St. John’s Wort

ava-1243St. John’s Wort basiert auf einem SNES-Spiel des gleichen Namens, welches ein Sound Novel ist. Die sind grundsätzlich vergleichbar mit Visual Novels, nur eben mit einer noch rudimentäreren Bildunterstützung, statt also Charaktere einzublenden und hier und da mal ein Event-CG, sieht man hauptsächlich nur generelle Szenerie-Hintergründe, auf denen der Text verteilt wird, während Musik und Geräuschkulisse spielen.

Der Film an sich nutzt diesen Ursprung dabei für sich, statt nämlich einfach ein Pärchen zu nehmen, die eine Autopanne vor dem unheimlichen Anwesen haben, gibt es hier eine Gruppe Leutz, die eben genau jenes Spiel programmieren wollen. Basieren tun sie ihre Einfälle auf dem Leben der adoptierten Nami, die eben jenes Anwesen von ihren unbekannten Eltern geerbt hat. Und um die Lokalität glaubwürdig zu gestalten, fahren Nami und Ex-Freund dort hin, filmen sich dabei Blair-Witch-esque, damit sie dem Rest des Teams zu Hause alles per Live Feed über Internet präsentieren können.

Dann passiert erst mal lange nichts. Die beiden stapfen durchs Haus, sehen unheimliche Gemälde, durch die er bemerkt, dass ihr Vater anscheinend dieser berühmte Künstler war, der sich zurückzog, nachdem Namis Zwillingsschwester starb. Die Räume sind voller unheimlicher Puppen, Gemälde, Kinderwagen etc. und neben der Shakey Cam haben wir auch s/w-Shots ohne Ton von der Zimmerdecke, wie durch Überwachungskameras. Aber ultimativ passiert die erste Hälfte des Filmes nichts. Man sollte meinen, die besondere Kameraführung würde für was von Interesse genutzt. Beispielsweise, wenn sie ihre eigenen Aufnahmen erneut ansehen, etwas zu hören, was nicht da war – was gehintet wird, da Nami meint, eine Stimme zu hören, die er aber nicht gehört hat – aber nein. Oder in den Überwachungsshots zu zeigen, wie sich etwas bewegt, ein Schrank aufgeht oder ähnliches, kurz bevor die beiden ein Zimmer betreten oder nachdem sie es verlassen haben. Nein, nichts. Die beiden gehen 30 Minuten durch staubige Räume, kommentieren das Gesehene, und mehr nicht.

St. John’s Wort wird nämlich als Horrorfilm vermarktet, ist aber wirklich eher eine Mystery-Geschichte um die Vergangenheit von Namis Familie und was mit ihnen passiert ist. Letztendlich taucht sogar ein Gegenspieler auf, aber auch da finden wir heraus, dass er eigentlich keine wirkliche Bedrohung darstellt. Und all das, nachdem der Film zunächst so ein großes Ding aus dem Johanniskraut im Vorgarten gemacht hat, und das es für Rache steht.

Und dann war doch alles nicht echt, sondern nur das Spiel, was die Gruppe programmiert hat. Oder auch nicht. Ich hab ehrlich gesagt am Ende nicht ganz verstanden, wie viel genau real passiert sein soll, und wie viel Fiktion war. Sind die wirklich ins Haus gegangen, rumgestreunt, und haben es dann wieder verlassen, ohne dass das Finale passiert ist? Oder war schon das erfunden? Stimmt die Hintergrundgeschichte um Nami überhaupt? Oder ist auch das ausgedacht? Es hilft nicht, dass der Film komplett über die übersättigten Farben und gewollt fake aussehenden Außenshots des Gebäudes nutzt, um darzustellen, dass dies alles nur ein Spiel ist, wenn dann die Szenen mit dem kleinen Programmierteam in ihrem Büro auch nicht realistischer eingefärbt werden. Ja die Szenen im Haus an sich sehen eigentlich am realsten aus, da die dunklen Farbpalletten die Falschheit der Farbgebung runterschrauben.

War also ein recht konfuser Film. Und auch ehrlich gesagt in ziemlich langweiliger.

stjohn

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