Ju-on: Part Un

ava-1241Ju-on/The Grudge ist eine Horrofilm-Reihe, die auch auf Rings Erfolg von Suspens-Japano-Filmen aufgesprungen ist und es im Fahrtwasser zu mehr Teilen geschafft hat, als dem nötig wäre. Die sind fast alle zurückgehend auf Regisseur Takashi Shimizu, selbst die US-Produktionen. Der Mann steckt übrigens auch hinter Tomie: Re-birth, Teil einer weiteren Japano-Horror-Reihe, die es ob ihrer Qualität nie hätte auf mehrere Filme bringen dürfen.

Den Start der Saga um blasse Frauen und miauende Jungen legte der gute Mann allerdings bereits in zwei je 3-minütigen Vignetten für den TV-Film Gakkou no kaidan G. Bei der Länge sind sie nicht der Rede wert, tun aber auch nicht weh, sie sich anzuschauen. In a Corner hat zwei japanische Schülerinnen, die bei der Dienstverlosung das Kümmern um die Karnickel gezogen haben. Dabei kriecht eine blasse Frau aus dem Gebüsch, die gerade ihr bestes Sadako-Cosplay hinlegt, und bringt die beiden um (wahrscheinlich, da Fade to Black). In 4444444444 findet ein Schüler eine Handy, das zu klingeln beginnt, Anruf von jener Nummer (4 ist Japans Unglückszahl, da sie wie Tod ausgesprochen wird). Am anderen Ende ist eine Katze. Nein doch nicht, sondern der miauende Junge, der den Kerl umbringt (zumindest anzunehmen, erneut Fade to Black). Beide Dinger sind also ziemlich mau und einen ganzen Abendfüllenden Film aus solchen Ereignislosen Episödchen stelle ich mir doch sehr ermüdend vor, bei wachbleiben zu wollen.

Auf diese Probe gestellt werde ich natürlich sofort, beim zwei Jahre später erschienenen, ersten vollwertigen Film um den Fluch, Ju-on: The Curse. Die 70-minütige Direct-to-Video Produktion ist nämlich eben in ungefähr 10-minütige Kapitel unterteilt, alle benannt nach dem Charakter, der hier das Zentrum bildet. Und von den Geistern umgebracht wird. Die Ereignisse aus In a Corner und 4444444444 spielen parallel dazu, wären sozusagen zwei weitere Szenen hierin gewesen (kommen aber nicht erneut vor). Die Angelegenheit versucht zwar etwas komplexer zu wirken, in dem die Ereignisse aus keinem erfindlichen Grund non-chronologisch erzählt werden, den Überblick zu finden ist aber mehr als einfach, weil nicht wirklich viel Inhalt im Film steckt. Es gibt sozusagen drei Zeiten. Die eine dreht sich um einen Lehrer, der das Elternhaus eines lang absent befindlichen Grundschülers besucht, dort den verwahrlosten, misshandelten Jungen allein vorfindet. Die andere spielt Jahre später und dreht sich um eine Familie, die im gleichen (nun Spuk-)Haus lebt und von den Geistern der vorigen Familie umgebracht werden. Die letzte Szene des Filmes spielt dann dazwischen und zeigt eine paranormal Begabte, die für einen Makler das zum Verkauf stehende Haus unter die Lupe nimmt.

Im Prinzip lässt sich Ju-on: The Curse in wenigen Worten zusammenfassen: Familie kommt unter tragischen Umständen im Haus ums Leben und nun bringen ihre Geister jeden um, der das Gebäude betritt. Viel mehr steckt nicht im Film und der Großteil der Szenen läuft nach dem genau gleichen Schema ab: Protagonist macht alltägliche Dinge, hört etwas seltsames, geht nachschauen, sieht einen Geist, Fade to Black. Nächste Szene, alles von vorn. Noch ist das kurz genug, um nicht komplett zu langweilen, und dafür, dass das Ding absolut kein Budget hat, holt es dennoch etwas Atmosphäre aus den Szenen heraus. Doch so wirklich Begeisterung für den Film mag auch nicht aufkommen, schon allein weil sich so blasse Japano-Geister natürlich in den letzten 13 Jahren, seit er erschien, tot gelaufen haben.

Ju-on: The Curse 2 setzt dann dort an. Mehr oder minder zumindest, denn der bessere Titel des im gleichen Jahr noch raus gehauenen Filmes wäre wohl Ju-on 1.5, besteht doch die erste Hälfte der 75 Minuten aus nichts anderem, als Wiederholung des ersten Filmes. Genau genommen die Segmente um den Lehrer und dem Medium werden uns erneut gezeigt, bevor es mit neuem Material los geht. Dann wird gezeigt, wie sich der Fluch sozusagen ausbreitet. Erneut auf mehrere Protagonisten verteilt sehen wir, wie die Familie des Mediums und des Hausmaklers von den Geistern bedroht wird, sowohl denen aus dem Seaki-Haus wie der Familie des Lehrers. Anscheinend hat jeder, der von den Geistern umgebracht wird, die Chance drauf, selbst ein Spieler im Fluch zu werden. Zwischendurch sehen wir auch noch kurz ein neues Paar, das im Saeki-Haus wohnt sowie Polizisten, die den Fall um all die durch den Fluch verschwundenen Leute investigieren. Spoiler: Geister tauchen auf und bringen sie um.

Ju-on: The Curse 2 ist ein leicht zweischneidiges Schwert. Denn zum einen ist die zweite Hälfte der stärkere der ersten beiden Filme, da spannender, der Ablauf nicht ganz so uniform, auch wenn letztendlich das Grundschema nicht anders ist, als im Vorgänger, ist der Aufbau etwas verschachtelter und die Geisterscheinungen sind kreativer. Leider gibt es halt die erste Hälfte des Filmes, die 1:1 aus dem Vorgänger übernommen wurde und am besten schlichtweg überspult wird.

Was es mit der Obsession für Katzen in den Filmen auf sich hat, finden wir allerdings nie heraus. Ernsthaft, im ersten Film haben wir einen Charakter, der panische Angst vor den Tieren hat, einen weiteren, der Porzellankatzen sammelt, den miauenden Geisterjungen, der Katzenbilder malt, und Charaktere, die referieren, dass lauter Streuner die Nachbarschaft unsicher machen.

juon1

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3 Kommentare

  1. Hab den Film nie gesehen, weder Original noch Remake, aber ich hab das Wii-Spiel gespielt. Könntest du mir da mal verraten, wo die Parallelen liegen (außer dem Haus am Ende, das offensichtlich das aus dem Film zu sein scheint).

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    • Ak, das Spiel. Ich wollt mir das eigentlich bestellen, weil ichs in die Blogpost integrieren wollte, und dachte, mittlerweile wird einem der Mist bestimmt für nen Appel und nen Ei hinterher geworfen, aber anscheinend ist das Ding eines der raren Wii-Spiele und Leute verlangen deswegen tatsächlich Geld für den Müll.

      Anyway, den Link hast du schon selbst entdeckt: Das Haus. Damit lässt sich der komplette MO der Reihe zusammenfassen: Wenn du das Haus betrittst, stirbst du.

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      • Schau dir halt ein LP davon an. Spiel ist es eh ziemlich wenig und das Ding brauch keine Stunde bis du komplett durch bist.

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