Zeiramming!

ava-1481Das erste Mal von Zeiram überhaupt gehört habe ich damals über die Anime-Serie, durch die ich so nebenbei mitbekommen habe, dass es da ältere Filme gibt, auf denen sie basiert. Ich machte mir jedoch nie die Mühe, jene zu schauen. Allerdings sind die beiden wohl kleine Kult-Klassiker was Low-Budget SciFi-Horor aus Japan angeht. Solange ich noch nicht tot bin, ist natürlich immer Zeit was nachholen zu können, so geschehen nun wenig überraschend mit den Filmen eben.

Der erste Zeiram ist dabei wirklich sehr schlicht aufgebaut. Zeiram ist seinem Space-Gefängnis entkommen und auf dem Weg zur Erde. Kopfgeldjägerin Iria und ihre Computer-AI Bob haben den Auftrag angenommen, ihn wieder zu fangen. Da die Erde dummerweise ein bewohnter Planet ist, müssen sie dafür eine Schutzzone aufbauen, die sozusagen in paralleler Dimension der Stadt angesiedelt ist, in die keine Lebewesen eindringen können (wer X von Clamp kennt denke einfach mal an deren Bannkreise, wodurch sie auch mitten in Tokyo kämpfen können, ohne dass es eine Auswirkung auf die Bevölkerung hat). Dummerweise sind zwei Arbeiter des E-Werks auf den Weg zu investigieren, warum in einer abgelegenen Fabrik Strom gezapft wird, und geraden so durch einen Teleport zusammen mit Iria in die Kampfzone gegen Zeiram.

Der erste Film ist ein wenig so-so, durchaus ziemlich sympathisch, aber nicht immer super spannend. Seltsam wäre beispielsweise, dass man erwarten würde, hier coole Kämpfe Iria vs. Zeiram geboten zu bekommen, aber das Mädel ist tatsächlich nur in den Anfang und das Ende involviert, dazwischen wird sie aus der Kampfzone geschleudert und muss erst Mal einen Weg zurück finden, wodurch einen Großteil des Filmes die beiden menschlichen Idioten ausmachen, die Kopflos vor Zeiram fliehen. Zugegebenermaßen sind die Kerle nicht komplett unnützes und nerviges Comic Relief, sondern sogar recht erträglich, aber ich war doch überrascht, nicht so viel Action geboten zu bekommen, wie ich reingehend erwartet hätte. Dafür ist das Design echt cool, mit dem großen Pilzköpfigen Zeiram, der in Wirklichkeit eigentlich die unheimliche No-Maske oben drin ist, und so einige coole Transformationen durchmacht, wenn er besiegt erscheint, aber doch weiter vordringt. Die Effekte sind eben wegen dem fehlenden Budget nicht immer die besten, besonders die fehlende Glaubwürdigkeit der Interaktion mit dem Stop-Motion Zeiram gegen Ende und den anderen Charakteren, aber ein stimmiges Design und coole Atmosphäre machen das weitestgehend wett. Und die sehr unerwartete Musik gibt dem Film definitiv seinen eigenen Stil. Trotz Makel also durchaus mal sehenswert.

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Drei Jahre später bekam der Kulthit also ein Sequel, welches auch genauso viele Jahre später angesiedelt ist. Kamiya ist immer noch ein Tunichtgut und lebt von seiner Frau getrennt, Teipei hingegen steht kurz vor der Heirat. Von Iria haben sie wenig bis gar nichts mehr gehört, allerdings hat jene die Erde zu ihrer Basis gemacht, von wo aus sie ihren Aufträgen nachgeht. Diesmal sogar mit einem Partner, der ihr aber in den Rücken fällt, um selbst an das Artefakt zu kommen, das gestohlen wurde, und welches Iria zurückholen soll. Netterweise hilft ein neuer Zeiram ihr aus der Patsche, denn da der so ein toller Bio-Roboter war, hat man einfach einen neuen gebaut, in der Hoffnung seine Stärke nutzen zu können. Dauert dann auch genau 5 Minuten, bis das Ding anfängt Amok zu laufen.

Was dann kommt, ist dem ersten Film gar nicht so unähnlich, so wird erneut Iria mit Zeiram, Teppei und Kamiya in eine Kampfzone geschlossen und versuchen einen Weg hinauszufinden, ohne vorher von Zeiram umgebracht zu werden, ja möglichst ihn selbst unschädlich zu machen.

Manche Dinge macht Zeiram 2 leicht besser, manche leicht schlechter, viel ist gleich geblieben. Wir haben immer noch das coole biologisch-mechanische Design, immer noch den freakigen Parasiten mit dem schönen Frauengesicht und den Babylauten, immer noch ungewöhnlich-aber-tolle Musik. Nur diesmal mit mehr Budget und einem Zeiram, der in seiner ursprünglichen Soldatenform bleibt, die ihn auch wesentlich beweglicher für die Actionszenen macht – von denen es mehr und vor allem mehr mit Iria gibt. Leider geht die bessere Action und die höhere Anzahl an Special Effects ein wenig auf die Atmosphäre des Vorgängers und die coolen Mutationen bleiben eben auch weg. Die Freundschaft zwischen Iria, Kamiya und Teipei ist ziemlich niedlich, jedoch ihr neuer „Partner“ genau der nervige Sidekick, von dem zu befürchten war, dass die anderen beiden dies im ersten Film wären. Von daher gleicht sich eigentlich alles so ziemlich aus und auch Zeiram 2 ist ein sehenswertes Stück pulpiges Japankino, aber eben kein Muss.

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