Friday the Remake

ava-1422Beenden wir diesen Monat also so, wie er angefangen hat: mit Friday the 13th. Jedoch nun im Remake von 2009, 7 Jahre nach Jason X und 29 Jahre nach dem Original erschienen. Als Reboot für die Franchise sollte er dienen, bisher haben wir aber im Gegensatz zu Halloween und Texas Chainsaw Massacre keinen weiteren Eintrag gesehen. Angemerkt sei übrigens, dass ich hier, ganz wie bei Rob Zombies Halloweens, nicht die Kinofassung geschaut habe, sondern den knapp 10 Minuten längeren „Killer Cut“.

Die Credits zu Beginn beinhalten übrigens ein „In association with Michael Bay“… boy, oh boy – 58 Sekunden im Film und ich korrigiere die Erwartungsmesslatte bereits nach unten. Stellt sich raus, dies war komplett unbegründet.

Re-Imagining ist ein weiteres nettes Re-Wort, das gern genutzt wird, wenn man etwas neu aufleben lässt, und trifft wohl den neuen Friday the 13th am besten. Das Problem, welches sich nämlich bei Friday the 13th im Gegensatz zu anderen Horrorfilm-Reihen stellt, ist, dass sich dessen Beginn von dem unterscheidet, was das Bild der Serie geprägt hat: Jason taucht erst in Part 2 auf, seine Maske trägt er erst in Part III. Leute gehen nicht in einen Re-Friday, um dann Jasons Mammi durch die Wälder morden zu sehen. Statt also den ersten Film nachzuerzählen, schnappte man sich lieber die Grundlagen der ersten drei Filme, und schnürte sich daraus den neuen.

So startet Friday the 13th direkt mit einem Mädel, das gegen Jasons Mutter kämpft, und sie enthauptet, während Jason aus den Büschen zusieht. Nach den ersten 3 Minuten ist somit das Original bereits abgeschlossen. Fast 3 Jahrzehnte später verirrt sich eine Gruppe Jugendlicher auf der Suche nach einem geheimen Marihuana-Feld in den hiesigen Wald, findet den Kopf von Jasons Mutter, trifft auf den Kartoffelsack-Jason, und wird von ihm mit einer Ausnahme, die ihn an seine Mutter erinnert, umgebracht. 25 Minuten im Film ist also der zweite Prolog und der Friday the 13th: Part 2 Teil beendet (erst hier kommt übrigens auch die Title Card).

Fast eine halbe Stunde in die 105 Minuten gelangen wir also in den Hauptteil: 6 Wochen sind vergangen, die Untersuchung ob der vermisst gegangenen Teenager-Gruppe sind im Sande verlaufen. Ein neues Grüppchen will einen Wochenendurlaub in einer Hütte am Crystal Lake machen, während der Bruder der von Jason Entführten weiterhin nach seiner verschollenen Schwester sucht. Jason findet bei einem seiner ersten Opfer eine Hockey-Maske, die ihm gefällt, und los geht’s.

Mir hat Friday the 13th (2009) wirklich sehr gut gefallen, was freilich auch daran liegt, dass ich mich durch die ganze ursprüngliche Reihe geschaut habe. Einem neuen Publikum mag der lange Prolog vielleicht sogar etwas verwirren, denn er bringt zwar alle nötigen Infos unter, es geht aber doch etwas schnell. Ich hingegen hab mich gefreut wie ein katholisches Schulmädchen über ihren ersten Vibrator, all die vielen Nods zu den ersten drei oder vier Einträgen in die Reihe zu sehen, verwoben in ein ähnliches aber doch anderes Konstrukt. Die Outline von Friday the 13th bis The Final Chapter sind sich eh ziemlich ähnlich, warum also nicht einen großen Film draus machen, der sich nur die besten Setpieces aussucht?

Und durch die Änderungen gibt es auch genug, was einen Franchise-Erfahrenen bei Stange hält, da eben doch nicht alles gleich ist. Am Interessantesten ist wohl die Wahl des Hauptcharakters. Denn am meisten Screentime bekommt Jared Padalecki mit seiner Suche nach der Schwester, was uns zum ersten Mal in der Franchise einen Final Boy gibt, aber eben weil er kein Mädel ist, sind wir uns nie komplett sicher, ob er die finale Auseinandersetzung mit Jason wirklich überlebt. Zudem gibt es gleich zwei Final Girls, nämlich ein Mädel, das mit ihm anbandelt und sein Anhängsel auf der Suche wird, sowie seine gefangengehaltene Schwester, so dass wir wieder nicht wissen, ob oder wer der beiden am Ende noch lebendig sein wird.

Zudem hat der Film sowieso nie Zeit, Langeweile aufkommen zu lassen, da er in 25 Minuten direkt eine Gruppe Kids umbringen muss, was schon Mal einen langsamen Beginn abwendet, und uns somit genug Frontalmorde zeigt, um dann die Einführung der nächsten Truppe durchzustehen, bevor er recht zügig auch in diesem Segment zu schnetzeln beginnt. Die Morde sind übrigens hier auch mit die Besten, nicht ganz so Gimmicky wie in einigen späteren Teilen, auch wenn Jason hier erstaunlich crafty mit seiner Fallenstellung ist, jedoch alle in einer guten Balance von doch recht brutalen Morden, die aber nie exzessiv werden – Re-Friday ist der brutalste Eintrag, aber noch lang kein „Torture Porn“. Ach ja, die ganzen Teens sind auch endlich mal wieder (mehr oder weniger, je nach Individuum) sympathisch, oder zumindest nie komplett nervtötend!

Meiner Meinung nach ist Friday the 13th (2009) der beste Friday-Film, denn so gut hat mich kein anderer unterhalten gehabt, auch wenn das teilweise damit zusammenhängt, dass ich eben alle anderen gesehen habe.

friday11

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