Hide and Seek: The Creepy Japanese Way

ava-1246Auf die Filme bin ich zufällig aufmerksam geworden, weil mich mal jemand nebenbei auf das japanische „Hitori kakurenbo“ aufmerksam gemacht hat (was auch der Titel der Filme dort ist), welches gern als „Versteckspielen mit dir selbst“ bezeichnet wird. Das klingt doof, gell, wie spiel man denn mit sich selbst verstecken? Das ist etwas komplexer, googelt ruhig mal die genauen Schritte, geht aber in Kurzform so: Teddy aufschneiden, rituell befüllen, zuschnüren. Nachts in eine volle Wanne werfen, sagen „Ich bin dran“, die Lichter aus- TV auf Statik anmachen, zum Teddy zurückkehren, „Hab dich“ sagen und ihn mit einem Messer erstechen. „Jetzt bist du dran“ feststellen und sich in einem Wandschrank verkriechen und nun die Nacht über sich selbst Panik machen, weil man denkt, Kuma-san ist auf Mordtour, wann immer das Haus beim Setzten knarrt. Only in Japan!

Ich persönlich würde mich ja bepissen. Aber das ist wahrscheinlich Sinn der Sache und der Grund, warum dieses Spielchen in Japan unter gelangweilten Jugendlichen genug Verbreitung gefunden hat, um auf dem Konzept drei Horrorfilme basieren zu lassen (ein vierter ist in der Mache), auf Englisch sind die ersten beiden als Hide and Go Kill oder alternativ Creepy Hide and Seek zu finden (in Japan sind sie nicht nummeriert, sondern offerieren Subtitel wie „Der Film“ und „Der wahre Film“ für die Nachfolger).

Ok, ich hab also Creepy Hide and Seek geschaut (a.k.a Hide and Go Kill 2, a.k.a Hitori kakurenbo: Gekijouban), das Kinorelease, nicht den vorher gekommen Direct to Video Film.

Zu schade, dass der Film aus dem Konzept mal überhaupt nichts macht. Ach klar, die spielen schon Solo-Verstecken, aber so wirklich eine Signifikanz hat das nicht, die Geister könnten auch auf jede andere Art und Weise auftauchen. Denn letztendlich tun die Kuscheltiere/Puppen überhaupt nichts! Stattdessen haben wir die üblichen blassen Japanerinnen mit langen Haaren, die ominös in Ecken stehen und abgehackt über Böden kriechen. Selbst das Geräusch, das sie von sich geben, klingt dem Todesröcheln aus Ju-on verdammt ähnlich.

Ju-on hat nur wenigstens zumindest einen zügigen Fortgang, in dem eben alle 15 Minuten jemand um die Ecke kommt und ein neuer Charakter eingeführt wird. Creepy Hide and Seek bewegt sich dagegen wie eine gesalzene Schnecke voran. Der Kill in der Eröffnungsszene geschieht natürlich zügig, die wird aber eh im Film nie wieder wichtig, sondern ist nur dazu da, damit das Publikum die Regeln des Spieles lernt. Dann gehen wir zu unserem Hauptcharakter, einer Lehrerin. Die bekommt von einer Schülerin vom Alleine-Verstecken erzählt, welche daraufhin verschwindet, genau wie ihre Kollegin. Aber beides nicht innerhalb der ersten 30 Minuten, wie es in anderen Filmen als Setup für eine Investigation des Spieles gelten würde. Nein, das zieht sich ewig, bis die beiden weg vom Fenster sind und weitere Opfer gibt es im Film dann auch gar nicht mehr. Wirklich das Ganze untersuchen tut die Lehrerin auch nicht, sie findet heraus, dass die beiden verschwunden sind und dann wird auch sie plötzlich von den Geistern bedrängt. Obwohl sie das Versteckspiel-Ritual gar nicht durchgeführt hat. Ihre Kollegin eigentlich auch nicht. Warum dreht sich der Film angeblich also noch mal darum? Ach so, ja, die Lehrerin hat als Kind mal Normalo-Verstecken mit einer Freundin gespielt, die meinte, sich zu ertränken wäre ein bombensicheres Versteck. Was erklärt, warum ihr Geist der Lehrerin folgt, aber nur umso mehr die Frage aufwirft, was das Solo-Verstecken mit der Handlung eigentlich zu tun haben sollte. Und klärt natürlich nicht, warum das Mädel für seine Rache zwanzig Jahre gewartet hat.

Der Film hat allerdings ein paar der schrägsten Dialoge überhaupt zu bieten. A la: Schüler: „Mein Vater nervt neuerdings damit, wie es mir geht. Ich glaub ich bring ihn um“, Schülerin darauf: „Spar dir die Mühe, Erwachsene sterben eh vor uns“: Lulzwhat?

Na ja, eigentlich nur den einen. Der Rest sind ewig langgezogene Szenen, in denen nichts passiert; eine Handlung, die wenig her gibt, keiner Logik folgt und die Prämisse des Filmes gar nicht wirklich nutzt; kurze und seltene Geisterscheinungen, die absolut nicht unheimlich sind.

solitaryhide

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Ein Kommentar

  1. Hmm klingt irgwendwie interessant. Werd ich mir mal mental makern. Die etwas differenzierte Anime Hide & Seek Variante know as Kakurenbo, hat mir sehr gut gefallen, war aber leider viel zu kurz. Määä. -.-

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