Nobody’s Girl Remi

ava-1348Auch gern übersetzt als Homeless Child Remy, ist dies die Serie, die den zweifelhaften Ruf hat, nach über 20 Jahren der letzte Eintrag ins World Masterpiece Theater gewesen zu sein – zumindest bis zu dessen kurzem Wiederauflebens zehn Jahre später. Der Untergang ist sicherlich nicht nur Remys Schuld, so ging es der Reihe schon in den vorigen Jahren nicht so gut, was die Quoten anging, und das Projekt Remy war schnell vorgezogen worden, um Mitt-Saison das abgesetzte Lassie zu ersetzen. Den letzten Strohhalm ergriff allerdings niemand, auch von Remy wurden nicht mal alle 26 Folgen (nicht vergessen, ursprünglich hatten die WMTs alle nahe am Jahresfüllenden 52) ausgestrahlt. Außerdem gehört es, zusammen mit Lassie und Der kleine Lord, zu den einzigen WMT-Serien des ursprünglichen Laufs, die es nie nach Deutschland schafften.

Remy lebt mit ihrer Mutter und kleinen Schwester in einem französischen Kaff. Sie kommen so über die Runden, dank des Geldes, das der in der Ferne arbeitende Vater schickt. Bis an Remys zehntem Geburtstag jener mit Neuigkeiten auf der Türschwelle auftaucht: Er ist verletzt und hat deswegen seine Arbeit verloren, weswegen es sich die Familie nicht leisten kann, Remy weiter durchzubringen – denn sie ist nur ein Waisenkind, welches er als Baby auf den Pariser Straßen fand. Ja, sogar an einen Kinderhändler verkauft er sie.

Gerettet wird sie vom fahrenden Schausteller Vitalis, der mit seinen drei Hunden und einem Affen – und von nun an auch Remy – durch die Lande zieht, um auf den Märkten Frankreichs Geld zu verdienen. Remy derweil hofft, dass ihre wahre Familie noch lebt, und sie so vielleicht irgendwann ihre echte Mutter treffen kann.

Bis klar ist, wer die echte Mutter von Remy ist, dauert es eigentlich überhaupt nicht lange, sondern die Serie ist nicht mal halb rum. Aber  so einfach ist das natürlich nicht, die Kinder in den WMT-Serien müssen alle erst mal ordentlich harte Zeiten durchmachen, und so ist Kennern der Reihe eigentlich klar, dass es zu einigen Missverständnissen kommen wird, bis die beiden wirklich vereint sind, sowie das der nette Vitalis ein Dead Man Walking ist.

Remy ist sicherlich nicht eine der besten WMT-Serien, die man schauen kann, aber doch allemal adäquat. Und mit 26 statt der doppelten Folgenzahl hat es auch nicht so die Möglichkeiten, dass mir Remys Reise arg schnell langweilig zu werden droht. Ganz packend ist sie nun aber auch nicht. Irgendwie sind gerade die vielen „(Waisen-)Kind reist durch die Welt“-Storylines, die viele WMT-Serien haben, mit der Zeit och etwas Schablonenhaft, zumindest fühlt sich Remy so an. Ein bisschen kitzelt es dadurch meinen Nostalgienerv an einfachere Zeiten, zu denen ich ähnliche Serien regelmäßig als Kind im TV schaute, dennoch. Gleichzeitig bin ich als Erwachsener aber wohl auch etwas zu zynisch geworden, um mich komplett auf die hoffnungslose Naivität und Optimismus von Remy einstellen zu können, sondern mag mir doch häufiger auch mal an den Kopf fassen. Wenn sie beispielsweise den anderen Waisenkindern von Paris predigt, dass das Stehlen schlecht ist, auch wenn jene sonst kaum über die Runden kommen würden.

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