River King: Mystic Valley

ava-1431Genau zehn Jahre nach dem ersten Handheld-Eintrag zu Legend of the River King erschien auf dem Nintendo DS River King: Mystic Valley, in Japan bereits der 9. Eintrag in die Reihe, bei uns nach zwei GBC-Spielen und einer PS2-Version erst der vierte. Hier in Europa wie der große Konsolenbruder in Harvest Fishing umbenannt, um die Anhänger der Bauernsimulation aus gleichem Hause zu fangen. Ich bin ja nicht unbedingt ein Freund des GB-Teiles gewesen, aber in zehn Jahren kann sich natürlich viel ändern, also hab ich spontan der Serie noch mal eine Chance gegeben.

Das Layout ist grundsätzlich zunächst mal gleichgeblieben: Unsere Schwester ist an magischer Narkolepsie erkrankt und das Verspeisen des River Kings die einzige Möglichkeit, dies zu heilen – auch wenn uns mal wieder keiner genau sagen kann, wie dies zusammen hängt. Auch weiß keiner so genau, wo besagter Superfisch ist, also müssen wir uns auf eine Reise durch die angrenzenden Gebiete begeben, bis wir den See gefunden haben, in dem er haust. Erneut gibt es in jedem Gebiet einen NPC, der ein Problem hat, oder uns eine Wegsperre beseitigen könnte, uns aber erst dann weiter lässt, bis wir seinen Auftrag erfüllen. Alles natürlich verbunden damit, eine gewisse Anzahl einer Fischart oder einen in bestimmter Größe zu fangen etc. Wir leben also mal wieder in einer Welt, in der alle Probleme mit Angeln gelöst werden können.

Und übrigens in einer ziemlich japanischen Welt, neben menschlichen NPCs treffen wir nämlich auch auf einen Kappa, eine Nekomata, einen Oni, und eine Nue, außerdem schließen sich drei Geistertierchen an, die zu Kitsune, Tanuki und Tengu heranwachsen. Diese drei sich anschließenden Partner haben, nachdem man sich an Fischnahrung großgezogen hat, helfende Spezialfähigkeiten (Kitsune heilt die Stamina fürs Angeln, während Tanuki und Tengu einen an sonstig unerreichbare Orte bringen, die nahe den selteneren Fischen sind).

Die erste Verbesserung gleich zu Beginn ist, dass das aufgesetzte RPG rausgeworfen wurde. Keine Level mehr, keine Kämpfe gegen Wildtiere mehr. Hat eh nur genervt. In River King DS wird geangelt und mehr nicht. Oder fast nicht, denn an gewissen Harvest Spots können noch ein paar Käfer und Pflanzen gesammelt werden, um neben dem Fischlexikon noch weitere Kollektionen zu haben. Genug einer Sorte eingetauscht können sogar Karten von ihnen eingesteckt werden. Viel bringen die nicht (abgesehen Verkauf und ein Sidequest), aber es gibt den OCDlern was zu tun – denn wer strack durchs Spiel geht kann erneut gut in einem Wochenende durch sein, da lässt sich natürlich mehr Zeit rausschlagen, wenn neben den 100+ Fischarten jene Spezies auch je X Mal gefangen werden müssen, um die Sammelkarte abzustauben.

Das Angeln ist jetzt auch eine Ecke angenehmer ausgefallen. Da die technischen Beschränkungen des GameBoys wegfallen, sind die Schatten der Fische beispielsweise schon sichtbar, bevor die Rute ausgeworfen ist, so dass man sich gleich einen geeigneten Fleck aussuchen kann. Zudem beißen die Fische nun schneller und sind ihn ihren Ködern weniger spezialisiert. Auch gibt es kaufbare Gegenstände, die das Auftauchen seltener Fische erhöhen können, damit es eventuell nicht ganz fünf Stunden dauert, bis man den fürs Quest nötigen an der Angel hat.

Gefischt wird eigentlich (fast) wie bisher: Angel auswerfen, warten bis ein Fisch anbeißt, einholen und es geht in den Tauzieh-Bildschirm. Hier nun die Leine einholen, wenn der Fisch schwächelt, Leine lassen, wenn er stark gegenzieht. Nur das jetzt alles Touchscreen only – dessen von Natur aus verzögert-ungenaue Eingabemethode wohl der Grund ist, warum die eh nie schwer gewesenen Kämpfe mit den Fischen nun noch einfacher gemacht wurden. Gerade mit den stabileren Angeln muss bei vielen Fischen quasi gar nicht mehr darauf geachtet werden, wann sie gegensteuern, sondern können einfach so konstant eingeholt werden. Ehrlich gesagt bin ich dadurch ganz schön auf die Fresse geflogen, da den River King zu fangen dann doch etwas Finesse benötigt und ich bis dahin die Feinheiten der Steuerung gar nicht wirklich gelernt (haben musste), was so einige fluchende Versuche bedeutete, bis er an die frische Luft geholt war. Und die Methode ihn erneut auftauchen zu lassen und an den Haken zu bekommen ist durchaus aufwändig.

Um ehrlich zu sein Verband mich auch mit River King: Mystic Valley eine gewisse Hassliebe. Optisch find ich es herzallerliebst, knudellig und fabenfroh, sowie ist mir natürlich der Einschlag in die japanische Mythologie bei den Bewohnern gefällt. Die verschiedenen Fischarten zu fangen und Blumen/Käfer zu sammeln kann durchaus immer mal wieder motivieren. Aber erneut eben nur dann, wenn es zügig geht. Wenn ich dann aber für einen NPC mal wieder 5 Fische Typ X, oder Fisch Y in Mindestgröße Z fangen sollte, die Drecksviecher aber partout nicht auftauchen wollten, obwohl mit richtiger Ausstattung zur richtigen Tageszeit an der richtigen Stelle geangelt… da ist mir das nach einer gewissen Zeit auch wieder zu doof. Sicher, die River Kings sind Spiele zum Entspannen, wie echtes Fischen halt, sich einfach zurücklehnen und darauf warten, das was beißt, aber dafür bringe ich glaub ich einfach nicht ganz die Geduld mit. Im Direktvergleich hätten wir mal Harvest Moon, auch Enstpannungsgaming mit extrem monotonen Ablauf – aber eben stetigem Ablauf, ich tu ständig was auf meiner Farm, auch wenn die Arbeitsschritte immer die gleichen sind, bei River King hingegen hab ich die ständig gleichen Vorgänge plus viel tote Luft dazwischen beim Warten darauf, dass der richtige Fisch an den Haken hüpft. Als ich mir nach ner Stunde nebenbei Streams angemacht habe, ging das dann auch, River King ist halt ein Spiel, dass angenehmer ist, wenn man nur halb da ist.

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