Nocturne in the Moonlight

ava-1553Ok, stat vorwärts zu Aria of Sorrow, bin ich doch zunächst rückwärts zu Symphony of the Night gegangen. Einfach um noch mal klarzustellen, ob das wirklich so viel besser ist als die kompetenten und durchaus launigen aber etwas mutlos zusammenprogrammierten Metroidvanias wie Harmony oder Portrait.

Gleich mal vorweg: Verdammt sieht das Ding gut aus! Sicher, Harmony hab ich in dieser Hinsicht auch sehr gelobt, aber Symphony ist eine ganz andere Liga. Auf einer Heimkonsole statt einem Handheld zu sein macht halt eben doch einen Unterschied, weil man wesentlich mehr Screen Real Estate hat, mit dem man arbeiten kann. Die Sprites sind wesentlich größer, die Hintergründe detaillierter und mit mehr Ebenen versehen, und manche Bosse sind einfach gigantisch. So gut Harmony auch aussehen mag, so viel mehr kann einfach in Symphony herausgeholt und im Detail sichtbar gemacht werden. Auch was subtile Animationen angeht, nicht zuletzt auch die vielen verschiedenen Sterbeanimationen nicht nur von Bossen, sondern teilweise auch was einige der normalen Gegner angeht. Ich hatte auch total vergessen, wie sehr das Inverted Castle doch zunächst einen verwirrt, einfach weil das Schloss, dessen Layout man sich über vorigen paar Spielstunden langsam eingeprägt hat, plötzlich gespiegelt ist und auf dem Kopf steht. Ich war ernsthaft für die ersten paar Räume geradezu desorientiert. So cheap ich also dachte das gleiche Layout quasi erneut zu nutzen in Erinnerung zu haben, so effektiv war es beim eigentlichen Spielen dann letztendlich doch. Allemal besser als wie in Harmony das gleiche Schloss zu nutzen und nur die Hintergründe leicht im Detail anzupassen.

Oh, und das Voice Acting! Ich hatte fast vergessen, dass es das überhaupt gibt. Es ist nicht gut per se, aber ist so over the top, dass es perfekt zum übertrieben melodramatischen Wortlaut der Texte passt. Der Plot ist hier netterweise noch sehr kurz gehalten, nur in wenigen auseinanderliegenden Szenen vermittelt, die zudem sich recht kurz halten. Aber wenn es nicht herrlich unfreiwillig komisch ist, bei der blumigen Sprache und dem Gusto der Sprecher. Es ist ein Vergnügen. Och, und dann „I am the wind“! Der Credits-Song erwischt mich jedes mal wieder. Man hat den gewohnt genialen Castlevania-Soundtrack mit orchestraler und rockiger BGM passend zur schnellen Action im gotischen Schlossgeschwür… und dann plärrt einem über die Ending Credits der käsigste 90er-Pop-Song entgegen, den man sich nur vorstellen kann!

Vom Gameplay her muss ich sagen, hatte ich das Spiel auch eine ganze Ecke anders in Erinnerung. Leichter und schwerer. Bis so zum zweiten Boss hin war das Spiel doch etwas schwerer, als ich mich zu erinnern glaubte, wenn natürlich immer noch alles andere, als oldschool Castlevania. Aber mit ein paar Leveln und ein wenig Ausrüstung gewonnen wurde es dann doch schnell so leicht, wie ich mich zu erinnern gedacht hatte… nur um dann hoffnungslos trivialisiert zu sein, wenn man die wirklich richtige Ausstattung findet. Ich mein, gerade mal halb durchs erste Schloss kann man den Shield Rod als normalen Schatz im Colosseum rumliegen finden, in Verbindung mit dem käuflich zu erwerbenden Iron Shield ist nichts mehr ein Problem, da gegen geringen MP-Verbrauch deren Spezialattacke jeden Boss in zwei oder drei Aufrufen erledigt. Da muss man gar nicht erst bis zum Inverted Castle warten, und das Wissen mitbringen, dass 15-20 Minuten das Crissaegrim zu farmen einen zur unbesiegbaren Mauer des Verderbens werden lässt.

Aber das Spiel macht eben dennoch Spaß, egal ob man ein „nur“ leichtes Spiel hat, oder als Halbgott durch alles durch schnetzelt, weil man weiß, wie das letzte bisschen Herausforderung einfach über dem Knie zerbrochen werden kann. Eben all die coolen Horror-Monster zu sehen, sich durch ihre Horden zu kämpfen, freakige Bosse und geheime Verstecke zu finden, und nach den heroischen Worten an Daddy Dracula auch den Schlossherren mal wieder in die Schranken zu weißen. Das einzige, was ich ein wenig schade fand, ist die Struktur das ersten Schlosses. Mir persönlich schickt das Spiel einen ein wenig zu häufig in ein Dead End, nur um eine vorher unpassierbare Stelle zu öffnen, um dort etwas zu bekommen, was wieder woanders weiter hilft. Sicher, dies gehört zum Explorations-Gameplay der Metroidvanias, doch zu Beginn fand ich das Backtracking etwas zu Überhand, nach dem Erhalt von Fledermaus- und Nebelform das restliche Schloss und vor allem dessen Spiegelung nach eigenem Gutdünken erkunden zu können war da doch etwas schöner.

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