Atlantic Rim

ava-1526The Asylum macht Geld hauptsächlich durch zwei Sparten: Billige Mega-Monster-Filme a la Mega Shark, Mega Piranha oder Sharknado, zum anderen billige Mockbuster, die im Fahrtwasser aktuell angekündigter Hollywood-Streifen schnell mit ähnlichem Konzept und Verwechslungstitel auf DVD geworfen werden, a la Grimm’s Snow White, Paranormal Entity oder Snakes on a Train. Da passt der Schuh bei Pacific Rim natürlich gleicht doppelt, welchem 3 Tage vor Kino-Anlauf plötzlich Atlantic Rim im DVD-Regal gegenüberstand.

So, das Militär hat also so ein Power-Rangers-Geheimprojekt, wo sie drei Mechas gebaut haben, und drei Piloten ausbildeten, die das politisch korrekte Team bilden: der arische Anführer Red, der Schwarze Green, und die Vagina Blau. Und da ein prähistorisches Monster in einem unterseeisch konservierten Ei ausgeschlüpft ist, können die das doch gleich mal bekämpfen gehen. Nur leider ist Red die „fuck the police“ Wild Card, wie man sich das schon denken kann, weswegen er seinen Geheim-Mecha der Öffentlichkeit präsentiert, um weitere Zivilisten zu retten, was ihn hinter Schloss und Riegel bringt, da er damit die direkten Befehle seines Obersten missachtet.

Da dankenswerterweise noch ein zweites Monster schlüpft und in New York eines auf Beast of 20.000 Fathoms macht, ist er da schnell wieder raus, denn wer sonst kann dem Vieh schon den finalen Schlag geben, außer der weiß-männliche Red?

Dass Atlantik Rim ziemlich blöde sein wird, wahr natürlich abzusehen. Doch da japanische Kaiju-Filme auch nicht unbedingt vor Qualität oder Budget strotzen, sollte man meinen, hier bekäme man vielleicht dennoch einen ganz launigen B-Movie geboten. Wie bei allen Filmen von The Asylum fehlt mir aber auch hier mal wieder das Herzblut, das Gefühl, dass irgendjemand, der an der Produktion beteiligt war, wirklich diesen Film machen wollte, statt ihn einfach hinzurotzen, weil man halt den aktuellen Mockbuster schnell raushauen muss.

Kurios ist vor allem, dass es mir so erschien, als würde hier jemand das Militär auch absolut nicht mögen. Zum einen haben wir natürlich den Augenklappen-Typen, der sofort eine Atombombe auf Manhattan schmeißen will, statt den Mechs überhaupt eine Chance zu geben. Aber auch der eigentlich ganz coole Oberst des Projektes lässt Red sofort für Befehlsverweigerung wegsperren, statt wie üblich in solchen Filmen den Heldeneinsatz über die Nichtbefolgung des Befehles zu stellen. Und unsere Gruppe an Power Rangern ist sowieso unausstehlich nervtötend, mit ihrem ständigen Rumgegröhle wie so eine Bande CoD-Broskies, die die Hälfte des Filmes sich mit Alkohol begießen.

Wenn ich jetzt sagen würde, dass ich tatsächlich ein klein wenig Hoffnung hatte, dass ein Film von The Asylum doch was werden könnte, würde ich auch wieder lügen. Aber ein wenig mehr als dieses nervige Schnarchfest hatte ich dann doch irgendwo erwartet. Schon alleine, weil die Action wegen des Magerbudgets mal wieder erstaunlich wenig Zeit einnimmt, und selbst in den Kämpfen lieber In-Cockpit-Szenen von den drei Idioten in ihrem Pappkarton zeigt. Nur das selbst diese Szenen sichtlich nur Zeitfüller sind, statt was zu bereichern, so wird die Tatsache, dass Blue und Green miteinander anbandeln, obwohl Red und Green eigentlich zusammen sind, nie zu ende geführt.

atlanticrim

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