Destroy All Planets

ava-1297Auch bekannt als Gamera vs. Viras. Die Mitte der Showa-Ära ist eine eher schwarze Zeit für Monsterfilm-Fans, die das zehnte Lebensjahr bereits hinter sich gebracht haben. Die Plots der Filme fingen an dämliches Alien-Gedöns zu bieten, deplatzierte westliche Darsteller einzubinden, selbst bei Godzilla hielten langsam die dummen Kinder und deren Kuschelmonster Minilla einzug, und um Kosten zu sparen, wurden die Filme gnadenlos mit Reused Footage der Vorgänger gestreckt. Tja, all dies auch vorhanden im vierten Eintrag der Gamera-Reihe.

Immerhin, SciFi in den 70ern hat was charmantes, mit den dämlichen Kostümen und knalligen Farben. So auch hier gleich zu Anfang zu sehen, im Alienraumschiff aus gelb-schwarzen Knubbeln, das auch irgendwo in Persona 4 auftauchen könnte. Die wollen unsere Erde übernehmen, weil hier lebensfähige Atmosphäre vorherrscht, die ihrem Heimatplaneten ausgeht. Da kommt Gamera angedüst und zerstört das Raumschiff. Wow, 4 Minuten sind schon ein recht kurzer Film. Nah, natürlich schicken die Aliens einfach ein zweites Raumschiff, dessen Priorität also das Aufhalten von Gamera ist.

Der nimmt den Neuankömmling dann anscheinend nicht war, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, mit zwei nervigen Bälgern zu spielen. Die haben nämlich die Yellow Submarine des Stützpunktes sabotiert, so dass deren Kontrolle in Revers läuft und somit die Wissenschaftler, die sie auf Jungfernfahrt genommen hat, getötet. Nein, natürlich nicht, die haben sich nur zum Idioten gemacht und dann die vorlauten Bälger tatsächlich sich beweisen lassen, die natürlich wissen, wie sie nun zu tauchen haben.

Die Aliens nutzen Gameras Wetttauchen mit den Jungs dazu, ihn erst Mal zu studieren. Queue in: Reused Footage der vorigen Filme. Ich hab derweil gemerkt, dass ich etwas hungrig war, also mal nen Päckchen Hühnerfrikassee in die Pfanne geworfen, neuen Kaffee aufgestellt und meine Rasur erneuert. Als ich zum Laptop zurückkam, lief der Recap immer noch, also hab ich mal rausgesucht, was ich nach Narnia lesen werde, bis dann die satten 20 Minuten Füllmaterial endlich beendet waren und der Film weiter ging.

Die Aliens fangen die beiden Jungs ein, weil der Herzensgute Gamera nie ein Raumschiff angreifen würde, in dem Kinder stecken, die er mit umbringen würde, und kriegen ihn so unter Gedankenkontrolle dazu, für sie Japan platt zu trampeln. Queue in: Moar Reused Footage. Sogar welche aus dem ersten Film, bei dem man sich nicht mal die Mühe gemacht hat, die Szenen nachträglich zu kolorieren. Schnell den Eintrag zu The Dream Master nebenbei geschrieben, bis der Film dann wieder was zu bieten hatte, was ich nicht bereits kannte.

So wirklich die schlaueste Rasse sind die Aliens ja nicht, lassen sie doch die Kinder auf ihrem Gedanken-kontrollierten Raumschiff frei rum laufen. Irgendwie auch nett, die machen zu lassen, was sie wollen, können sie sich sogar telepathisch Verpflegung herbei wünschen. Die Aliens sind schon ganz Ok, zumal sie unseren Planeten ja nur übernehmen, weil ihrer stirbt und sie ja irgendwie überleben müssen, wir würden das genauso machen. Anscheinend haben die aber keine SciFi-Filme bei sich, müssten sie doch wissen, dass ein Raumschiff, welches sich durch Gedankenkraft kontrollieren lässt, allerdings allen Input unterbindet, den es schädigen könnte, der erste Schritt ist, von HAL hintergangen zu werden. Mit der Steuerungseinheit zu spielen, scheint übrigens nicht vom Schiff als potentiell gefährlich eingestuft zu werden, lässt es die Jungs doch einfach ran, so dass sie es Crashlanden können.

Damit wäre der Film jetzt eigentlich rum, hätte den Machern nicht kurzfristig noch jemand gesagt, dass sich Monsterfilme mittlerweile nur verkaufen, wenn mindestens ein zweites für einen Monster vs. Monster Kampf dabei ist. Also fusionieren die Aliens zu einem Riesenoktopus und der Kampf Gamera vs. die Ikone des japanischen Filmeschaffens, das Tentakelmonster, kann beginnen.

Meh, was ein saublöder und billiger Film. Ja, von der Klopperei japanischer Gummimonster in Pappstädten erwartet man nichts anderes, als Trash. Aber bei allem Spaß an Zerstörung und faker Optik sollte doch eine gewisse Grenze an Debilität nicht überschritten werden und Destroy All Planets schießt dort ordentlich trüber. Zumal es schrecklich wenig Action bietet, die man nicht schon kennen würde.

gamera1968

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