Moon Gorgeous Meditation!, or Rewatching Sailor Moon SuperS

ava-1391Kommen wir nun also zur vierten und vorletzten Staffel, der letzten mit Moonlight Densetsu als Opening, und meiner bisherig am wenigsten favorisierten. Ohne jetzt eine langjährige, wissenschaftliche Studie hinzulegen, würde ich mal annehmen, dass sie allgemein wohl bei niemandem auf Nummer 1 stehen wird, denn Sailor Moon SuperS ist die Chibi-Usa Staffel, bekanntlich der meistgehasste Charakter der Franchise.

Diesmal kommt der Dead Moon Circus in die Stadt… die Sailor Senshi haben schon Glück, dass die Bösen immer in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Unwesen treiben, so müssen die 15-jährigen Mädels nicht irgendwie rund um den Globus reisen. Dead Moon sucht in den Träumen der Leute nach dem Pegasus, denn der hat das aktuelle Magical McGuggin, den Goldkristall, den Nehelenia nutzen will, um sich aus ihrem versiegelten Gefängnis zu befreien, in das sie im Silbermillennium gesperrt wurde.

Wenn Sailor Moon SuperS eines ist, dann ist das witzig. So viel Humor wie hier wird man in keiner anderen Staffel finden, was ich leider manchmal etwas nachteilig finde. Dead Moon sind, von der spät auftauchenden Nehelenia abgesehen, Witzfiguren. Auch wenn sie ein Zirkus sind, so wäre es vielleicht ganz nett gewesen, sie hin und wieder auch wie eine ernsthafte Gefahr wirken zu lassen, denn laufender Slapstick zu sein. Gerade zu Beginn das Amazonentrio ist mir irgendwo zu dumm und weibisch gewesen, auch wenn es ganz niedlich ist, wie jeder nur seinem Typ hinterherjagt (Tigerauge steht auf junge Frauen, Falkenauge auf die reiferen, Fischauge auf Kerle). Doch dann haben wir die Episode, in der uns Fischauge sagt, was die Vorzüge am vital-frischen und biegsamen Körper eines 10-Jährigen sind, was mal wieder ein typischer „srsly, Japan?“-Moment war.

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Dem zur Halbzeit eingetauschten Amazonenquartett fehlt es mir dagegen etwas an Persönlichkeit. Immerhin unterstreichen sie mit ihrem Unwillen erwachsen zu werden die Thematik der Staffel. Wie bereits erwähnt geht es hier um Träume, da Pegasus aus dem Land der Träume Elysium stammt, und sich deswegen in einem schönen Traum verbirgt. SuperS hat nicht nur das Thema, wie wichtig es ist, für seine Träume zu kämpfen, sondern vor allem später auch, wie viele Träume Kinder doch haben, während man sie als Erwachsener aufzugeben scheint. Ein wenig Michael Ende, hmm?

Nehelenia fand ich ziemlich cool, auch wenn ich gerne etwas mehr über sie erfahren hätte, oder zumindest etwas früher. Interessant ist vor allem, dass sie ausnahmsweise nicht von einer mysteriösen Macht aus dem Dunkeln geleitet zu sein scheint. Und am Ende macht sie einen auf Porky, statt sich besiegen zu lassen flüchtet sie lieber zurück in ihr Spiegelgefängnis, wo sie zwar ewig jung sein wird, aber auch ewig allein.

Die random Zirkusleute, die immer mal wieder zu sehen sind, und wirres Zeug labern, so wie das Design von Elysium haben mir allerdings doch tatsächlich starke Utena-Vibes gegeben, war ich doch an die Schattenriss-Mädels und den Aufstieg zur Kampfarena erinnert.

Von der Seite der Bösen gehen wir doch mal zur Seite der Guten. Neue Charaktere haben wir nicht, die Outer Senshi sind sogar für diese Story Arc absent, was den Cast wieder etwas verkleinert. Nun gut, mit Diana kommt ein Kätzchen aus der Zukunft hinzu, aber die zählt nicht, unterstreicht nur den stark angehobenen Kitsch-Faktor der Staffel. Denn ja, alles in der Staffel scheint pink und weiß zu sein, mehr Schleifchen und Flügelchen und Herzchen, Sailor Moon im Regenbogenfarbenoutfit und natürlich überall die pinke Chibi Moon.

Denn Chibi-Usa ist erneut zentral zum Plot der Staffel. Sie ist es, in dessen Traum Pegasus flieht. Sie ist es, die sich ins Pferd verliebt. Über ihre Bindung zu ihm bekommen die Senshi ihre neuen Kräfte. Ja Chibi-Usa muss sogar jetzt in jedem Kampf dabei sein, da sie Pegasus erst rufen muss, bevor Sailor Moon ihren Finishing Move machen kann. Allgemein haben mir die Kämpfe dieser Staffel nicht so gefallen. Ja, die Auseinandersetzungen mit dem Monster des Tages waren nie das Hauptaugenmerk einer Episode, doch hier kommen sie mir besonders kurz vor. Zumal die vier anderen Kriegerinnen selten was zu tun zu bekommen scheinen, und auch Sailor Moon abgesehen vom finalen Schlag nicht viel macht. Es ist etwas schade, die Rolle aller anderen Charaktere so an den Rand gedrückt zu sehen.

Dafür passiert diese Ultraschall-Abwehrsache mit den Klumpen in Moons/Chibi Moons Frisur erneut. Und da schrieb ich Tropf, nach der allerersten Folge der Serie gäbe es dies nie wieder. Ich bin eindeutig kein Sailor Moon Super-Fan, sonst wüsste ich so was aus dem Stand!

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Das ist viel Rumgemäkel an Sailor Moon SuperS, jedoch alles nichts, was mir die Staffel ruiniert hätte. Es sind nur die Gründe, warum ich jene immer noch an untersten Stelle nach allen anderen einordnen würde, jedoch hatte ich durchaus, wenn auch sonst nichts, meinen Spaß mit ihr. Es hilft ihr natürlich nicht, direkt nach dem fantastischen Sailor Moon S zu kommen. Wenn man alle Story Arcs getrennt betrachtet, so gefiel mir SuperS immerhin noch besser, als die Halbgahre Ail & An Arc zu Beginn von Sailor Moon R. Außerdem hasse ich Chibi-Usa nicht mehr. Ich weiß nicht ob es an meinem Alter liegt, wodurch ich die Dinge nicht mehr so ernst nehme und mich nicht ganz so leicht nerven lasse… oder daran, dass sie in der japanischen Synchro einfach nicht so schlimm ist. Aber ihr Charakter geht mir einfach nicht auf den Keks, so wie das früher der Fall war, und somit ruiniert ihre Rolle als unangefochtener Hauptcharakter von SuperS mir die Staffel auch nicht mehr.

Neben den regulären 39 Folgen aus der nummerierten Reihenfolge der Serie gibt es übrigens hier auch ein SuperS Special, welches irgendwann zu Beginn der Staffel ausgestrahlt wurde. In 50 Minuten werden ganze 3 Kurzgeschichten gepackt, wobei die erste erneut nur ein Recap der bisherigen Staffeln ist, damit Neueinsteiger überhaupt kapieren, was Sache ist. Immerhin ist Sailor Moon höchst komplex und so. In der zweiten Geschichte kämpfen hingegen Uranus und Neptun wo-auch-immer gegen einen Puppenspieler, weil man wahrscheinlich zwei der beliebtesten Neucharaktere der vorigen Staffel nicht komplett für ein ganzes Jahr verschwinden lassen wollte. Die letzte Geschichte dreht sich dann um Chibi-Usa, die eine Vampirin in ihrer Klasse hat, welche sich allerdings nur als ein weiterer Lemures der Dead Moon herausstellt. Alles ganz knapp und nett, aber kein großer Verlust, wenn sie es nicht auf die Extras der deutschen DVDs schaffen würden, so dass wir erneut außen vorgelassen werden. Das Special ist nämlich keine der überdurchschnittlich animierten Folgen, und die Ereignisse werden nie auch nur in der Hauptserie erwähnt. Nicht mal das Opening hat man verändert, um die anderen Bösewichter einzufügen, was ein netter Touch gewesen wäre.

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2 Kommentare

  1. Ich weiß nicht mehr genau, ob es die dritte oder die vierte Staffel gewesen ist, aber es gab in den ersten Folgen kurz nach der Rückkehr von Chibiusa die einzige Szene mit ihr, die ich ausnahmsweise mal witzig fand. Wenn ich mich recht entsinne, ging es in ihr um Chibiusas neue Kräfte in Form eines Herzen werfenden Stäbchens, der dem Monster des Tages nicht ernsthaft bedrohen, aber irritieren konnte. Kannst du dich zufällig an sie erinnern?
    Ansonsten kann ich nicht viel zu der vierten Staffel sagen, da ich nach einigen Folgen abgebrochen und einfach mit der fünften weitergemacht habe. Natürlich Chibiusa der Grund dafür gewesen, ein anderer lässt sich auf die Ermüdungserscheinungen zurückführen, die mir bei dem ewig gleichen Humor und dem ganzen Kitsch auftraten. Ich bin selbst manchmal ein Anhänger von Kitsch und ertrage daher mehr als andere Geschlechtsgenossen, doch hier ist es selbst mir einfach zu viel gewesen.
    Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, werde aber beim nächsten Mal die Zähne zusammenbeißen und mich durch die vierte „hindurchquälen“. Eventuell kann es ja sein, dass es in den späteren Folgen nicht mehr ganz so dramatisch ist.
    Mir kommt gerade eine Frage auf, die du als Kenner des Manga sicherlich beantworten kannst: Wie nah hält sich jede einzelne Staffel an den Manga? Ist das schriftlich-bildliche Gegenstück der vierten Staffel auch so unglaublich kitschig?

    Antworten
    • Das ist die dritte Staffel, dort ist sie noch keine richtige Kriegerin, sondern hat nur ihre ineffektiven Zuckerherzen.

      Der Manga schaut natürlich Zwecks s/w gleich ein wenig weniger kitschig aus. VOrhanden ist es dort sicherlich auch, aber ich würde sagen mehr im Sinne vom Anime Staffe 1&2, bei weitem nicht wie in Staffel 4, auch wenn ihre Kostümchen die gleichen Stufen wie im Anime haben.

      Antworten

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