Gamera

ava-1242Wer schon länger dabei ist, oder weit zurück gelesen hat, wird sich vielleicht noch an meine erste “X Day”-Reihe erinnern, in der ich pünktlich jeden Montag über einen Godzilla-Film geblogt habe (und hier und da einen Special Friday für eine Serie oder Spiel). Zu Beginn der Schoße gab es allerdings noch den einen oder anderen Monsterfilm, den ich mir reingezogen habe, unter anderem auch dessen Inspiration Beast of 20.000 Fathoms und den aktuellsten Teil seines größten Nachahmers, Gamera the Brave.

Gestartet ist die Reihe allerdings bereits 1965 mit Gamera, the Giant Monster. Zum Großteil erinnert der noch an den ersten Godzilla, ist er doch ein sich ernst nehmender Katastrophenfilm über ein einzelnes Monster, welches Japan unsicher macht. Und das alles noch in Schwarz-Weiß, während bei Toho schon vier Jahre früher Mothra in Farbe über die Leinwände flog und Godzilla 1965 bereits mit Alien-Nonsens-Plots und großen Monster-Brawls aufwartete.

Doch ganz so zurück ist Gamera dann doch nicht, ist die titelgebenden Riesenschildkröte hier doch kein von einer Atombombe mutiertes Wesen, sondern existiert eine dämliche Geschichte darüber, dass es ein legendäres Wesen aus Atlantis ist, welches nur im Eis eingeschlossen war, bis eine Atombombe das Vieh da rausgesprengt hat.

Überraschenderweise ist Gamera auch gar nicht die Zerstörungsmaschine, die Godzilla ist. So richtig angreifen tut das Vieh zunächst nämlich nichts, sondern läuft – und fliegt – halt ein wenig durch die Gegend, während das Militär unbegründet Panik schiebt. Gut, ist schon die passende Reaktion zu so einem Megamonster, aber faktisch fehlt es Gamera maßgeblich an Godzilla-Rage. Haben wohl auch die Macher des Filmes schnell gemerkt und das Vieh dann, nachdem sie uns zuerst beweisen wollten, wie harmlos und missverstanden das Biest doch ist, es doch noch durch Tokyo trampeln lassen. Weil es von unseren Energiequellen angezogen wird und auftanken gehen muss.

Gegenmaßnahmen von Wissenschaftlern und Militärs sind natürlich gewohnt inkompetent. Zuerst sind sie überrascht, dass sich eine feuerspeiende Schildkröte nicht von Feuer beeindrucken lässt. Dann kommen sie endlich auf die Idee, dass so ein im ewigen Eis gefroren gewesenes Vieh vielleicht eingefroren werden kann. Und zum Schluss schießen sie Gamera auf den Mars.

Was Gamera allerdings schon vor Godzilla hat, und was den Film maßgeblich für mich tötet, sind die kreuzdämlichen Kids. Auch hier haben wir einen Jungen, der schlichtweg zurückgeblieben wirkt, da er wie ein fünf Jahre jüngeres Kind agiert. Er denkt echt, Gamera ist seine ausgesetzte Schildkröte. Er begibt sich alle 15 Minuten in Gefahr, um das Vieh von Nahem zu sehen oder anderen zu beteuern, wie lieb Gamera doch ist, beschwert sich dann auch noch über Rettung. Nebenbei hat auch selten jemand wirklich was dagegen einzuwenden, das ein Kind bei ihren super geheimen Anit-Gamera-Aktionen rumspringt.

Ansonsten wäre Gamera vielleicht ein wenig langweilig gewesen, da es sich trotz des unterhaltend-dämlichen Einfalls hier und dort zu ernst nimmt, um wirklich witzig zu sein, ihm aber auch ein wenig die Klasse des ersten Godzilla abgeht, es ihm etwas an Monsteraktion fehlt und er halt einfach etwas lang und spröde geraten ist. Aber das gottverdammte Kind…

gamera1965

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