Save the Homeland

ava-1444Harvest Moon ist eines jener Konzepte, in denen bei voranschreitender Serie nicht unbedingt viel Neues gemacht wird, nicht ohne gleich quasi eine ganz neue Serie a la Rune Factory zu erschaffen zumindest. Das sieht man gerade an den ersten Teilen, so sind die Gameboy-, N64-, und PSX-Spiele im Prinzip aufgestockte/abgespeckte Versionen des SNES-Originals. 2001 auf die nächste Konsolengeneration aufspringend haben die Macher dann aber doch experimentiert und mit Save the Homeland ordentlich am Status Quo gerüttelt. Mit dem Ergebnis eines der am wenigsten besprochenen Teile der Serie zu produzieren – bei uns nicht dadurch geholfen, dass es eines der wenigen HMs ist, die Europa nie erreicht haben (for Girls Upgrades ausgenommen).

Verpasst haben wir aber absolut nichts. Save the Homeland nimmt das Augenmerk weg von der Farmarbeit und legt es gen Charaktere und Handlung. Man muss sich dabei daran erinnern, dass in 2001 alle anderen Harvest Moons keinerlei Handlung hatten, sondern nur die Zielvorgabe „Bring die Farm in 2-3 Jahren in Ordnung“, während die Befreundung der Charaktere auch abgesehen von der Heirat nichts mit sich brachte. Save the Homeland hingegen hat eine richtige Storyline. Erneut ist ein Großvater gestorben, der unserem Jüngling seine Farm vermacht hat. Die liegt allerdings auf einer Insel, die von einer Firma für den Bau eines Vergnügungsparks genutzt werden soll, was das Einstampfen des Dorfes bedeuten würde.

Dies zu verhindern gilt es nun, und das gerade mal innerhalb eines Jahres. Schaffen kann man das auf 9 verschiedene Arten, häufig durch das Gewinne eines Contests, oder Auffinden einer seltenen Tierart. All die geschieht im Prinzip, in dem man sich mit den richtigen Charakteren anfreundet, um die entsprechenden Cutscenes zu triggern – hier und dort muss auch mal ein Gegenstand erworben werden. Wie alle Vertreter ist auch dieses Harvest Moon bestechend einfach, wer weiß was zu tun ist, kann innerhalb eines halben Jahres bereits eines der Enden bekommen. Der Clou an der Sache ist, dass Save the Homeland eine New Game + hat, einen anschließend wieder an den Beginn des Jahres setzt, aber mit dem Fortschritt auf der Farm intakt, so dass man all diesen Aufbau nicht erneut machen muss, sondern sich aufs nächste Ende konzentrieren kann.

Nicht, dass es dort viel aufzubauen gäbe. Denn wegen des Fokus auf der Handlung und der kurzen Spielzeit von höchstens einem Jahr, ist alles mehr als zurückgenommen. Es gibt keine Feste, keine Heirat (schade drum, denn es rennen ein paar echt niedliche Mädels rum). Feldfrüchte gibt es nur 4 verschiedene Arten, die in allen drei Jahreszeiten wachsen. Je 6 Hühner und Kühe können in die schon bestehenden Ställe gesteckt werden, Hausaubauten gibt es 2 (ein Küchenanbau und eine Hundehütte). Und erneut ist das einfach zu erhalten, gerade da die meisten Enden gar kein Kapital verlangen, sondern nur das Befreunden der richtigen Dorfbewohner. Ich hatte im ersten Herbst bereits das volle Kontingent an Tieren, sowie beide Hausaubauten.

Und das macht das Spiel durchaus langweilig. Zunächst fand ich es nämlich mal ein interessante, andere Herangehensweise und durch die Kürze der Tage ging es auch schnell voran. Aber wenn man dann eben nach einem halben Jahr alles gekauft und alles gesehen hat, bleibt nichts mehr. Gerade in besagter NG+ hat man dann von Beginn an alles, mehr Kapital, als die weiteren Enden benötigen, und langweilt sich eigentlich nur noch in den Tagen, die zwischen zwei Storycutscenes vergehen müssen. Man fühlt sich ein wenig wie ein Beta-Tester eines unfertigen Spieles, das durchaus schon komplett spielbar ist, bei denen aber eben viele Funktionen wie Feste, Heirat, und mehr Möglichkeiten auf der Farm noch nicht implementiert sind. Der große Rucksack, der nun Stacks zu 99 aufnehmen kann, und mehr Slots hat, als das Spiel an Werkzeugen und Gegenständen überhaupt besitzt, unterstreicht jenes Gefühl noch mehr.

Übrigens definitiv auch kein Freund war ich von der Tatsache, dass es hier keine Verkaufsbox gibt, sondern man seine Produkte selbst in die Läden bringen muss. An sich ziemlich egal, nur fand es jemand witzig, dass jeder einzelne Laden des Dorfes andere Gegenstände kauft. Und das scheinbar sehr random. Der Supermarkt kauft die meisten Wildfrüchte und Feldfrüchte, aber keine Eier, obwohl er sie verkauft. Eier kauft die Villa. Milch kauft unerfindlicherweise der Werkzeugladen, Pilze und Nüsse nur das Cafe. Sich zu merken, wer was kauft und die ganze Insel abzulaufen, nur um auch alles loszuwerden, wird mit der Zeit doch leicht nervig.

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: