Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass

ava-1331Ich habe bereits über einige Versionen der Geschichte gebloggt, sei es nun die bekannte Disney-Version, die düstere Disney-Version, die wirklich düstere Ostblock-Version, die ganz frühe Filmversion,  die 90er-TV-Version, die moderne TV-Neuinterpretation, oder der Hardcore-Porno. Bisher mir unbekannt hingegen war aber das Original, Lewis Carrolls um die Jahrhundertwende geschrieben Geschichte, mit der er entweder das Herz eines kleinen Mädchens erfreuen, oder sich in ihr Höschen charmeuren wollte, je nachdem, wem man glauben will.

Die meisten Versionen picken sich dann übrigens sowieso Segmente aus beiden Geschichten, nicht nur Alices Adventures in Wonderland, sondern auch dem Nachfolger Through the Looking-Glass. Humpty Dumpty? Die sprechenden Blumen? Tweedledee und Tweedledum? Der Handwerker und das Walross? Die sind alle aus Looking-Glass. Ja Tim Burtons Version von 2010 ist, auch wenn der Name anders vermuten lässt, sowieso mehr eine Nacherzählung jenen Buches, statt des Erstlings.

Die beiden Klassiker sind Unsinnsgeschichten, ja eine absolut unzusammenhängende Aneinanderreihung von schrägen Ereignissen, in die Alice durch ihre kindliche Neugierde gerät, einen roten Faden gibt es so gut wie nicht, abgesehen vom Erreichen des Spieles gegen die Herzkönigin im ersten Buch, und das Wiedertreffen mit der Roten Königin im Zweiten. Dementsprechend sind die Segmente ja auch so gut in jeder Version unterzubringen, egal aus welcher Vorlage sie stammen, da sie eh keinen Zusammenhang haben oder höherer Sinnigkeit folgen. Dass die meisten Geschichten sich hingegen dennoch vom Faden her an Adventures hängen, ist wohl daher begründet, dass dies das Buch ist, das als einziges ein richtiges Finale hat, so mit der Antagonistin der Herzkönigin und dem Gerichtsverfahren, während Looking-Glass bei einem Dinner endet und einfach so ausklingt, ohne je eine Konfrontation gehabt zu haben.

Allgemein ist überraschend, wie wenig eigentlich wirklich geschieht. Oh sicher, Alice trifft auf so einige fantastische Bewohner in ihren beiden Abenteuern, doch tun die nicht viel, außer Alice in Gespräche zu verwickeln. Und ist sie alleine, spricht sie permanent mit sich selbst. Gerade jene Dialoge sind es dann auch, die den Charme der Bücher ausmachen, so wird gereimt und gesungen, viele Gespräche sind auch unsinnige Aneinanderreihungen von Wortspielen, in denen Alice meist versucht, dem aktuellen Wunderwesen etwas klar zu machen, welche dies aber mit logisch klingender Unlogik und Wortmissverständnissen zu kontern wissen. Man kann einen kleinen Lacher bei diesen Wortgefechten häufig nicht unterdrücken. Carroll ist ein Meister des Wortspiels. Hier hat mir dann auch Looking-Glass etwas besser gefallen, als Adventures, trotz der loseren Struktur, so ist doch der Wortwitz noch um einiges höher.

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6 Kommentare

  1. Alice im Wunderland war eins der ersten Bücher, die ich auf meinem Kindle gelesen hab. Irgendwie hatte ich es mir allerdings spannender vorgestellt, sodass ich das zweite Buch gar nicht mehr angefangen habe.

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    • Interessant, waren die beiden Alice-Bücher auch die ersten, die ich mir aufs Kindle geladen habe. Public Domain Kostenlosigkeit und so :D

      Kann dich aber Nachvollziehen, ich war auch etwas überrascht, wie wenig doch wirlich in den Büchern geschieht, die meiste Zeit wird geredet und nicht viel mehr. Wem die Wortspielere/-dreherei nicht so zusagt, hat hier nicht viel von Unterhaltungswert.

      Antwort
  2. Als Kind habe ich das Buch geliebt und natürlich die bekannte Disney-Version. Irgendwie fand ich Alice irgendwie cool.
    Den Burton-Film wollte ich auch immer sehen, aber irgendwie ist er dann doch an mir vorbei gegangen.
    Aber das es auch von der Geschichte ein Porno gibt, wusste ich nicht. Es gibt wahrscheinlich von jeder Geschichte Pornos. Und ich weiss, dass ich diese Version nicht anschauen werde.
    Aber trotzdem gefällt mir deine Aufstellung von jeder Version.

    So bin ich fast an deinem früheren Blog hängen geblieben und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Viele Filme (ausser die Asia-Filme, da habe/hatte ich nie wirklich den Zugang für) habe ich selber gesehen und muss dir in deinen Kommentaren dazu 100 Prozent Recht geben.

    Antwort
    • Mit dem Burton-Film hast du vermutlich nicht viel verpasst. Hab den im Kino gesehen und fand ihn echt mies ^^

      Antwort
    • Der Burton-Film ist leider einer seiner schwächeren Werke und somit alles andere, als ein Must-See. Schrecklich ist er nicht, aber wirklich viel verpasst hast du auch nicht :D

      Antwort
      • Wenn ich von euch zwei abgeraten werde den Film zu schauen, dann werde ich das wohl auch nicht mehr nachholen.

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