Pacific Rim

ava-1525Es sollte kein großes Geheimnis sein, dass ich eine Schwäche für (Mega-)Monsterfilme habe, auch wenn ich viele davon dann gar nicht so toll finde, weil sie es schlichtweg einfach nicht sind. Und als jemand, der Jahrelang massivst Anime konsumiert hat, muss ich ja quasi mit Mechas auskommen können. Als ich also den ersten Trailer zu Pacific Rim sah, der die beiden Dinge verbindet, war klar, dass dies ein Film ist, den ich sehen muss.

Tatsächlich verinnerlicht der Film seine japanischen Genre-Ursprünge dann auch voll und ganz. Das fängt schon damit an, dass die Riesenmonster hier tatsächlich Kaiju genannt werden, Namen wie Gamera-Antagonisten tragen, und designt sind wie aus einem Monster Hunter. Die Piloten, die gegen sie kämpfen tragen den deutschen Titel Jäger, was ziemlich Gundam ist, zusammen mit der Tatsache, dass jeder Mech von einer anderen Nationalität gesteuert wird, und der Psychostress der Steuerung recht Evangelion ist.

Aber ich greife vor. Natürlich ist Pacific Rim von der Handlung her kein Blumentopfgewinner, sondern absoluter, bekannter Genre-Standard. Riesige Alien-Monster tauchten aus einem Riss zwischen den Dimensionen im Pazifik auf, die aktuellen Militäreinheiten wurden nicht mit ihnen fertig, also hat man Mechs gebaut, um „Mann gegen Mann“ mit ihnen ringen zu können. Der Stress jene zu steuern ist aber so untragbar, dass zwei Menschen, die gedanklich miteinander kompatibel sind, ihn gleichzeitig steuern müssen. Das geht eine Weile gut, bis die beiden Amerikaner-Brüder unterliegen, der ältere stirbt, und der jüngere für 5 Jahr von der Bildfläche verschwindet.

Mittlerweile haben wir neue Mechs, die gegen jene stärkere Monster-Kategorien ankommen können, sind keine Militärorganisation mehr, und im letzten Stand gegen die Viecher. Mr. Amerika wird zurückgeholt, bekommt Ms. Japan als Kopilotin, muss sich den Respekt von Alpha-Tier Mr. Australien gewinnen, und ist letztendlich der Crux beim Plan die Dimmensionsspalte zu sprengen, nachdem Team China und Team Russland ausgeschaltet wurden.

Grob gezeichnete Charaktere, mit den von weitem kommend sehenden Backstory-Momenten und Rangeleien untereinander, keine wirklichen Überraschungen oder Tiefgründiges. Pacific Rim will nicht Evangelion oder Rahxephon sein, sondern tatsächlich mehr Godzilla, nur das die Menschheit mit ihren Gundams für sich selbst kämpfen kann, statt das dies ein anderes Monster tun muss. Und es funktioniert für mich voll und ganz, weil Pacific Rim merkbar sein Source Material mag, sich voll und ganz bewusst ist, dass die Prämisse etwas dämlich ist, aber statt dumm Rumzublödeln eben das ganze trotzdem mit Ernsthaftigkeit angeht, in der Hoffnung, dass der Zuschauer dadurch mitgerissen wird.

Und wie gesagt tat ich das. Ich mochte die stereotypen Charaktere genug, als das sie mir nicht auf den Zeiger gingen, wenn sie Screentime stahlen, nicht mal die beiden Forscher-Sidekicks. Ja die fand ich sogar recht witzig, genau wie der „leicht“ übertrieben geschauspielerte Offizier der Aktion, lediglich Charlie „beinahe in Fifty Shades of Gray“ Hunnman war etwas langweilig. Als Ron Perlman die Szenerie betrat, konnte ich meinen Augen kaum glauben. Und dann wird er von einem Mini-Megamonster gefressen. Und schneidet sich seinen Weg aus ihm raus! Herrlich. Selbst der Pathos des Filmes ging mir nicht auf den Zeiger, weil es eben kein penetrantes Michael Bay-isches „’Murica! Fuck Yeah!!“ ist, sondern mehr die Kameradschaft der Jäger gegen einen gemeinsamen Feind. Wir als die vereinte Menschheit haben die fiesen Aliens besiegt, nicht die USA mal wieder die Welt für alle gerettet.

Das wahre Highlight des Filmes, der echte Grund warum wir das schauen, was die 2 Stunden wirklich kurzweilig macht, ist aber natürlich die brachiale Mecha vs. Monster Action. Wenn der Soundtrack röhrt, die Monster kreischen, das Metall dröhnt, wenn im Sintflutregen sich die Hochhausgiganten eins auf die Ohren geben, und dabei hier und dort auch mal ein Häuserblock Hong Kongs drauf geht. Alles hauptsächlich wie gesagt nachts und und im Regen, schnell und teilweise wackelig geschnitten, und dennoch darauf bedacht, es nicht so zu übertreiben, dass wir hier einen unübersichtlichen Wirbel aus Altmetall vor uns haben, wie Transformers das so gern tut. Die Mechs in Pacific Rim behalten eine gewisse Wucht und Schwere bei, was den Fights auch mehr Gewicht gibt.

Ich muss eingestehen, dass ich mich schon ein wenig verliebt habe. Klar sind Handlung und Charaktere hauptsächlich Füllmaterial zwischen den tollen CG-Fights, aber eben trotz grober Ausarbeitung gut genug, um jene Szenen nicht als überflüssig anzusehen, währen die Fights mal so richtig geil sind. Natürlich bin ich mir bewusst, dass dies alles ein wenig dumm ist, aber wer das beim Reingehen in einen solchen Film nicht weiß, ist selbst schuld. Ich war super gut unterhalten von Pacific Rim, hatte eine Menge Spaß beim Schauen.

pacificrim

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