Starlight Honeymoon Therapy Kiss!, or Rewatching Sailor Stars

ava-1423Es ist also soweit, nach 5 Jahren und 200 Folgen beendete Bishōjo Senshi Sērā Mūn Sērā Sutāzu die Anime-Umsetzung von Naoko Takeuchis Manga. Mit neuem Opening und so, was etwas seltsam ist, nach vier Staffeln des selbigen für die finale doch plötzlich auszutauschen. Na ja, ich nehm mal an man wollte die letzte große Möglichkeit nutzen, noch mal ordentlich Merchandising aus der Serie zu quetschen, da hilft eine neue Opening-Single natürlich – da ist es fast überraschend, dass die Boy Group Three Lights die ganze Serie über nur ein oder zwei Songs parat haben, stinkt nach verpasster Gelegenheit. Ich find Sailor Star Song (yup, das ist tatsächlich der Titel) gar nicht mal übel, aber wenn dann am Ende der finalen Episode über den Credits das ikonische Lied, das ich 166 Episoden lang als Opener zu hören bekommen hab, anfängt, geht’s bei mir mental dann doch „Yeah! Moonlight fucking Densetsu, motherfuckers!!“. Es ist einfach nicht Sailor Moon ohne.

Ich habe bereits früher erwähnt, dass die TV-Serie das Problem hatte, zu schnell auf den Erfolg des Mangas aufzuspringen, was häufig dazu führte, dass man drohte, dessen momentanen Stand einzuholen, was uns am Anfang von Sailor Moon R ja erst mal 13 Episoden einer Filler-Arc spendiert hatte. Sailor Stars hat ein ähnliches Problem und somit kommen die ersten 6 Folgen nicht mit der neuen Haupt-Arc an, sondern holen die Oberbösewichtin der vorigen Staffel, Nehelenia, zurück. Mit einem wesentlich besseren Ergebnis, als die Ail und An Storyline, denn das hier ist quasi ein Staffelfinale direkt zu Staffelbeginn und echt launig. Keine Monster des Tages, nur alle 9 Sailor Senshi gegen eine rachsüchtige Nehelenia, die auf einer persönlichen Vendetta gegen Sailor Moon ist. Nehelenia ist und bleibt der beste Antagonist der ganzen Serie und macht den Beginn von Sailor Moon: Sailor Stars zu einem der Serien-Highlights.

Dummerweise leidet darunter die ganze Reststaffel, denn nicht nur verliert die Serie anschießend natürlich ordentlich Drive, weil sie langsam und mit viel Filler die eigentliche Haupt-Arc beginnt, nein die Geschichte um die Sailor Wars wird auch nie ganz so interessant oder cool, wie der Kampf gegen Nehelenia. Allgemein bin ich mir unsicher, wie viel Vorsprung die 6 Folgen dem Manga wirklich gegeben haben, denn Sailor Stars ist die TV-Staffel, die sich am Stärksten von ihrem Manga-Pendant entfernt, und ganz ehrlich hatte ich häufiger das Gefühl, dass die Macher einfach nicht wussten, was sie mit diesen Charakteren überhaupt anfangen sollen.

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Allgemein bin ich kein großer Fan der neuen Charaktere, allen voran natürlich die drei Star Lights, Kriegerinnen auf der Suche nach ihrer geflohenen Prinzessin bei Nacht, eine erfolgreiche Boy Band am Tag. Kein Wunder, dass die Staffel als Einzige nie im US-TV lief, mit den gender-bending Star Lights und einer Finalepisode, in der 50% der Zeit eine 16-jährige Usagi nackt ist. Ehrlich gesagt mag ich schon alleine ihr Design nicht. Ich mein, ich seh schon, was hier versucht wurde, nämlich auf das maskulin-feminin-Spiel aufzuspringen. Im Resultat haben wir drei Charaktere mit Vokuhila und verwandelte Kriegerinnen, die ein SM-Outfit für Arme mit Short-Shorts anhaben. Kein guter Look, an niemandem, egal welchen Geschlechts. Zumal es ja nicht so ist, dass wir nicht in der Serie bereits Charaktere gehabt hätten, die als beide Geschlechter durchgehen können, ohne ihnen sowohl langes wie kurzes Haar gleichzeitig zu geben (Haruka und Zoisite vorderst). Auch als Charaktere wirken sie etwas nutzlos. Sie sind die dritte Partei der Staffel – diejenigen zwischen den Fronten, die eigentlich das richtige wollen aber wegen ihrer Vorgehensweise sich nicht den Guten anschließen (siehe auch Tuxedo Mask in Staffel 1, Chibi-Usa in Staffel 2, und die Outer Senshi in Staffel 3). Nur ging mir die Sinnigkeit dahinter immer etwas ab, und sie scheinen nur die Drittpartei zu sein, damit sie den Plot verkomplizieren. Von dem ausgemachten Blödsinn, dass sich einer der Three Lights in Usagi verguckt, fang ich lieber gar nicht erst an.

Zumal ihre Omnipräsenz ordentlich auf die Screentime aller anderen Charaktere geht. Die Outer Senshi sind nämlich auch zurück, springen aber nur mal sporadisch rein und wieder raus aus der Staffel, weil 12 Sailor Senshi doch etwas der Supergau ist. Usagis 4 Inner Senshi bekommen beispielsweise kaum noch was zu tun und auch Usagi selbst steht fast immer nur dumm dreinschauend am Rande, bis sie den Finalschlag machen kann. Die Kämpfe sind in der Serie echt immer kürzer geworden, mittlerweile nimmt das Posing mehr Zeit ein, als die Auseinandersetzung an sich. Das sieht man auch an Galaxias gehirngewaschenen Sailor Senshi, die anscheinend überhaupt gar keine Kräfte zu haben scheinen, sondern immer sofort fliehen und auch wenn sie dann besiegt werden, keinen Fight verursachen. Und was für eine Verschwendung es ist, dass Haruka und Michiru nicht häufiger auftauchen, denn die beiden haben einfach die witzig-besten Sprüche der Staffel, und das schon alleine ihre Titelmusik „class coming through“ aussagt, ist einfach herrlich. Gerade im Kontrast mit den Star Light Witzfiguren.

Natürlich gibt es auch diese Staffel wieder ordentlich zu schmunzeln, gerade wenn man mehr hinterfragt, als gut für einen ist, also quasi alles. Sailor Moons neues Kostüm mit den gigantischen Flügeln ist einfach lächerlich, so dass sich selbst die Serie an sich in Folge 184 darüber lustig macht, wenn sie sich in einem engen japanischen Haushalt  verwandelt, und ihr Pre-Battle-Posing die ganze Einrichtung umschmeißt. Außerdem liebe ich es ja, wie alle in dieser Staffel sich sofort Kampffertig transformieren, wenn sie in der Nähe jemanden schreien hören. Muss richtig peinlich sein, irgendwann mal in voller Sailor-Montur aufzutauchen, nur um festzustellen, dass sich da jemand vor einer Spinne erschreckt hat. Das absolute Highlight der Staffel sind aber die Attack-Namen. Ich mein, die waren schon immer etwas dämliches Vokabel-Bingo, von Staffel zu Staffel nur schlimmer werdend… aber Sailor Stars gibt uns Sailor Star Maker, deren Attacke – i shit you not – doch tatsächlich ein innbrünstig gerufenes „Star! Gentle! Uterus!!“ ist. Beim ersten Hören musste ich die Episode erst mal kurz zurückspulen, um sicher zu gehen, dass ich das richtig gehört habe. Da kann der durchaus auch melodramatisch-witzige Vokabelsalat „Star! Serious! Laser!!“ und „Star! Sensitive! Inferno!!“ nicht mithalten. Du weißt auf jeden Fall, dass du das Arschlochkind bist, wenn die anderen beiden Laser und Inferno bekommen, und dir gibt man Uterus. Oder ist das ein dezenter Hint darauf, dass jemand mit einem Uterus genaus gefährlich ist, wie ein Laser oder ein Inferno?

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Kommen wir nun also zum Ende und zum üblichen Disclaimer a la „Jetzt hab ich wieder viel gemeckert, aber so schlimm fand ich das eigentlich nicht“. Die Sache ist die, wenn man ein intelligentes oder erzählerisch besonders ausgefeiltes Meisterwerk schauen will, greift man eh nicht zu Sailor Moon. Sailor Moon ist niedlich, witzig, charmant, auch durchaus mal spannend und bewegend, aber eben auch etwas blöd und kitschig und nie eine Lebensverändernde Erfahrung. Und auch Sailor Stars ist durchaus schauenswert, wer 4 Staffeln und 166 Folgen mit der Serie verbracht hat, wird aber sowieso sich noch die letzten 34 geben. Besonders der Anfang ist toll, auch das Ende durchaus passabel, und zwischendrin hat man immerhin hier und dort was zu lachen. Nur ist mir in dieser Staffel eben zwischen Anfang und Ende etwas zu viel luftleerer Raum, braucht mir die Geschichte hier zu lang, um ins Rollen zu kommen, ähnlich Ail und An fehlt mir hier einfach die Magie, die die anderen Staffeln besonders macht, weswegen Sailor Stars wohl meine neue „least favourite Season“ ist. Vielleicht ist’s auch zum Teil ein wenig Burnout?

Hiermit kommt das Bloggen über den TV-Anime also unweigerlich zu seinem Ende, zumindest bis dann vielleicht doch endlich die 20th-Aniversary-Series startet. Aber Sailor-Moon-Blogging ist damit noch lang nicht rum, es warten noch 3 weitere Einträge auf euch.

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Ein Kommentar

  1. Diese Staffel lässt sich in einem einzigen Ausruf zusammenfassen: Meh.
    Sicher, Nehelenia ist ganz nett, die Animationsqualität hat sich noch einmal verbessert und Chibiusa kehrt endlich in ihre Zukunft zurück, jedoch gibt es auch viele andere negative, durchschnittliche Aspekte, die den Gesamteindruck ordentlich trüben.
    Auch ich fand zum Beispiel die Starlights einfach nur vergessenswert, wenn nicht sogar ein bisschen nervig. Besonders hat mir diese Anbendelei zwischen einem von ihnen und Sailor Moon missfallen, weil es einfach nicht gepasst hat. Ich meine, sie heult erst einmal monatelang um ihren heißgeliebten Typ, akzeptiert aber zugleich die Flirtaktionen der Starlights. Allgemein ist die Ausrede mit dem Flugzeug einfach nur billig und lässt höchstens eine Augenbraue von mir anheben.
    Genauso könnte ich mit den Antagonisten weitermachen, die mir mit Ausnahme von eben jener Nehelenia einfach viel zu blass daherkamen. Außerdem hat mir hier auch zum ersten und einzigen Mal die Tatsache gestört, dass das Potenzial der unter Gehirnwäsche stehenden Untergebenen nicht genutzt wurde. Gerade weil die eigentlich auch Sailor-Kriegerinnen von fremden Planeten gewesen sind, würde sich da etwas anbieten.
    Ich muss allerdings sagen, den neuen Chibiusa-Verschnitt wirklich niedlich gefunden zu haben, obwohl die eigentlich nur ein Wort aussprechen kann.
    Wie auch immer, irgendwann werde ich mir Sailor Moon noch einmal geben und wenn die Umstände günstig sind, werde ich auch Dementsprechendes im Blog veröffentlichen. Ich habe da schon etwas in Planung…

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