007 Sunday – On Her Majesty’s Secret Service

ava-1344Sean Connery lies also zu Filmbeginn von You Only Live Twice verkünden, dass dies das letzte Mal ist, zu dem er in die Rolle von Bond schlüpfen wollte. Schon alleine deswegen ist On Her Majesty’s Secret Service besonders, ist es doch der erste Wechsel des Schauspielers der titelgebenden Rolle. Und Eon nimmt sich dessen an und macht gleich darauf aufmerksam, dass dies nicht der alte Bond ist, darf der Neue doch in der Pre-Opening-Credits Szene direkt in die Kamera blickend sagen, dass ein Wechsel stattgefunden hat, und lassen die Opening Credits noch mal Szenen aus allen Vorgängern vorbeizischen.

Bond jagt natürlich noch immer Blofeld, das entkommene Oberhaupt von SPECTRE, dem er im vorigen Film zum ersten Mal persönlich gegenüberstand. Doch zunächst rettet er Gräfin Tracy vor einem Selbstmordversuch, nur um sie anschließend im Casino wiederzutreffen und prompt entführt zu werden. Von ihrem Vater, dem Oberhaupt einer europäischen Verbrechensorganisation, der überraschend das Anbändeln von Bond mit seiner Tochter gut heißt, hält er doch eine starke Männerhand für das, was seine dahintreibende Tochter retten kann. Und Bond umgarnt Tracy gern, bekommt dafür als Bonus sogar noch den Aufenthaltsort von Blofeld genannt.

M derweil enthebt Bond vom Auftrag, Blofeld zur Strecke zu bringen, was jenen fast dazu führt, den Dienst aufzugeben. Und natürlich geht Bond dennoch in die Schweiz, als angeblicher Genealoge, der Blofelds Stammbaum als Graf nachprüfen will. So schafft er es tatsächlich in Blofelds abgesicherte Anstalt, in der er angeblich eine Therapie gegen Allergien durchführt, allerdings wirklich junge Frauen zu Schläfern seiner bakteriellen Kriegsführung heranzüchtet.

Bond wird entdeckt, kann mit Tracys Hilfe fliehen, nur damit beide von einer Lawine erwischt werden. Beide überleben, sind aber getrennt – Tracy ist Geisel von Blofeld, der zudem mit dem Einsatz der bakteriellen Waffen droht, wenn seine Bedingungen nicht erfüllt werden. M derweil verbietet Bond, Tracy befreien zu wollen, ist das Risiko doch zu hoch.

Wenn On Her Majesty’s Secret Service ein Problem hat, dann ist es die Überlänge. Schon die vorigen Bonds waren nah an die 2 Stunden, und häufig hätten es gern 15-20 Minuten weniger sein können, On Her Majesty’s Secret Service hingegen setzt stattdessen 20 Minuten Spielzeit oben drauf. Dennoch schafft er es, der stringenteste der Filme bisher zu sein. Die vorigen hatten häufig in der zweiten Hälfte das Problem, dass die Ereignisse etwas fragmentiert wirkten, während hier immer sofort klar ist, warum was nun wo am Geschehen ist. Sicherlich auch hervorzuheben ist, dass es bisher der ernsteste und persönlichste Film ist. Es gibt keinen 60s-Kitsch und keine seltsamen Gadgets. Bond wirkt wesentlich menschlicher, fehlbarer und darf sich sogar verlieben und heiraten. So sehr, dass die paar One Liner, die Bond hier und dort fallen lässt, bestechend deplatziert wirken. Eines der übertrieben glücklichen Happy Endings wird man hier auch nicht vorfinden. Ja sogar der Soundtrack ist der bisher stärkste der Reihe.

Bond Girl: Diesmal wieder nur singulär anzutreffen in Diana Rigg als Gräfin Tracy, die scheinbar nie die Haare einfach offen trägt. Eine starke, unabhängige Frau, die nicht einfach auf den ersten Blick Bond verfällt, sondern sich doch erst mit der Zeit in ihn verguckt, ja sogar den Schwerenöter heiraten darf. Wer hätte das gedacht, mal in einem Bond zu erleben.

Bond Bösewicht: Blofeld wird diesmal von Telly „Kojak“ Savalas verkörpert, der eine gute Figur in der Rolle abgibt und glücklicherweise nur selten eine Katze in seinem Schoß streichelt, somit nicht ganz so chargierender Bösewicht wirkt, passend zu seiner auch sonst eher dezenteren Darstellung des Oberschurkens.

Bond Himself: Zum ersten und einzigen Male darf George Lazenby ihn spielen, da er direkt auf Diva machte und mit der Rolle brach, was sicherlich nicht die beste Karriereentscheidung ist, die man treffen kann. Das Ex-Webemodell mit dem amerikanischen Kinngrübchen wirkt frischer und attraktiver, außerdem nuschelt er nicht so. Das kommt ganz gut, denn der Bond hier ist nicht mehr der unfehlbare Übermensch, der fast immer die Oberhand hat, sondern darf sich Schwächen erlauben und sogar verlieben. Gut so.

Action: Ok, das Ding ist, davon gibt es in 2 Stunden 20 Minuten natürlich reichlich, neu in den Verfolgungsjagden sind hier nun auch welche in Schnee und Eis auf Ski und durch eine Bob-Bahn. Aber, hier kommt es, die Faustkämpfe… grundsätzlich gibt Lazenby hier eine bessere Show, als Connery, der immer etwas unbeholfen wirkte, doch ist es der Schnitt der Szenen, der sie irgendwie unfreiwillig komisch wirken lässt.

bond1969

Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: