Vampire Hunter D II&III

ava-1519Weiter geht es mit Vampire Hunter D und Roman Nummero Zwei und Drei. Zumindest nach der amerikanischen Auflage gehend, die sich wohl früher oder später von der japanischen leicht unterscheiden soll. Aber ich verstehe nun mal keine Fantasie-Sprache, die das Verständnis von Drölfzigmillionen zufällig aneinandergereihter Mondkrater benötigt.

Das zweite Buch, Raiser of Gales, bringt D ins abgelegene Dorf Tepes. Wie alle Dörfer an der Frontier haben die eine gewisse Routine darin entwickelt, mit Vampiropfern umzugehen, bevor sie das ganze Dorf infizieren können: Ihr Sarg wird zugenagelt und dann in den Fluss geworfen, da Vampire bekanntlich machtlos sind, was fließendes Wasser angeht. Doch bei einer solchen Routinearbeit schafft es ein frisch erwachter Vampir sich aus dem Sarg herauszukämpfen – mitten im Sonnenschein!

Wie das bei kleinen Dörfern so ist, fällt der Verdacht natürlich direkt erst mal gegen die ungewöhnlichsten Bewohner: Vor zehn Jahren gingen vier Kinder beim Spielen am Berg, auf dem die alte Ruine der Nobility steht, verloren, tauchten aber wenige Wochen später unbeschadet und unvampirisch, aber mit Gedächtnisverlust, wieder auf… alle bis auf einen, der bis Heute spurlos verschwunden ist.

Das dritte Buch, Demon Deathchase, bildet die Grundlage für den zweiten Film, Bloodlust. Im Groben zumindest, auch hier wird D damit beauftragt, ein von einem Vampir entführtes Mädchen zu retten, zusammen mit seiner Hunter-Konkurrenz der Marcus-Brüder und deren Schwester. Nur stellt sich heraus, dass das Mädchen und der Vampir eigentlich ein Liebespaar sind, die vor dem Stigma nicht zusammen zu gehören fliehen.

Ich finde es durchaus interessant, dass direkt in den nächsten zwei Büchern versucht wird, etwas Abwechslung in die Geschichten zu bringen, statt jedes Mal ein geradliniges „Vampir terrorisiert Dorf, D wird dazu gerufen, um ihn auszuschalten“ zu liefern. Mit Demon Deathchase wird die Situation komplett umgeworfen, weil der Vampir hier eben kein Bösewicht ist, während sich Raiser of Gales wesentlich mehr wie ein Mystery-Thriller darum liest, was wirklich geschehen ist und ob Vampire tatsächlich die ihnen von der Natur auferlegen letzten Schwächen überwunden gelernt haben.

Wie viel beide daraus machen, steht dann wieder etwas auf einem anderen Blatt. Raiser of Gales fand ich doch sehr spannend und interessant, zumindest bis es dann letztendlich zur großen Auflösung am Ende kam, die leider doch das auf der Hand Offensichtliche war, während ich gehofft hatte, mit meiner direkt ersten Vermutung daneben zu liegen. Allgemein finde ich das Finale etwas mehr als dämlich, aber wie gesagt, alles davor war eigentlich recht spannend.

Demon Deathchase fand ich hingegen am Ende am Besten. Das kann aber auch daran liegen, dass dies komplett anders als der Film ist, während der Rest, wenn auch mit leichten Veränderungen aufwartend (das beauftragende Dorf ist bereits zu Vampiren gemacht worden, die Marcus-Brüder vergewaltigen ihre Schwester) doch mehr oder minder ähnlich im Film wiedergegeben wurde. Die Verfolgungsjagd ist immer noch recht spannend, aber eben von mir schon bekannt, das Highlight war also tatsächlich das wesentlich fiesere Ende, welches hier geboten wird.

Insgesamt muss ich sagen, dass die nächsten beiden Bücher schon einen Deut besser geschrieben sind, als dies das erste noch war. Leute ändern ihre Stimmung nicht ständig nach Plot Convenience, die Erklärungen um die Welt sind geschickter eingebunden, der Schreibstil ist mehr aus einem Guss, und die Geschichte wird nicht mit Nebengeschehen und -charakteren verwässert.

Bestehend bleibt das Problem D selbst, welches wahrscheinlich die Reihe über sich auch nicht ändern wird. Der Kerl ist langweilig und viel zu mächtig, um sich je viel um ihn oder seinen Gewinn zu scheren. Es ist klar, dass er alles mit Leichtigkeit besiegen wird, selbst als er in Demon Deathchase von einem Sonnenstich ausgeschaltet wird (was zumindest uns um den Verbleib der anderen Charaktere mal was scheren lässt, weil wir nicht wissen, wie lange es dauert, bis er erneut als Deus Ex Machina den Retter aus dem Dunklen für sie spielen kann), wird uns direkt gesagt, dass ihm das nur alle Jubeljahre mal geschieht. Und obwohl D in Raiser of Gales so gesprächig wie nie ist, ist er eine viel zu coole Sau, um uns wirklich was über sich zu sagen… abgesehen davon, dass er Daddy Issues hat, weil er im Schatten von Dracula Himself leben muss. D als Charakter ist mir einfach etwas zu toll, und zu perfekt, und ich könnte auch ganz gut damit leben, wenn nicht in jedem Buch das Hauptmädel unsterblich sich in ihn verlieben würde, während uns alle drei Seiten gesagt wird, was D für ein Zuchthengst von einem Supermodel ist.

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