„He was in this movie?“-Weekend: A Nightmare on Elm Street

ava-1270Es gibt so einige sehr bekannte Schauspieler, die ihre ersten Rollen in Horrorfilmen (oder Softcore Porn, hey there Cameron Diaz [bzw. nicht mal Softcore, hey there Simon Rex]) hatten, sobald sie sich einen Namen machen konnten jedoch nie wieder ins Genre zurückkehrten. Das liegt hauptsächlich daran, dass in den 80ern bis weit in die 90er es nicht gerade hoch angesehen war, in jenen zu spielen und man schnell per Typecasting nur noch in Horror enden konnte, entsprechend schnellstmöglich davon wegkommen wollte. Es ist erst Post-Scream der Fall, dass Horror etwas besser steht und es durchaus Ok ist, auch als jemand mit Namen in ihnen mitzuspielen.

Beim ersten Eintrag cheate ich direkt, Johnny Depp war durchaus in mehreren Horrorfilmen, auch spät in seiner Karriere, zu sehen. Doch das sein erster Film tatsächlich das erste Nightmare on Elm Street ist, wird häufig vergessen. Bevor er selbst die Scherenhände anzog, spielte er also das Opfer solchiger. Es gehört sogar zu einem der wenigen Elm Streets, die ich bereits gesehen habe. Quasi wie neu war er dennoch für mich, so nach um die 15 Jahren.

Aber auch jeder, der nie einen der Filme auch nur im Videothekenregal hat stehen sehen, weiß natürlich mittlerweile, was der Plot des Filmes ist, genau wie jeder weiß, dass Darth Vader eigentlich Lukes Ex-Lover und Bruce Willis in The Sixth Sense ein Roboter ist. Kindermörder Freddy Krueger ist von einem Mob Eltern verbrannt worden und meuchelt nun deren Teenagerkinder im Schlaf dahin. Viel komplizierter wird es im ersten Film auch gar nicht, es gibt keine umfangreiche Entstehungsgeschichte um Freddy oder einen besonders ausgefeilten Weg, wie er vernichtet oder gebannt werden kann.

Was allerdings echt auffällt ist, dass die Eltern dieser Teenies, die natürlich alle keine sind (der Film scherzt sogar darüber, wenn das 15-jährige Hauptmädel nach mehreren schlaflosen Nächten in einer „Oh, you shut your face“-Reaktion hervorrufenden Szenen meint, sie sähe so furchtbar alt aus, sie könnte als 20 durchgehen – denn dies ist tatsächlich das Alter der Schauspielerin), echte Arschlöcher sind. Einige der Eltern leben in Scheidung, manche trinken, andere huren herum, oder vernachlässigen ihr Kind im Allgemeinen. Keiner glaubt ihnen, als die Morde beginnen und niemand erzählt ihnen von Krueger, insgesamt hören sie ihren Kindern recht wenig wirklich zu. Das trifft den Nerv eines Teen-Publikums, die sich sowieso permanent unverstanden fühlen, natürlich absolut.

Wie bei den meisten Horrorfilmen muss man natürlich eine gewisse Portion Suspension of Disbelief mitbringen. Warum geht das Mädel im Nachthemd in die dunkle Nacht draußen, um das Wispern zu investigieren? Warum findet es kein Erwachsener seltsam, dass ihre Kinder mit Fleischwunden oder zerrissenen Klamotten aufwachen oder plötzlich Hüte in den Händen halten, die sie vor dem Einschlafen noch nicht hatten? Wie konnten die Kids hier aufwachsen, ohne je vom legendären Kindermörder Fred Krueger zu hören? Ein paar Logik-Kugeln weicht der Film natürlich schon allein durch sein Setup des Traumkillers aus, denn dem Schlaf kann man nicht wirklich entgehen und in einem Traumszenario muss auch nicht alles stimmig sein. Allgemein nutzt er die Träume sehr gut, um die Kids zwar zu desorientieren, die Setpieces aber doch genug in der Realität zu verhaften, so dass der Zuschauer nicht immer weiß, ob sie nun schon schlafen oder bereits aufgewacht sind, sich also schon/noch in Gefahr befinden.

Ist wohl bekannt, dass ich den Otto-Normal-Slasher nicht so begeisternd finde, was sich bei den Halloweens gezeigt hatte. A Nightmare on Elm Street funktioniert für mich dann aber doch, wahrscheinlich weil er die übernatürliche Komponente hereinbringt. Freddy ist eben kein Normalo-Killer, der seltsamerweise zwanzig Kugeln in den Kopf überlebt und scheinbar teleportieren kann, um Jump Scares auszulösen. Freddy muss jenen Logikgesetzen nicht folgen, weil er ja ein übernatürliches Wesen ist. Allerdings kommt er hier noch gar nicht so unheimlich, sondern von den Manierismen her geradezu etwas goofy daher.

Was wie bei vielen solcher alten Horrorfilme, die kein Exploitation sind, im Vergleich zu modernen auffällt, ist auch, dass A Nightmare on Elm Street gar nicht so sonderlich brutal ist. Weder ist der Body Count sonderlich hoch, noch sieht man bei den Morden irgendwas, außer Blut. Macht ihn retrospektiv geradezu classy. Johnny Depp hätte jedenfalls in wesentlich schlimmeren Filmen sein Filmdebüt geben können, als in einem Wes-Craven-Klassiker, der durchaus dem Zahn der Zeit standgehalten hat.

nightmare1

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2 Kommentare

  1. Ich hab den ersten nie gesehen, sonder nur einen der späteren Teile im TV damals in einer verstümmelten Version, in der praktisch alle Träume weggeschnitten wurden, was dem ganzen irgendwie den Inhalt nahm…

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