stattdessen dürfen wir Adol ganz konventionell per Tastendruck Springen und Attackieren lassen, und das weiterhin aus der Vogelperspektive, statt Seitenansicht wie im Ausreißer Ys III. Nur ist hier alles nun in 3D gestaltet (in der PS2-Version zumindest, die die Sprites der Charaktere mit realistischer proportionierten Polygon-Modellen ersetzt), aber vor allem spielt es sich wesentlich genauer und flüssiger, als das im hakeligen Ys V der Fall war.

Tatsächlich gibt es nicht viel zu schreiben, da Ys nun mal nicht sonderlich komplex ist. Adol findet 3 Schwerter, die verschiedene Attack-Kombinationen verrichten können, aber vor allem auch als Elementmagien doppeln, statt jene separat zu haben. Zwischen denen kann natürlich jederzeit geschwind gewechselt und sie mit von Gegnern hinterlassenem Emel aufgebessert werden. Adol selbst levelt, findet in der Hand voll Dungeons konsequent besser werdende Rüstung, und ein gutes Dutzend an Accessoires, die nette Nebeneffekte bescheren. Ansonsten eben durch die Gegend gerannt, mit schnellen Streichen die Gegner gemeuchelt, und am Ende der Dungeons einem großen Boss das Fürchten gelehrt.

Das klingt sicher alles nicht besonders, aber Ys macht eben schlicht Spaß, ähnlich wie ein Metroidvania, eben durch das coole und knackige Gameplay, perfekt unterstützt vom rockigen Soundtrack. Allerdings machen sich bei The Ark of Napishtim eben doch ein paar Altersflecken bemerkbar. Mich persönlich, als Action-Niete, stört es natürlich etwas, dass es hier noch keinen Easy-Mode gibt, aber wohl wirklich für alle unglücklich gelöst ist die Sache mit dem Springen. Vornehmlich das es keinen Doppel- oder Langsprung gibt, sondern das Dash-Jump-Manöver, welches eine genau getimte Button-Kombination benötigt, die einfach teuflisch zu lernen ist. Glücklicherweise kommt jener eigentlich nur zum Erreichen von Schatztruhen und Geheimnissen zum Tragen, nicht um durchs Hauptspiel zu kommen, aber das Manöver ist wirklich ziemlich nervig. Ich persönlich erneut hatte zudem ein echtes Problem, wenn es darum ging, den Abstand zu fliegenden Gegnern abzuschätzen und habe meine Sprungattacken häufig mal daneben gesemmelt, was besonders beim zweiten Boss, der ersten echten Herausforderung des Spieles, ziemlich nachteilig war.

Ys VI spielt sich durchaus ok, es ist halt nur so, dass sich die darauffolgenden Ys: Oath in Felghana und Ys Seven noch ein Stück besser geben, interessanter designt sind, flotter und leichter handhaben. Ys Origin wiederum… würde ich auf die gleiche Stufe mit Ys VI stellen, da es sich etwas feschmeidiger spielt, aber Napishtim das interessantere Setting hat, statt einen dreimalig durch den Dharm Tower zu schicken.

Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: