Adventure Week #12: Jake Hunter

ava-1355Wer sich wundert, dass ich  Jake Hunter Detective Story: Memories of the Past spiele, statt das vorige Release Jake Hunter: Detective Chronicles vorher zu bespielen: Das ist, weil… es das gleiche Game ist. Nein, tatsächlich. Aksys hat sich das Original gekauft, extrem amerikanisiert und die Hälfte der Fälle raus editiert und als Detective Chronicles released. Ein Jahr später hat man sich dem erneut angenommen, besser lokalisiert, die fehlenden Fälle wieder eingefügt und es als Memories of the Past noch Mal auf den Markt geworfen. Den „Erstling“ auch zu spielen wäre also reichlich redundant.

Die Reihe ist in Japan übrigens was echt Großes, gibt es doch über ein Dutzend Spiele auf Konsole/Handheld plus nochmal so viel auf Mobiltelefonen! Genau genommen ist das hiesige, erste DS-Outing des Detektivs weitestgehend ein Remake. Die ersten vier Fälle sind die vier NES-Spiele, der fünfte ist das fünfte Handy-Game (die ersten vier davon sind erneut Remakes der vier NES-Teile gewesen), lediglich der finale Fall ist neu fürs DS-Remake.

Ich kann es nicht leiden. Tatsächlich habe ich Jake Hunter erst vier Monate nach Touch Detective beendet gehabt. Nicht, weil mich wie üblich andere glitzernde Spiele abgelenkt oder ich das Spiel komplett vergessen hätte, wie so viele andere. Nein, einfach nur, weil ich es für nicht mehr als eine halbe Stunde am Stück spielen konnte, ohne gelangweilt aufzugeben und es für Wochen nicht mehr anzurühren. Japaner müssen eine echte Schwäche für stinklangweilige Games haben, wenn es Jake Hunter auf über zwanzig Einträge bringt.

Dass die einzelnen Fälle mal NES-Games waren, kann ich mir auch wirklich gut vorstellen, so sehe ich doch regelrecht eine ähnliche Schachtelmenüführung wie in Portopia vor meinem inneren Auge. Denn tatsächlich ist Jake Hunter hauptsächlich nur lesen, wenig wirklich tun. Klick dich durch alle Menüpunkte mit allen Unterpunkten, bis es einem keinen neuen Text mehr entgegen kotzt, und dann kannst du vielleicht auch endlich zur nächsten Lokalität gehen, um wieder alles zu [Inspect]en und jeder Person anzu[Talk]en. Intuitiv ist dabei nicht viel, sondern häufig sehr vage, was getan werden muss, und wie gesagt einfach mal alle Aktionen durchklicken, bis das Spiel entscheidet, die Flagge ist getriggert, dass nun eine der anderen Aktionen was neues tut. Gerne schmeißt es einen auch mal, nachdem man jemanden angesprochen hat, wieder ins Hauptmenü zurück, obwohl man als nächstes nichts anderes tun muss, als jene Person erneut anzu[Talk]en.

Oh und was ist der ganze Text so unnötig. Es wird so viel drum herum geredet, bis mal endlich jemand zum Punkt kommt. Alles muss einem erst zehn Mal vorgekaut werden, bevor Jake auf Dinge kommt, die man sich schon längst selbst zusammengereimt hat. Und was ist es eine trockene Übersetzung. Das Spiel zeigt echt mal wieder, das viele japanische Videospiel-Schreiber denken, mehr Worte meint tieferer Sinn und das sie unglaubliche Angst haben, der Spieler kapiert das Offensichtliche nicht, wenn es ihm nicht ständig vorgekaut wird.

Angeblich ist die Serie in Japan so beliebt, weil sie so realistisches Crime gibt, statt übertrieben dramatisch oder abgedreht zu werden. Aber genau das macht es ja so langweilig, es gibt keine Schnörkel in der Geschichte, nichts Besonderes, alles sind sehr einfach gestrickte, viel zu wortreich-langgezogene 0815-Fälle. Und häufig auch noch so übertrieben moralisch, dass man nur mit den Augen rollen kann. Aber Subtilität sollte man von einem Spiel vielleicht echt nicht erwarten, dessen Hauptcharakter jede Frau mit „Babe“ und „Dollface“ anredet, hab schon fast erwartet, irgendwann geht er einfach zu „Sugartits“ über.

Ach ja, und vom hübschen Artwork des Covers/Menüs sollte man sich nicht täuschen lassen, denn Jake Hunter ist ein extrem hässlich anzusehendes Spiel mit sehr amateurhaftem Artwork für die Charaktere.

Wer es übrigens durch alle sechs Fälle schafft, ohne ins Koma zu fallen, darf sich dann auch noch an Jake Hunter Unleashed probieren, kurze und humorig gemeinte Nebenfälle mit SD-Charakteren.

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