Let’s Play Ni no Kuni – 01. Another World

ava-1578Level 5 hat sich zu einem Darling der RPGler entwickelt. Nach den Überraschungshits Dark Cloud und Nachfolger Dark Chronicle auf der PS2, gefolt von Rogue Galaxy (dessen Namen kein Deutscher richtig zu schreiben vermögen scheint) und letztendlich für SquareEnix die Programmierarbeit an Dragon Quest VIII und IX vernehmend. Nicht zu vergessen die Inazua Eleven Franchise und die non-RPGs um Professor Layton. Den einzige wirklichen Durchhänger, den sie sich bisher erlaubten, ist White Knight Chronicles. Und dann teamen die sich mit Studio Ghibli zusammen, um die beiden Ni no Kunis zu machen, was schon alleine dafür gesorgt hat, dass die PS3-Version zu einem der gehyptesten Releases überhaupt wurde. Schauen wir doch mal, ob da was dran ist, oder ob die beiden Namen hinter dem Produkt einfach geblendet haben, denn Ni no Kuni scheint hauptsächlich zwei gespaltene Meinungen zu erlauben: Meisterwerk oder Langweiler.

Ok, wir starten also als kleiner Junge, Oliver, in einer Ghibli-Stadt – sprich irgendwo mit beschaulichem 50s-Charme, voller Grünanlagen und netter Nachbarn. Olli und sein bester Freund haben einen Rennwagen gebaut und wollen den nachts ausprobieren. Glücklicherweise ist Ollis Mutter etwas… sagen wir mal „langsam“… denn trotz der offensichtlichst-durchschaubarsten Fragerei von Olli ob ihrer Bettgehzeit, riecht sie erst Lunte, als sie von einem Hilfeschrei Ollis geweckt wird. Da gibt es nämlich eine Hexe mit einem obercoolen Papagei, die ihn für den Weltenretter hält, und deswegen hat verunglücken lassen. Doch Mom rettet Olli und stribt dann selbst, am „schwaches Herz“ Anime-Klischee.

Nach 3 Tagen Heulerei erweckt dies Ollis Stofftier, Mr. Drippy, zum Leben, der meint ein vom Dunklen Dschinn verwunschener Anhänger des Feenvolkes zu sein. Ich würde ja glatt glauben, dass dies mit der magischen Welt alles nur in Ollis Kopf passiert, Wunschenken, welches er sich zusammenreimt, um über den Tod der Mutter hinweg zu kommen. Denn Mr. Drippy meint prompt, dass Olli vielleicht seine Mutter wiedererwecken kann, wenn er ihren Doppelgänger in der Anderen Welt, aus der er stammt, vom Dunklen Dschinn rettet. Aber die Theorie funktioniert ja leider nicht mit den frühen Szenen mit der Hexe. Gut, dann nehm ich einfach mal an, dass ein End-Game-Plottwist sein wird, dass dieses mysteriöse grünhaarige Mädel eine junge Version der Hexe ist, oder die Hexe sich als der Mutterzwilling herausstellt. Und ich hoffe doch mal stark, dass das Spiel nicht wirklich damit endet, dass Oliver seine tote Mutter zurück bekommt, sondern das er ihren Tod stattdessen verarbeitet.

Egal, Mr. Drippy besorgt uns erst mal ein Zauberbuch und dann sollen wir noch einen Zauberstab auftreben. Wir brauchen wohl nur etwas, was braun und Stecken-artig ist… ähm, hier wachsen überall Bäume und Büsche, brecht da einfach was ab? Nah, das wäre schlimmer Wandalismus. Stattdessen finden wir tatsächlich einen schon mit Runen besetzten Zauberstab und können uns so in die Anderwelt zaubern.

Und spätestens hier denkt man sich zwei Dinge. 1) Mensch, vielleicht sollte ich die Ghibli-Filme doch alle auf BluRay erneut kaufen, wenn die in HD so geil aussehen, wie die hiesigen Anime-Sequenzen. 2) Verdammich, ich will eine HD-Version von Dragon Quest VIII, wenn ich mir die wunderschön gerenderte Welt von Ni no Kuni ansehe!

In der neuen Welt angekommen geht es erst Mal unser Arsenal verstärken. Sieht so aus, als würden so einige NPCs aufgesucht werden müssen, um das Zauberbuch wieder mit Sprüchen zu füllen. Beispielsweise Father Oak, der uns den Zauber gibt, um Vertraute zu beschwören. Wie den derpy drein schauenden Mitey. Das ist in Ni no Kuni allerdings etwas komplexer, als in ähnlichen Spielen wie Pokemon, Jade Cocoon oder Monster Kingdom. Denn Oliver an sich kann tatsächlich auf sich allein gestellt kämpfen, statt nur sein Monster für ihn – was auch nötig ist, denn die Stamina der Pokemon geht recht schnell zur Neige, besonders im ersten Bosskampf muss Olli ständig eingewechselt werden, damit Mitey sich regenerieren kann. Allgemein muss ich mich an das Kampfsystem noch gewöhnen, da es doch etwas schräg wirkt. Zum einen ist es zwar Echtzeit, es kann rumgerannt und ausgewichen werden, doch abgesehen davon ist es dennoch Menübasiert was die Auswahl der Aktionen angeht. Das wirkt doch sehr ungewohnt – wobei ich mich frage, ob es nicht dieses System war, das für Dragon Quest IX angedacht war, als es Action-orientierter sein sollte, und Level 5 hat es hier nun benutzt, nachdem es die Traditionalisten für DQIX abgeschossen haben. Vertraute können zudem ausgerüstet und per Futter zusätzlich zum Aufleveln aufgebessert werden. Alles schrecklich süß (ich werde Miteys Siegespose nie leid werden!), aber hoffentlich nicht zu unnötig komplex, denn gegensätzliche Elementarzugehörigkeiten der Viecher sind natürlich eh zudem obligatorisch vertreten.

Nun gut, in der ersten Stadt angekommen macht uns das Spiel auf was anderes aufmerksam: Zaubersprüche können auch an NPCs angewedet werden, beispielsweise für Nebenaufgaben, von denen es im Spiel jede Menge gibt, von Fetch Quests bis zu Monster Hunts. Aber teilweise brauchen wir sie wohl auch zum Weiterkommen, denn einer der Stadtwachen ist ein „Broken-Hearted“, depressive Menschen, denen der Lebenswille genommen ist… Heartless? Nah, sein Kumpel hat genug Enthusiasmus-Überschuss, als das wir einfach per Magie einen Teil davon übertragen und den Kerl so heilen können. In der Stadt des Katzenkönigs angekommen muss Olli allerdings feststellen, dass seine Kleidung viel zu aufällig ist und sich neue besorgen.

Ok, so, das Spiel ist ja wirklich niedlich und wunderschön anzusehen, aber Mensch wenn die Eröffnung nicht mal langsam ist. So viel Gequatsche, so viele Tutorials zu allem, eine gute halbe Stunde, bis man in der Anderwelt ist. Hoffentlich beschleunigt sich das Pacing, sobald man aus dem Anfangsstadium raus ist, noch. Ich mein, so sehr ich den vor Persönlichkeit nur so übersprudelnden Mr. Drippy mag, so wünschte ich mir manchmal dennoch, dass er sich zumindest ein wenig kürzer fassen könnte.

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2 Kommentare

  1. Hab jetzt auch mal ein paar Erfahrungen mit dem Spiel, wenn auch aus zweiter Hand. Die niedliche Optik ist natürlich über jeden Zweifel erhaben und vermutlich das beste an Ni no Kuni.

    Das Kampfsystem fand ich von Anfang an gewöhnungsbedürftig. ich sage nicht mal, dass es schlecht ist, aber irgendwie war ich fest von einem schlichteren, rundenbasierten System ausgegangen, und denke, dass es zu so einer Art Titel besser gepasst hätte, da Stuio Ghibli Fans vermutlich nicht alle in der Schnittmenge zu eingefleischten JRPGlern stecken.

    Das Pacing ist mir auch negativ aufgefallen. Gerade nach Dragon Quest VIII habe ich diesbezüglich aber eh kein Vertrauen mehr in Level 5 :P Gefühlt werden bei Ni no Kuni, egal worum es geht, immer grundsätzlich drei Sätze mehr gesprochen als eigentlich notwendig.

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    • Ja, entweder schlicht rundenbasiert oder simpel und Action-orientiert. Ni no Kuni is so ein merkwürdiges Zwitterding, welches zwar in Echtzeit ist, aber dennoch über Menüoptionen läuft, und das ist schon irgendwie sehr seltsam.

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