007 Sunday – The Living Daylights

ava-1432Ich war ja etwas freudig endlich in die 90er und zu den Brosnans zu kommen, weil mir ein aktualisierter Bond vielleicht doch besser gefällt… und dann ist mir eingefallen, dass es vorher ja noch den Lückenbüßer Dalton in zwei 80er-Bonds gibt. Mal schauen, vielleicht haben wir ja einen zweiten On Her Majesty’s Secret Service, der besser war, als die Filme mit den zwei groß-etablierten Bond-Darstellern.

Bond ist auf Auftrag dem Ex-KGBler Koskov bei der Flucht zu helfen, währenddessen er auch eine schöne Scharfschützin entdeckt. Als Koskov dem MI6 erzählt, dass der neue KGB-Oberster Pushkin eine Operation zur Ausschaltung von Spionen wieder aufleben lässt, gefolgt vom Mord an 00-Agenten und der Entführung von Koskov, drohen die Ost-West-Verhältnisse wieder zu vereisen.

Bond macht allerdings erst Mal die Scharfschützin ausfindig, die sich gar nicht als solche herausstellt, sondern eine Cellistin und Freundin von Koskov ist, die nur so tun sollte, als würde sie auf ihn schießen, um dessen Geschichte glaubwürdiger zu machen. Denn eigentlich steckt Koskov mit dem Waffenhändler Whitaker zusammen, die nicht nur in Waffen, sondern auch Drogen aus dem mittleren Osten handeln.

Tatsächlich hat mich The Living Daylights an On Her Majesty’s Secret Service erinnert. Nicht nur, weil wir hier einen neuen Bond zum ersten Mal erleben, ein wesentlich jüngeres Exemplar denn der Vorgänger, sondern auch weil es wesentlich ernster und bodenständiger ist. Den Kitsch einiger Filme der 60er/70er haben wir ja schon lang nicht mehr, aber der Sinn für Humor in den Filmen, der in den Moors stärker wurde, war mir immer etwas zu infantil und slapsticky. Ich hab nichts dagegen, wenn Bond mal einen Oneliner raus lässt, oder hier und dort die Situation etwas aufgelockert wird, aber zu einem Spionage-Action-Streifen um einen britischen Superagenten würde IMHO schwarzer Humor wesentlich besser passen als das, was uns die Bonds teilweise lieferten.

Auch ist die Handlung diesmal wesentlich geradliniger und einfacher zu folgen, statt sich unnötig an zusätzlichen Sachen aufzuhängen, die einen nur rätseln lassen, worum es jetzt noch mal genau ging. Die klassische Geschichte um eine Drittpartei, die die zwei Weltmächte gegeneinander ausspielen will, funktoiniert sowieso immer und ich mag sowieso, dass die KGB-Obersten immer recht sympathisch portraitiert werden, statt in das übliche „Russkis sind alle böse“ der Kaltkriegszeit zu verfallen. Da wäre es auch ganz nett gewesen, wenn der Filme nicht die üblichen 2 Stunden + hätte, was den simpel gestrickten Plot wesentlich effektiver machen würde, aber man kann eben nicht alles haben.

Bond Girl: Diesmal nur eine einzelne, nicht mal bei den Bösen ist eine hübsche Dame, die deswegen unweigerlich zum Girl wird. Maryam d’Abo ist die perfekte Ostblock-Schönheit, aber mal wieder ein Bond Girl, das eher blass bleibt und zum Accessoire verkommt.

Bond Bösewicht: Ich mochte alle drei eigentlich. Koskov ist überschwänglich und kommt deswegen mehr amerikanisch denn russisch rüber, aber immer recht amüsant, wenn er im Bild ist. Whitaker ist ein größenwahnsinniger US-General, der von Diktatoren besessen ist. Unterling Necros ist eine coole Sau, und ein enorm feines Stück Mann.

Bond Himself: Es ist natürlich schwer zu sagen ob ich Timothy Dalton tatsächlich mehr mag, weil er der bessere Bond ist, oder weil mir die ernstere Richtung dieses Filmes besser gefällt. Ich mag den reservierteren Charakter in diesem Film zumindest, sowie Dalton definitiv ein besserer Schauspieler ist denn Moor es je war.

Action: Hier gibt es nicht ganz so viele große Action, da man sich wieder mehr auf die Spionage und das Töten aus dem Schatten besinnt, was ich durchaus passend finde. Das Finale im mittleren Osten dreht dafür ordentlich auf.

bond1987

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