Moonlight Attractive Attack!, or Watching Pretty Guardian Sailor Moon

ava-1468Ja, diesmal ist es kein Rewatch, da die Serie bisher etwas an mir vorbei ging. Von ihrer Existenz wusste ich schon, ich glaub ich habe damals, als die Fansubs anfingen, sogar mal die ersten zwei oder drei Folgen geschaut, aber dann wieder vergessen. Es gibt einen Grund, warum ich warte, bis ganze Staffeln einer Serie ausgestrahlt/gesubbed sind, bevor ich anfange. Egal, jedenfalls wurde ähnlich zum 20-jährigen Jubiläum bereits zum 10. ebenfalls eine neue TV-Serie angekündigt – nur nicht Anime, sondern Live Action! Genau genommen weniger überraschend, als es zunächst scheint, scheint doch seit dem neuen Millennium jede dritte Realserie oder Film auf einen Manga/Anime zurückzugehen.

Manche davon sind sogar recht gut, wie 20th Century Boys (dessen Thematik sich für Live Action aber auch besser anbietet), oder das durchaus auch brauchbare Mushi-shi und Jigoku Shoujo, sowie das spaßige Yatterman. Ebenfalls überraschend launig, und etwas näher an Sailor Moon dran, war Cutie Honey: The Live.

Für mich funktioniert Pretty Guardian Sailor Moon allerdings mal überhaupt nicht. Von Beginn an war ich etwas verstört, und daran konnte ich mich auch nur extrem langsam gewöhnen. Gut das es ganze 49 Folgen gibt, um dies zu tun.

Wer es durch die Pre-Titel-Sequenz mit dem lächerlichen Sparring zwischen Sailor V und Tuxedo Mask schafft, ist schon hart. Wer es dann anschließend noch durchs Opening schafft, härter. Richtig hardcore Fans sind jene, die selbst nach der Karaoke-Szene noch da sind. Und dann nach der ersten Verwandlung. Es kann zumindest keiner behaupten, nicht nach der ersten Folge schon die volle Dröhnung Schröcklichkeit abgekommen zu haben. Wer dran bleibt ist selber schuld sozusagen.

smoon18

Das wird auch zunächst alles nicht besser, ich persönlich hätte beinahe bei Folge 17 aufgeben, die wohl am schlechtesten geschriebene in einer schlecht geschriebenen Serie. Hier ist Mars in Höchstgefahr, allein kämpfend gegen einen Youma. Alle anderen Mädels machen sich auf den Weg, doch dann sieht Usagi ihren Möchtegern-Boyfriend Mamoru mit einer anderen, und ist am Boden zerstört. Und alle drei Mädels gehen wieder heim, Mars komplett vergessend. Zum Glück kommt ihr Venus zur Hilfe, die anschließend aber auch nur grundlos arschig ist, zudem sehen wir sie hier zum ersten Mal transformieren, und die Sequenz von Venus ist das dümmste, was man in der Serie zu sehen bekommen wird, was schon was heißen mag.

Die Sache ist die, Sailor Moon ist einfach so ausgesprochen ANIME. Es ist schwer einen solchen Stoff in Live Action umzusetzen und so richtig versuchen tut es Pretty Guardian auch gar nicht, sondern ist volle Dröhnung Anime mit echten Schauspielern, was einfach einen Fremdschämfaktor hat, dem nur wenige wiederstehen können werden. Die schlechten Perücken, nicht richtig sitzenden Kostümchen, miserabel choreographierten Fights, mäßige Kameraführung, lächerlichen CG-Einlagen, und durchweg unterdurchschnittliche Schauspiel (inklusive lauter Anime-Soundwords und –Manierismen, die künstlicher nicht sein könnten)… irgendwo ist sich die Serie selbst gewahr, dass dies hier alles irgendwo doof ist, aber wie doof wohl doch nicht ganz. Es hilft natürlich nicht, dass das Ding mittlerweile zehn Jahre alt ist und man somit heutzutage auf Youtube besser und professioneller aussehendes Fanwork zu sehen bekommt.

Ach ja, und Moonlight Densetsu läuft übrigens für keine einzige Sekunde! So ikonisch wie der Song ist, sollte man meinen, er wäre irgendwo untergebracht, immerhin hat selbst die letzte Animestaffel ihn noch schnell über die finalen Credits eingespielt. Besonders tragisch, da das Opening von Pretty Guardian nicht sonderlich gut und alle Songs von Minako (sie ist in dieser Version ein Idol), die zum Erbrechen zu hören sind, absolut schrecklich sind.

Ich glaube tatsächlich, wenn das hier ein Anime gewesen wäre, hätte ich es etwas besser leiden können. Als Anime schluckt sich sowas eben einfach leichter (denn die Anime-Serie IST natürlich auch ein wenig blöde). Zumindest in der zweiten Hälfte, wenn die Serie doch etwas besser wird, und ich mich natürlich auch an den ganzen Blödsinn klimatisiert hatte.

smoon19

Denn in der nun dritten Version der ersten Story Arc gibt es doch wesentlich mehr Charakter, so sehr, dass dies hier einen ziemlichen Touch von Power Rangers meets Daily Dorama hat. Die vier Generäle Beryls haben auch hier die Hintergrundgeschichte, eigentlich Endymion untergeben zu sein, und einige erinnern sich im Verlauf auch daran und gehen dann ihrer eigenen Agenda nach. Beryl selbst will den Planeten eigentlich nicht an Metalia geben, sondern nutzt deren Macht nur für ihre Zwecke. Minako ist krank und hat nicht mehr lang zu leben, weswegen sie sich von allen am Stärksten in ihre Mission stürzt. Ami wechselt kurzzeitig zu den Bösen. Rei hat hier ihre Vaterprobleme – leider eine der schlechtesten Charaktersubplots der Serie. Sie wirft ihm vor ein beschissener Vater zu sein, weil jener selbst am Sterbebett der Mutter nicht auftauchte, da er mit seiner Arbeit so beschäftigt war. Woraufhin er nur meint, dass dies genauso war. Nur in Japan gilt dieser Konflikt anschließend auf dem Weg der Besserung, weil ein erwachsener Mann zu seiner Tochter sagt „Deine Mutter konnte auch ohne meine Hilfe sterben, ich musste arbeiten!“. Auch spielt die Serie sehr stark auf Schicksal und frühere Leben an, und sich nicht darin gefangen zu lassen, sondern dem Teufelskreis zu entkommen. Ja, es gab sogar eine überraschende neue Richtung dahingehend, wodurch Metalia neue Macht verliehen bekommt, und was damals Erde und Mondkönigreich zerstört hat, welches ich hier nicht spoilern werde.

Es gibt hier also tatsächlich Dinge und Ansätze, die man mögen können würde, gerade die zweite Hälfte der Serie ist stärker, als die saublöde erste Hälfte. Doch durch die lächerliche Optik, das abgrundtief schlechte Schauspiel, eben dem ganzen Look und Feel von Pretty Guardian Sailor Moon war ich nie wirklich genug ins Geschehen investiert, um mich sonderlich viel zu scheren.

Übrigens hat auch diese Serie Specials zu bieten. Act Zero ist ein Prequel, das tatsächlich quasi direkt vor der ersten Episode spielt, und das Erwachen von Minako zu Sailor V zeigt, sowie zwei kürzere Nebengeschichten ans Ende setzt. Der Special Act dann findet vier Jahre später statt und ist das Heiratsspecial von Usagi und Mamoru. Damit lässt sich natürlich keine ganze Stunde füllen, also zerstreiten sich die beiden, weil Mamoru den ewig nervtötend-fordernden Ton von Usagi wohl doch mal leid geworden ist, nur um sich natürlich doch ihrer Liebe wieder bewusst zu werden, nachdem das Froschgesichtige Idol, welches im letzten Seriendrittel kurz Terror gemacht hat und dann nur noch unwichtig im Hintergrund rumhängen durfte, sie auf die Probe stellt. Erstaunlich, dass Special Act die gleiche Laufzeit wie die Anime-Movies aufweist, kommt einem der Mist doch so viel länger vor.

Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: