007 Sunday – Licence to Kill

ava-1439Mit Licence to Kill kommen wir zum zweiten und schon letzten Film, der Timothy Dalton in der Rolle des Bonds hat, bevor die Serie eine überraschend lange Pause von sechs Jahren einlegte, bis Pierce Brosnan in den Anzug schlüpfte.

Der Film startet mit Bond als Trauzeuge bei der Hochzeit seiner beiden BFFs, was natürlich bedeutet, dass beide zu sterben haben. Und wer hätte es gedacht, der Drogenbaron, den beide just an dem Tag gefangen haben, und der auch noch direkt wieder ausbrechen konnte, lässt direkt parallel dazu die Braut umbringen und den Bräutigam Krankenhausreif machen.

Bond plant also Rache, gerät dabei aber an M, der ihm ganz andere Aufträge erteilt hat, und Bond die laufenden Missionen um Drogenbaron Sanchez nicht stören sehen will. Bond sagt dazu nur „STFU“, woraufhin M ganz „GTFO und deinen Lizenz zum Töten kannst du auch vergessen“ ist. Bond taucht unter und verfolgt nun Sanchez in dessen korrupten Paradiese südlich der USA-Grenze.

Ich wünschte wirklich, die Bonds wären 30 Minuten kürzer. Das würde wirklich viel helfen Stringenz in die Sache zu bringen, gerade bei den Dalton-Filmen, die eben wesentlich geradliniger, bodenständiger und ernster sind. Hier gibt es immerhin eine wirkliche, direkte, nachvollziehbare Handlung, die nicht durch tausend Kleinigkeiten verwässert wird… sondern nur durch ihre überstrapazierte Spielzeit.

Ich mochte also Licence to Kill auch ganz gern, gerade auch weil Bond hier etwas fehlerhafter ist, der Film seine tote Frau ausnahmsweise mal wieder erwähnt, und ihm einen weiteren, ganz eigennützigen Rachefeldzug gibt, dabei sogar fragend, ob das denn überhaupt OK ist – denn Bond sprengt nicht nur ein Mal die Aktionen anderer Agenten, die seit Jahren Sanchez niederbringen wollen. Ich hätte da fast ein etwas fieseres Ende bevorzugt, bei dem Bond einsehen muss, dass er für seine Rache vielleicht zu viel geopfert hat, in dem sein Love Interest stirbt, weil er damit beschäftigt ist, Sanchez um die Ecke zu bringen o.Ä. Ihn halt einfach was ob seiner Scheuklappenvorgehensweise verlieren zu lassen. Stattdessen bekommt er das Mädchen und selbst sein BFF ruft ihn aus dem Krankenhaus an und ist total „Pfft, wer braucht schon Beine oder eine Ehefrau, wir gehen einen spaßigen Angeltripp machen!“

Außerdem hat der knuffige Q hier eine etwas expandierte Rolle und Bond ist nicht unprovoziert das absolute Arschloch zu ihm. Das gibt natürlich Pluspunkte.

Bond Girl: Taliso Soto ist die hübsche Dekoration an Sanchez Seite, die Bond den Film hindurch immer mal wieder hilft, und auf deren Konto nach einer komplett fehlplatzierend Liebeserklärung ihm gegenüber die seltsamste Szene des Filmes mit sich bringt. Alles, damit es etwas mehr Spannung gegenüber Love Interest Carey Lowell gibt, die CIA-Agentin, die eines auf Independent Woman machen darf.

Bond Bösewicht: Robert Davi spielt Sanchez und scheint wie geboren in der Rolle des eiskalten aber doch immer mal wieder temperamentvollen lateinamerikanischen Drogenbarons.

Bond Himself: Ich mag die Filme mit dem etwas fies-ernsteren Bond gegenüber dem kindisch-humorigen. Dalton spielt die Rolle auch weitestgehend gut, bricht dann aber doch in der Eröffnungs- und Endszene, wenn nach Emotion gefragt wird, etwas ein. Langsam glaub ich es liegt echt an der Rolle, dass so viele hochprofilierte Akteure in den Bond-Filmen immer wieder Hänger im Schauspiel zeigen.

Action: Jede Menge vorhanden, allerdings erneut etwas bodenständiger und ernster. Was durchaus zum Film passt. Jedoch warte ich ehrlich gesagt immer noch auf die perfekte Ehe der beiden Bond-Schema: Ein ernster, fieserer Film wie die Daltons und OHMSS, aber mit dem Spektakel und Feuerwerk an Action/Special Effects der dümmlicheren Filme.

bond1989

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