007 Sunday – Climax! Casino Royale

ava-1305Die James-Bond-Filme sind ein echt großer Deal, hmm? So als Franchise, die die Jahrzehnte überdauert hat und die jedem was sagt. Ich hatte ja nie auch nur das geringste Interesse daran als Kind. Die Sache ist allerdings die, dass mein Vater die geliebt hat und meine Aversion gegen die Franchise deswegen daher kommen kann, dass ich ihn gehasst habe. Als Erwachsener bin ich reif genug, dies nicht auf Filme abfärben zu lassen und außerdem bin ich eh distinguierter geworden, was Genre angeht. Heiße Girls, Technik-Spielereien und aufgeblasene britische Agenten… so ganz nach meinem Ding klingt es allerdings immer noch nicht. Also unternehmen royales wir doch mal die Reise durch die Viertelhundertschaft an Filmen. Übrigens durch alle Filme, nicht nur die von Eon, weswegen den Anfang auch direkt Casino Royale macht, der 1954er-TV-Film der Climax!-Theater-Reihe, kurz nach Ian Flemings erstem Bond-Buch gleichen Namens erschienen.

Act I nimmt fast die Hälfte der Spielzeit ein und führt uns die Grundlagen vor Augen. Bond wurde ins Casino beordert, nicht um einem Bösewicht auszuschalten, sondern nur um ihn beim Bakkarat zu schlagen, auf dass er pleite geht. Doch Stolpersteine lassen nicht lang auf sich warten, muss Bond noch bevor er durch die Eingangstüre des Casino Royale ist, schon den ersten Kugeln ausweichen. Und dann flirtet ihn die alte Bekannte Valerie auch noch aufdringlich an, da das Bösewicht-Quartett sie zur Kooperation zwingt.

Fast die ersten zehn Minuten des Act II nimmt dann das nicht wirklich spannende Spiel zwischen Bond und den Schurken ein, dass er laut Auftrag gewinnen soll, laut Druckmittel der Fieslinge aber besser verlieren würde. Im letzten Moment gewinnt Bond natürlich dennoch und muss nun den Karren aus dem Dreck ziehen, und die Gegenspieler in ihrem tödlichen Spiel stellen.

Es ist halt schon auffällig, dass der erste Bond-Film streng genommen kein solcher ist, sondern eine 50-minütige Episode einer Live-Theatervorstellung im Fernsehen. Es gibt zwar schon „richtige“ Kulissen, doch ist die ganze Angelegenheit ziemlich bieder. So gibt es nur selten Musikuntermalung, peinlichst genau fällt das beim eben eh schon nicht so spannenden Bakkarat-Spiel zu Beginn von Act II auf. Die Handgreiflichkeiten wirken doch sehr unspektakulär, Valeries Anmache hat keine Subtilität und nachdem der letzte Schurke ausgeschaltet ist, wird auch ganz abrupt der Abspann laufen gelassen. Von daher gibt Climax! Theater presents Casino Royale nicht wirklich so viel her.

Nun aber mal zu vier Spezialerwähnungen, die ich wohl unter jeden Bond klatschen werde:

Bond Girl: Linda Christian hat einen edlen Look und das erste Bond Girl darf durchaus eine Geheimagentin, statt nur das ausgenutzte Schönchen sein, doch ist sie natürlich im Film alles andere als proaktiv, abgesehen von ihrem verzweifelten Anbiedern an Bond zu Beginn.

Bond Schurke: Peter Lorre, dem ich schon in M begegnet bin, hat das perfekte Gesicht für einen Bösewicht und ist halt fies, weil er der Fiesling ist. Chargiert halbwegs erinnerungswürdig dazu. Ein ob der kurzen Spielzeit eindimensionaler Bösewicht funktioniert eben irgendwie besser, als eine eindimensionale Damsel.

Bond Himself: Auch Barry Nelson kann in der kurzen Zeit natürlich wenig machen, außer im Anzug überlegend dreinblickend rumzusitzen und wenn er doch mal kurz in eine Klemme steckt, schnell zu schauen, als hätt er Blähungen.

Action: Meh, ein paar Handgreiflichkeiten und zum Schluss Off Screen erschießen einiger Bösewichter, alles recht unspektakulär.

bond1954

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