Moon Spiral Heart Attack!, or Rewatching Sailor Moon S

ava-1379Dies ist wohl die Staffel, in der Kunihiko Ikuharas Einfluss am besten sichtbar ist. Die Rolle als Series Director übernahm er bereits für die Black Moon Arc von Sailor Moon R und wird diesen Titel auch noch für Sailor Moon SuperS tragen (nach Unstimmigkeiten ob der Richtung dieser Staffel verließ er Toei), doch in Sailor Moon S ist er wohl am durchscheinendsten. Vielleicht sollte man auch besser sagen, diese Story Arc liegt seinen Interessen am nahesten, immerhin kommen die Grundlagen aus Naoko Takeuchis Manga. Kunihiko Ikuhara werden wir im Blog übrigens auch nächstes Jahr wiedersehen, in Absolute Destiny Apocalypse!, or Rewatching Revolutionary Girl Utena.

Das Setup ist im Prinzip die gleiche Angelegenheit wie immer. Neue Böse (die Death Busters) tauchen auf und wollen ein Magical McGuffin, der ihnen genug Macht gibt, die Erde zu zerstören (hier der Heilige Gral – jepp, genau der, und er hat natürlich Herzchen und Flügelchen und ist Pink, BSSM-Kitsch muss man einfach lieben). Aber eigentlich steckt hinter der Organisation nur ein größeres Übel (Pharao 90), welches sie manipuliert. Die Sailor Senshi brauchen ebenfalls jenen McGuffin, um die Bösen wirklich aufhalten zu können. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe (die Outer Senshi), die ihn ebenfalls wollen um die Bösen aufzuhalten, aber nicht mit den Inner Senshi zusammenarbeiten wollen, da die ihnen die Sache nicht skrupellos genug angehen. Oh ja, und natürlich spielt Moonlight Densetsu im Opening, nun aber remixed.

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Was Sailor Moon S für mich so speziell macht, ist aber wie das alles umgesetzt ist, von der Präsentation her, aber auch von den Charakteren. Schon alleine die erste Episode der Staffel ist ziemlich stimmig, beginnt sie doch damit, dass Rei eine ominöse Vision vom Weltuntergang hat. Später hat sie mit Usagi eine nette Diskussion darüber, was ihre Zukunftspläne sind, nur um prompt zum Opfer des ersten Daimons der Death Buster zu werden, der ihr den Herzkristall entreißt (womit die Gefahr hier schon höher ist, da Menschen diesmal nämlich nicht einfach nur ein wenig Energie abgezapft wird, sondern sich ohne Herzkristall quasi nicht lang leben lässt). Unsre Inner Senshi werden in einen Kampf verwickelt, den sie fast verlieren, nur um den Schatten der mysteriösen neuen Mitspieler Neptune und Uranus zu zeigen, bevor die Episode beendet ist. Wenn einen das nicht mal gut auf die neue Staffel einstimmt, dann weiß ich auch nicht.

Und dann wäre da natürlich Episode 110 „Death of Uranus and Neptune? Talismans Appear“, an die sich sicherlich jeder erinnern wird, der die Serie damals im TV gesehen hat (fun fact: Episode Director ist Kunihiko Ikuhara selbst). Staffel-Episode 20 von 38 ist das sozusagen der Half-Season Höhepunkt (dadurch verstärkt, dass sich hier das Opening ändert). Es ist die Episode, nachdem die Inner und Outer Senshi herausgefunden haben, wer die jeweils andren sind. Die Folge beginnt im Regen, mit den Inner Senshis am überlegen, was sie aus den Neuigkeiten machen sollen, während sich Haruka und Michiru bei sich daheim erneut darauf vorbereiten, alles für den Erhalt der Talismane (die zum Heilen Gral führen) zu machen, da sie spüren, dass ihr Erscheinen endlich nahe ist. Death Buster Eudial derweil hat nichts mehr zu verlieren und findet endlich raus, wer jene im Herzen trägt, lädt Michiru und Haruka zum Showdown ein – in eine Sagrada Familia auf einer Bohrinsel in Tokyos Bucht.. warum auch nicht, Stage Setting hat die Folge auf jeden Fall drauf. Und nachdem sie in die Falle gegangen sind, müssen die beiden merken, dass sie mit dem Erhalt der Talismane denjenigen verlieren, mit dessen Verlust sie nie gerechnet hätten, sind sie es doch, in denen sie stecken. Die ganze Serie hat keine besser inszenierte Episode zu bieten, als jene.

Auch die Death Buster fand ich übrigens außerordentlich charmant. Zum einen ist das dunkle Design in den Laboren schon recht respekteinflößend, aber dann haben sie alle so unglaublich sympathische Quirks zu bieten, dass man sie nicht nicht mögen kann. Eudial fährt wie eine Sau, Mimete sucht sich als Groupie nur Stars raus, Professor Tomoe mit seinen schrägen Sprüchen, die Witches 5 spielen schon mal Twister während der Arbeitszeit. Der trockene Humor in der Organisation ist einfach herrlich, ohne die Death Buster dabei je wirklich komplett ungefährlich werden zu lassen. Übrigens beweisen auch ihre Daimons gute Imagination, was ihre auf dem Gegenstand, aus dem sie erschaffen wurden, resultierende Manierismen und Attacken angeht. Außerdem ist Sailor Moon S die erste Staffel, die uns wirklich die tragische Hintergrundgeschichte von Professor Tomoe und seiner Hotaru, die dazu geführt hat, dass Pharao 90 sich ihnen annehmen konnte, ausgiebig zeigt – die vorigen Staffeln haben das eher kurz gehalten.

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Übrigens ist auch Chibi-Usa zurück und nun selbst eine Kriegerin in Training. Was ich allerdings erneut gar nicht halb so nervig fand, wie ich erwartet hatte. Meist taucht sie tatsächlich nur auf, wenn die Handlung sie benötigt, da sie der Link zu Hotaru ist mir ihrer Freundschaft, und ihr Kriegerinnen-Dasein wird zur Comedy und eher wenig häufig genutzt, statt sie unpassend wie eine echte Kämpferin darzustellen, die tatsächlich was von Nutze tun könnte. Das erste Drittel der Staffel ist sie eh noch nicht dabei. Ich denke mal, mein Hass ihr gegenüber ist hauptsächlich SuperS zu verdanken.

Wenn es allerdings was gibt, was ich an Sailor Moon S nicht super geglückt fand, dann ist dies das Ende der Staffel. Denn genau genommen ist die Handlung mit Episode 125 abgeschlossen, 126 und 127 ziehen dann nur den Abschied von Haruka, Michiru und Chibi-Usa (die dann aber doch nicht verschwindet) endlos in die Länge. Hatte da jemand vergessen, dass man 38 Episoden zur Verfügung hat, und deswegen das Wrapup, das normalerweise eine halbe Episode einnimmt, künstlich verlängern müssen?

Ansonsten meine neue Lieblingsstaffel der Serie, beste Atmosphäre, humorigste Einlagen, beste Charaktere, beste Handlung bisher. SuperS wird das auf keinen Fall toppen können, und das Sailor Stars dies schaffen wird bezweifle ich ebenfalls.

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3 Kommentare

  1. Ich habe zwar mal behauptet, Sailor Moon erst als Erwachsener kennengelernt zu haben, doch das ist nur die halbe Wahrheit, da ich einige Fragmente dieser Staffel bereits als Kind gesehen habe. Das waren aber wirklich nur Teile von vielleicht zwei, drei Folgen, deren Inhalt ich aufgrund meiner Unkenntnis natürlich nicht wirklich verstanden habe. Zum Glück ist es diese Staffel gewesen, denn sonst hätte ich Sailor Moon Jahre später nie nachgeholt.

    Zusammen mit der ersten Staffel gehört die dritte auch zu meinen Favoriten. Sie ist für Sailor Moon-Verhältnisse düster und bietet einen unhaltsamen Handlungsstrang, den sämtliche Charaktere – und damit schließe ich sogar Chibiusa ein – in einem ordentlichen und sinngemäßen Umfang miteinbezieht. Zwar vergisst die Serie nach wie vor sehr häufig Nebencharaktere wie Naru, aber nach der Ernüchterung in der zweiten Staffel habe ich das auch nicht mehr erwartet. Dafür bietet diese Saga jede Menge neue Charaktere (beziehungsweise baut sie weiter aus), die mir allesamt lieber als die ursprünglichen Hauptcharaktere mit ihren ewig gleichen Running Gags sind und darüber hinaus auch alleinstehend einen gewissen Unterhaltungsfaktor bieten.
    An die Hexen kann ich mich nur noch grob erinnern, dafür aber an Saturn und dem Wissenschaftsvater umso mehr. Was ich allerdings bis heute nicht verstanden habe, ist die Begründung der „bösen“ Natur von Saturn, falls es überhaupt eine gegeben hat. Also entweder ich erinnere mich nicht mehr daran, habe sie überhört oder es gab eben schlichtweg keine. Oder hat das wieder mit der japanischen Kultur zu tun?
    Insgesamt ist es aber doch eine recht gute und unterhaltsame Staffel geworden. Falls es Sailor Moon jemals in Einzelstaffeln zu kaufen gibt, werde ich wahrscheinlich nur die erste und dritte holen, also die einzigen Staffeln, die mir wirklich gefallen haben.

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    • Japaner sprechen Saturn wie Satan aus.

      Aber mal ernsthaft, Saturn ist eben die mysteriöse Kriegerin, die nur dann auftaucht, wenn alles schon zu spät ist, und die Welt zerstört, auf das sie reinkarnieren kann. Wenn es da eine Kriegerin gibt, die alle Existenz auslöschen kann, und man sich bewusst ist, dass dort ein „Messias des Todes“ auftauchen wird, kann man schon schnell mal die Verbindung Sailor Saturn = Neuer Bösewicht machen.

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      • Ah, das habe ich glatt vergessen. Mensch, die Serie scheint schon länger her zu sein, als ich dachte…
        Trotzdem verstehe ich nicht ganz, wieso gerade der Saturn dazu auserwählt wurde. Rein mythologisch von der Namensbedeutung her würde Pluto sehr viel besser passen. Aber gut, ist ja auch nur Sailor Moon und keine wissenschaftliche Abhandlung.

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