GameBoy Notscurities: Mega Man Xtreme

ava-1574Ja, ein Mega Man kann man wohl kaum obskur nennen. Wobei zwar die GameBoy-Einträge der Classic Serie sowie natürlich die Battle Network/Zero Spinoffs ziemlich bekannt sind, während hingegen Mega Man & Bass sowie Mega Man Xtreme etwas eher untergehen zu scheinen. Zumindest ich sehe die zu den restlichen MM-Serien vergleichsweise weniger besprochen. Ändert sich ja vielleicht jetzt, wo Capcom sie in den e-shop wirft.

Mega Man Xtreme geht dabei einen ziemlich ähnlichen Weg wie die meisten Classic Mega Man für GameBoy, in dem kein komplett neues Spiel erschaffen wurde, sondern das Ding quasi aus Versatzstücken der SNES-Teile zusammengesetzt ist. Wird in der Handlung, die Fans überraschend ernst nehmen, sogar erklärt, denn das neue Übel benutzt Daten von vorigen Kämpfen von X, wie uns Zero im Opening erzählt, was erklärt, warum Stages/Gegner aus den ersten beiden Teilen fürs SNES wieder auftauchen.

Der Rest ist die übliche Kost sozusagen: Intro-Stage, Cutscene, alle Mavericks besiegen, Cutscene, und dann in ein mehrere Stages einnehmendes Finale gehen. Zero an sich ist übrigens nicht spielbar, sondern nur X. Der bekommt sogar die üblichen Body-Upgrades etc., die etwas abgelegen eingesammelt werden können. Ist also tatsächlich ein volles Mega Man X… nur kleiner.

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Zum einen natürlich auf einem kleineren Bildschirm, was aber gar nicht mal so übel geregelt ist. Während Mega Man auf dem GameBoy immer damit zu kämpfen hatte, dass die Bildschirme recht klaustrophobisch wirkten und die Gegner aus den viel zu nahen Bildschirmrändern poppten, so kam mir das in Xtreme nie so vor. Natürlich wäre etwas mehr Sichtfeld schön (gerade an den vertikalen Stellen), aber wirklich extrem wird das mit der beschränkten Spielfläche nie. Dafür sind die Stages im hiesigen Teil wesentlich komprimierter ausgefallen, sprich verdammt kurz. Man erreicht quasi die Bosse alle, wenn man eher einen Midpoint erwarten würde. Außerdem sind die Checkpoints hier sichtbar. Und ihre Architektur scheint simpler, was aber ganz gut ist, da es nämlich hier keinen Slide gibt und der Dash eher frickelig ist, da man kurz doppelt in eine Richtung drücken muss.

Auch eingeschränkt, zumindest in gewissem Sinne, ist die Anzahl der Bosse. Denn es gibt nur 4 Maverick-Stages vor dem 4-teiligen Finale, statt die üblichen 8. Doch interessant hieran ist, dass es tatsächlich 8 Mavericks ins Spiel geschafft haben. Um den Wiederspielwert zu erhöhen bieten die beiden Schwierigkeitsgrade nämlich unterschiedliche Maverick-Sets: Chill Penguin, Storm Eagle, Flame Stag und Spark Mandrill auf Normal; Wheel Gator, Armored Armadillo, Morph Moth und Magna Centipete auf Hard. Grundsätzlich ist es natürlich eine feine Idee, den beiden Settings unterschiedlichen Content zu geben, statt die gleichen Stages auf Hard einfach etwas schwerer zu machen… nur stellt sich auch die Frage, ob besonders bei der Kürze der individuellen Level es nicht besser gewesen wäre, doch alle 8 in einen Durchgang zu packen. Dadurch gäbe es dann mehr Abwechslung für absolute Action-Fähigkeits-Nieten wie mich, die selbst auf Normal nur mit Quicksaves durchs Spiel kommen, also das Ding auf Hard nie sehen werden.

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Doch wer sich damit abfinden kann, dass alles an Mega Man Xtreme etwas kleiner, simpler, kürzer, weniger umfangreich ist, sowie sich etwas weniger flüssig spielt, als in den großen Konsolenbrüdern – und mal ehrlich, was anderes war natürlich auf dem GBC natürlich nie zu erwarten – bekommt dennoch ein feines, kleines Spielchen geboten. Sozusagen für jene, die die normalen X schon durch haben, aber dennoch ein wenig mehr wollen. Denn fein spielbar und nah genug am Original sind sie allemal. Ich hätte zumindest glatt mal Lust bekommen, mich doch mal wieder an einen Konsolenteil zu wagen. Vielleicht schau ich mal in die für PSX rein. Auch wenn ich dort wahrscheinlich kein Land sehe, weil ich wie gesagt eine Niete bin und auch nicht die Geduld habe, mir die nötige spielerische Fähigkeiten anzutrainieren. Es gibt schon einen Grund, warum ich für die schnelle, knackige Action lieber zu einem Ys oder Metroidvania greife – die sind einfacher und man kann sich notfalls leveln.

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Ein Kommentar

  1. Was für ein Zufall, hab mich erst letztens durch ein paar Stages in Mega Man X gekämpft. Wusste gar nicht, dass es das auch für den Game Boy gab.

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