War of the Monsters

ava-1269Mittlerweile auch auf westlicher DVD als Gamera vs. Barugon, dem Originaltitel, bekannt. War of the Monsters ist, wie man sich schon denken kann, gerade wenn man sich mit der Namensgebung der Godzillas der damaligen Zeit auskennt, der frühe Name der US-Edit-Version des Filmes aus den wilden 60ern. Praktisch auffindbar in der Publik Domain, so nebenbei bemerkt.

Was geht also ab in Gameras zweitem Filmdebüt? Zunächst wird schnell erklärt, dass es die Riesenschildkröte der Atlanter gar nicht bis zum Mars gemacht hat, sondern so ein Arschloch von Komet mit der Rakete Pong gespielt und sie direkt zurück geschleudert hat. Gamera haut einen Damm der Japaner kaputt und ist dann erst mal mit sich zufrieden, wirft die Düsentriebwerke an und verschwindet aus der nächsten halben Stunde des Filmes, weil er sonst das Serienfinale von Lost verpasst.

Drei Japaner sind derweil auf Inselexpedition, weil sie hier einen ganz tollen Opal in der Höhle vermuten, der sie reich machen wird. Dass die Japaner in Polynesier-Face ihnen das ausreden wollen, weil es zu einer Katastrophe führen wird, bestätigt sie natürlich nur im Glauben, dass dort Schätze verborgen sind. Sie finden ihren Opal dann auch, aber oh noez, der bärtige Kerl mit Sonnenbrille ist ein Verräter! Sind bärtige Kerle in Sonnenbrille das nicht immer? Er tötet seine Kammeraden und schippert alleine zurück nach Japan. Doch oh noez, der Opal war gar kein Opal sondern ein Barugon-Ei, der schlüpft und den Kahn in Kobes Hafen zum neuen Riff erklärt.

Kreativpunkte bekommt das neue Monster schon mal dafür, dass er nicht direkt nach Tokyo stapft, um den dortigen Tower umzunieten, sondern mal den weniger häufiger gesehenen Kobe Port Tower, der genauso ikonisch sein könnte, platt macht. Dann sympathisiert er mit der Gay Pride „Straight as a Rainbow“ Bewegung und kackt eben einen solchen Regenbogen, der japanische Abwehrraketen zunichte macht. Gamera, ob des miserablen Lost-Finales eh schon angepisst, merkt über seinen Spidey Sense sofort, dass da ein anderes Megamonster versucht, fabulöser als er zu sein und bitchslapped die Diva erst Mal durch die Gegend.

Doch Barugon legt Gamera einfach auf Eis und so ist es nun am japanischen Militär, unterstützt von einem doch nicht ganz so toten Expeditionsmitglied und seiner Inselbewohnerin Love Interest, diverse Pläne durchzuprobieren, die natürlich alle nichts werden. Bis Gamera dann doch wieder Bock hat, sich enteist, Barugon besiegt und in die Nacht fliegt, um Reruns von Twin Peaks zu schauen und ob der frühen Absetzung sich in den Schlaf zu weinen.

Joa, Gamera vs. Barugon: War of the Monsters hat definitiv ein paar Vorteile gegenüber des Originals vom Vorjahr. Es ist in Farbe. Und BUNT! Außerdem hat es gleich zwei Monster, die potentiell Landschaftsgärtner mit Japan spielen und es zwischendurch gegeneinander brawlen lassen können, auch wenn der Film daraus leider nicht so viel macht, sondern Gamera die meiste Zeit still legt. Außerdem kein einziges nerviges Kind weit und breit. Er nimmt sich auch sehr ernst, was ganz nett ist. Sicherlich, es gibt wieder jede Menge Nebengeschichte um die Charaktere, für die sich keiner interessiert, bis dann die Monster Amok laufen, und so richtig kann man Filme über Leute in Gummikostümen, die Pappstädte umwerfen eh nicht nehmen, gerade wenn jene Monster Superkräfte haben wie Düsenantriebe und Zerstörerregenbögen. Doch die späteren bzw. mittleren Showa-Ära-Godzillas haben mir gezeigt, dass ich definitiv einen Film vorziehe, der sich etwas zu unnötig ernst nimmt, als sich an Augenrollend schmerzhaftem Slapstick zu versuchen. Der Punkt, den ich nicht mache, ist, Gameras zweiter Film ist erneut nicht wirklich so gut, wie die besseren Godzillas, aber für jeden, der gern Japans 60er-Jahre-B-Monster durch die Gegend trampeln sieht, gut genug.

gamera1966

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