Disney Sunday – Bolt

ava-1527Ich kann mich wirklich nur wiederholen, aber so tief wie die Disney-CG-Animationsstreifen mit Dinsoaur am Boden des Fasses begonnen haben, so sehr haben sie sich langsam aber sicher mit jedem Filmeintrag gesteigert. Bolt würde ich gar glatt erneut sehen.

Die süße Penny adoptiert den niedlichen Bolt, ein halbes Hundeleben später fliehen die beiden vor Agenten des Bösen, die Penny fangen wollen, weil ihr Wissenschaftler-Vater sonst nicht bei ihren Plänen mitmacht. Nur zu gut, dass ihr Vater den Hund Genmanipuliert hat, so dass er Superkräfte entwickelte, die zusammen mit den Gadgets von Penny die beiden immer wieder aus einer prekären Situation bringen.

Nur wird Zuschauern eine Serie, die so vorhersehbar gegen Ende immer gut ausgeht, mit der Zeit langweilig, und Bolt verliert Einschaltquoten. Yep, dies ist der kleine Twist direkt zu Beginn des Filmes: Was wir gerade gesehen haben war nur eine TV-Serie. Der richtig schräge Twist kommt aber erst: Das ganze Ding wird Live und an einem Stück ohne Retakes gedreht… weil das Method Acting des Hundes besser ist! Yep, Bolt denkt die TV-Serie wäre real, weil er von ganzen Produktionsteam im Glauben gelassen wird.

Als man dann eine Folge für die Quoten mit einem Cliffhanger enden lässt, den Bösewicht Penny vor Bolts Nase weg entführen hat, bricht jener aus dem Studio aus, voll darauf getrimmt seinen Menschen wie gewohnt retten zu müssen. Wie der Zufall so will landet er plötzlich ohne jegliche Superkräfte in New York und muss irgendwie den Weg nach Hollywood zurückfinden, im Schlepptau eine Katze, die er für einen Agenten des Bösen hält, während sie ihn für durchgeknallt und möglicherweise gefährlich einstuft, sowie seinen größten Fan in Form eines Hamsters.

Bolt ist so richtig gute Familienhunterhaltung, wirklich passend umgesetzt. Natürlich ist die Prämisse Schwachsinn, aber so charmant-originell, dass man es schluckt – ich mein es ist eben der zentrale Joke des Filmes, dass der Hund nur ein guter Charakterschauspieler ist, solange man ihn im falschen Glauben lässt er wäre ein Held, auch wenn so eine Produktion nie lange Fehlerfrei laufen könnte. Natürlich sind die Stationen vorhersehbar: Er geht verloren, ein paar Witze auf Kosten des „Verlustes“ der Superkräfte, Konfrontation mit der harten Realität, Road Trip Freundschaft, ein Missverständnis in letzter Sekunde vor der Wiedervereinigung, und dann eine dramatisch passende Katastrophe die sie doch wieder zusammenbringt. Viel Moral ist darunter nicht, außer vielleicht der moderne Irrglaube, Tiere wie ein Kind statt wie ein Haustier zu behandeln, und eventuell noch ein wenig die Ausbeutung von Kinderstars und Tieren in Hollywood. So ganz leicht, kaum wahrnehmbar.

Das ist aber durchaus ein Vorteil des Filmes, weswegen er mir gefallen hat: Es ist eine ziemlich geradlinige Sache, mit einfacher wenn auch abgedrehter Prämisse, und der Großteil der Spielzeit ein Road Movie um 3 Charaktere: Der treudoofe Hund der zu seinem Herrchen zurück will, die zynische Katze, und der Hamster der über ihn Fangirlt.

Tiefgang braucht Bolt eben auch gar nicht, mit viel rasantem Schwung, vielen wirklich für alle Altersgruppen zündenden Witzen (mehr Pixar emulierend, denn Dreamworks) und Ideen, sympathischen Charakteren, sowie einem herzigen wenn auch etwas berechnenden Ende, haben wir hier wirklich einen sehr schönen Film für die ganze Familie vorliegen.

disney51

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3 Kommentare

  1. Dem kann ich eigentlich nicht viel hinzufügen. Auch wenn der Film mehr was für ein Vorabendprogramm denn einen ausgelassenen Filmabend ist, hat er mir eigentlich ganz gut gefallen, was vor allem an – irgendwie vorhersehbar – Dino liegt. Ich liebe das Vieh! Seltsamerweise ist der Film ziemlich untergegangen bzw. hat keine vergleichbare Aufmerksamkeit bekommen wie Nemo oder sogar Dinosaur.

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  2. Als du damals den ersten Disney Sunday beendet hattest, bat ich dich darum, wenigstens Bolt noch eine Chance zu lassen, da er in meinen Augen damals der einzige, noch offen gebliebene computeranimierte Film von Disney gewesen ist, den ich als gut erachtet habe. Und im Grunde genommen hat sich meine Meinung über ihn auch nicht wirklich verändert.

    Es gibt allerdings nicht nur Lobpreisungen über den Film, denn manche Disney-Fans bemängeln trotz der guten Ausführung die an sich eigentlich konventionelle Handlung, die man schon in einigen anderen Filmen gesehen hat. Dabei haben jene Kritiker zumeist die von Sanders (Lilo & Stitch) ursprünglich erdachte Fassung im Kopf, die noch etwas skurriler gewesen sein soll. Skurrilität trägt allerdings nicht einen ganzen Film und weil sich das Urskript zumindest in meinen Augen auch nicht so toll anhört, bin ich doch über das Gesamtergebnis eher erfreut, denn wirklich verärgert.

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