The Wonderful Wizard of Oz

ava-1486Es ist soweit, ein weiterer Klassiker der Kinderliteratur ist von mir gelesen worden, über hundert Jahre nach seinem Release, und nachdem ich so weit von einem Kind entfernt bin, wie nie zuvor. Nach Alices Adventures in Wonderland nun also The Wonderful Wizard of Oz, beide durch Adaptionen um je ein Wort weniger im Titel bekannt.

Als Buch für Kinder und von 1900 ist es natürlich schrecklich kurz, die einzelnen Stationen der Reise von Dorothy, die durch einen Wirbelwind mit Hund Toto in Oz landet; auf Vogelscheuche, Zinnmann und Löwen trifft; von Oz geschickt wird, die Böse Hexe zu erlegen, nur um herauszufinden, dass er ein Betrüger ist; und dann durch die Schuhe, die sie direkt bei ihrer Ankunft im magischen Land bekam, doch wieder nach Hause findet; sind alle schrecklich kurz gehalten. Auf die Hexe treffen, von ihr versklavt werden, und eher zufällig ihre Schwäche für das Wasser zu entdecken, und mit jener zu besiegen, wird beispielsweise in einem Kapitel über die Bühne gebracht.

Doch ist das Ding ganz wie Alice überraschend launig geschrieben. Die Art und Weise wie jene Charaktere, die alle so ein wenig wie Kleinkinder zu denken scheinen, miteinander agieren und aufeinander aufbauend Dialoge hin und her werfen, ist einfach absolut goldig. Auch das Land von Oz an sich ist recht interessant geschrieben. Wenn alle zur Smaragdstadt kommen, dann aber vor dem Durchschreiten der Mauer grüne Sonnenbrillen aufziehen müssen, weil Oz die Einwohner davor warnt beim direkten Blick auf die Edelsteine würden sie erblinden, muss man schon etwas schmunzeln – sowohl über den Einfallsreichtum des Trickbetrügers, sowie das eine ganze Nation darauf reinfällt.

Ach ja, und wie ich es im Musical so clever fand, dass das Opening in der realen Welt in Schwarz-Weiß gehalten wird, während das magische Land kontrastierend dann in Farbe ist? Genau so wird es tatsächlich auch hier im Buch beschrieben, die fröhliche Dorothy mit ihrem Toto als einzigen Farbklecks im Alltagsleben auf der ärmlichen Farm, mit den Wetter- und Arbeitgezeichnetten Onkel und Tante, eben alles Grau in Grau beschrieben. Aber so schön Oz dagegen auch ausschauen mag, so magisch das Land ist, wie sagt Dorothy so schön, es ist eben „no place like home“, eine kurz beiseiten eingeworfene Zeile, die vom Musical gekonnt erkannt und zur Ikone erhoben wurde.

Was übrigens ganz interessant ist, ist das kurze Vorwort des Autors, der meint die Moderne brauche neue Kinderfabeln a la Grimm, aber eben ohne jenen düster-moralischen Hammer, mit dem man damals Kindern das Fürchten vor dem alleinigen Gang in den Wald, oder die Interaktion mit Fremden lehrte. Oz solle nur unterhalten, nicht auch lehren. Denn da auch Kinderbücher aus den erfahrenen Köpfen Erwachsener stammen, ist es fast unmöglich nicht zumindest gewisse Werte einzubauen, ob man sich dies nun vornimmt oder nicht. Und gerade Oz bringt Kids bei mehr Selbstvertrauen zu haben, mit Löwen, Zinnman und Vogelscheuche, die bereits besitzen, was sie denken zu missen, und nur auf ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen lernen sollten.

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