Slumber Party Massacre

ava-1395Wie bereits erwähnt waren die 80er voll mit Slasher-Filmen, da es das damalige Subgenre of Choice war – ähnlich wie die späten 90er voller Teen-Slasher und das frühe Millennium voller J-Horror waren. The Slumber Party Massacre ist allerdings eine interessante Anomalie, denn es war ursprünglich nicht einfach als ein Standard-Slasher geplant, der auf den Hitzug des 4 Jahre zuvor erschienen Halloween aufspringen wollte. Nein, das Script wurde von einer Feministin als Parodie aufs Genre geschrieben, quasi ein wenig ein Proto-Scream. Hätten die 80er nicht auch Return to Horror High hervorgebracht, ich würde fast sagen, die Idee war ihrer Zeit 15 Jahre voraus, denn letztendlich wurden die humorigen Ansätze des Scripts wenig genutzt und das Ding tatsächlich einfach als ein weiterer Slasher unter vielen gedreht.

Die Geschichte ist sofort klar, sobald der Titel mit dem Genre zusammengebracht wird: Eine Gruppe High-School-Schülerinnen hat der alten Zeiten wegen eine Pyjamaparty, zu der auch ein gerade entlaufener Irrer vorbei schaut, um jeden Charakter im Umkreis von 3 Häusern das Lebenslicht auszublasen. Und… das war es dann auch schon.

Zugute halten muss man dem Film definitiv, dass er mit 75 Minuten sich wenigstens ran hält, statt die einfache Prämisse in die Länge zu ziehen, von daher kommt es nie wirklich zu toter Luft. Der Killer beobachtet immer ein mögliches Opfer, bringt einend er Partygäste oder Nachbarn um, oder eines der Mädels zeigt uns ihre Titten. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den etwas anderen Killer, der zwar nicht so imposant aussieht, aber eben weder Supermensch, noch maskiert ist, und hier mal eine Bohrmaschine als Waffe nutzt, statt der Schneidewerkzeug-Klassiker.

Etwas schade ist eben, dass man die ursprüngliche Idee der Parodie verworfen hat, denn die besten Szenen des Filmes sind definitiv die, wo man diesen Ansatz noch durchscheinen sieht. Nicht ein Charakter in diesem Film nähert sich einem anderen auf normale Art und Weise, sondern tun alle die „schleich mich an und greif deine Schulter“-Routine – der Nachbar sogar während er ein Hackbeil in der Hand hält, mit der Begründung, dies wäre die einfachste Art, nächtliche die Schnecken aus seinem Garten zu vertreiben. Eine weitere Szene hat ein zukünftiges Opfer vor dem Killer zusammenbrechend, während er die Bohrmaschine gen Boden hält und die zwischen seinen Beinen durchblickende Kameraperspektive uns somit eine sehr phallische Assoziation bietet. Gegen Ende springt der Mörder zwei Mädels im Zimmer an, obwohl er kurz zuvor noch auf der anderen Seite der verriegelten Türe war, die zudem der einzige Weg ins Zimmer ist.

Leider sind es aber eben nur die leicht humorigen Shots, die wirklich funktionieren wollen. Der Rest des Filmes ist nicht zu Unrecht als Standard-Slasher gedreht worden, denn genau das ist er. Und damit einfach etwas langweilig, da alles so was von gehabt erscheint, dass bis zum Finale selten wirklich Spannung aufkommen will. Selbst die Jump Scares funktionieren nicht wirklich, und auf solche Überraschungen ist eigentlich immer Verlass, auch wenn sie natürlich etwas billig sind. Der Gore-Gehalt ist auch nicht so hoch, denn die meisten Morde zeigen nicht wirklich etwas von Genauigkeit, sondern nur Reaktionsshots und wir später die blutige Leiche (es ist allerdings niedlich, dass der Mörder alle Opfer Tetris-esque in einem Kofferraum unterbringt – aufgeräumt ist er immerhin).

slumber1

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