Shark Week – Natural World

ava-1532Natural World ist ein Dach für eine lang währende Reihe an BBC-Dokumentationen, die dort seit 1983 in mittlerweile über 400 Episoden ausgestrahlt wurde. Da findet sich natürlich auch die eine oder andere über Haie wieder, ich schaue exemplarisch zwei, zum einen von 2008 das generisch betitelte Whale Shark, sowie eine der bekannteren Episoden, der 2009er Great White Shark: A Living Legend.

In Whale Shark folgen wir einem Wissenschaftler, der die größten Fische unserer Meere studiert, über die erstaunlich wenig bekannt ist. Immer dann, wenn sie in tropischer Küstennähe auftauchen, sind sie ein beliebtes Mittauchtier, da sie wie „echte“ Wale nur Kleinstlebewesen aus dem Wasser filtern, Menschen also absolut ungefährlich sind, wenn man darauf achtet, nicht versehentlich von ihrer Schwanzflosse getroffen zu werden. Doch von ihren tausenden Kilometern langen Reisen durchs offene Meer ist eigentlich nichts über die bis zu 12 Meter langen Fische bekannt, abgesehen davon, dass Zusammenstöße mit Schiffen ihnen gefährlich werden können. So folgen wir ihm dann also, wie er Sonden an den Walhaien anbringt, sowie Kameras, um herauszufinden, was sie in den tieferen Wasserregionen machen, und welche Routen sie durch den Indischen Ozean schwimmen, um beispielsweise zur Krabbensession an den Weihnachtsinseln aufzutauchen.

whaleshark

Great White Shark: A Living Legend ist dann das absolut Kontrastprogramm dazu. Zum einen geht es um einen Raubfisch, statt einem friedlichen Bewohner der Meere. Mit dem Tiger-, Bullen-, und Weißspitzen-Hochseehai eine der vier Haiarten, die ob ihrer Aggressivität und Größe überhaupt wirklich dem Menschen gefährlich werden können, weil sie ihr Territorium verteidigen, oder sie mit Beute verwechseln (was wir übrigens nicht sind, da unsere Körper nicht fettreich genug sind, um der Jagd ernsthaft wert zu sein). Und da er der größte Raubfisch der Meere ist, der niemanden über sich in der Nahrungskette zu fürchten braucht, und dort weit verbreitet ist, wo Menschen sind, ist er zwangsläufig der Spitzenreiter was Haiangriffe angeht (plus Graubereich, wenn einer der anderen Spezies mit ihm verwechselt werden, und Übergriffe der Weißspitzen ob ihrer Absenz von Küstennähe selten dokumentiert werden können). Dann noch seine Präsenz in Killer Shark Movies, und der Ruf ist völlig ruiniert.

Und wir folgen hier keinem Forscher, sondern einem ehemaligen Fischer der südafrikanischen Küste, wo der Weiße Hai besonders verbreitet ist, welcher es zu seinem Hobby gemacht hat, mit den bis zu fast 8 Metern langen Raubfischen zu schwimmen. Ganz ohne Käfig und allem, weil er gelernt hat, wie er sich zu verhalten hat, um Angriffen bestmöglich vorzubeugen.

greathwhite

Ich mag ja die BBC-Dokus. Die Production Values sind immer recht hoch, außerdem hören sich Infos von einem britischen Sprecher immer gleich doppelt schlau und informativ an. Ähnlich wie in Französisch alles sexy und in Russisch alles aggressiv klingt #casualracism

Die Einträge in Natural World sind dabei natürlich nicht wirklich so hoch budgetiert wie eine der Life-Serien von David Attenborough, kommt also nicht ganz mit so spektakulären Bildern daher, und hat halt auch immer wieder kurze Einwürfe der beiden Männer an der Speerspitze der Expedition, statt nur Voice Over wie ich das vorziehe, aber natürlich liefern sie gewohnt unterhaltsames BBC-Wissen, dem man schwerlich abraten kann. Auch wenn Whale Shark auf Grund des geringen Wissens über Walhaie natürlich etwas Info-arm bleibt, während sich Great White Shark: Living Legend fast mehr darum dreht, wie toll es ist, dass der Kerl frei mit den Tieren tauchen kann.

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