American Horror Story: Asylum

ava-1222Ich hab mich jetzt also durch die zweite Staffel von American Horror Story geschaut. Wie bereits damals erwähnt, ist jede davon eine eigenständige Handlung mit neuen Charakteren (wobei viele Akteure wiederverwendet werden), die mit der vorigen nichts zu tun hat. Deswegen wohl auch statt Season-Durchnummerierung die Untertitel – Staffel 2 nennt sich Asylum, Staffel 1 hat nachträglich den Untertitel Murder House angehängt bekommen.

Das Ding startet im Hier und Jetzt mit einem frisch verheirateten Paar, das in seinen Flitterwochen die bekanntesten Spukstätten der USA bereist, um darin zu ficken. Das führt sie auch nach Briarcliff, einer ehemaligen Irrenanstalt, deren bekanntester Insasse der Frauenmörder Bloody Face war. Und von dem werden sie prompt im Gemäuer angegriffen.

Cut und plötzlich sind wir in den 60ern bei unserer eigentlichen Haupthandlung, nämlich in der Anstalt, als sie noch von der Kirche als solche genutzt wurde. Eine Reporterin, die Lunte für ihren großen Durchbruch riecht, legt sich, um an Bloody Face zu kommen, mit der Chefnonne der Anstalt an… die prompt ihre Macht ausnutzt, um sie einweisen zu lassen. Bloody Face derweilen beteuert unschuldig zu sein und seine Frau nicht ermordet, sondern an Aliens verloren zu haben.

Die Sache mit der ersten Staffel war die, dass es zwar das Opening a la Marylin Manson Musikvideo hatte und es das ganze Lynch-esque schräge Promomaterial mit der Schwangeren und dem lebenden Latexanzug gab, die Serie an sich dann aber überraschend bodenständig präsentiert und recht gewöhnliche Haunted House/Rosmary’s Baby Geschichte war. Asylum geht nun in die ganz andere Richtung und ist voll und ganz zufrieden damit, batshit insane zu sein.

Wir haben hier also fiese Nonnen; Frauenmörder, die deren Haut als Maske tragen; Aliens; Ghouls; einen Nazidoktor, der Experimente durchführt; Todesengel; Besessene; Exorzismen; Kreuzigungen und natürlich jede Menge Wahnvorstellungen und Blut. American Horror Story: Asylum hat sozusagen für jeden was zu bieten und hakt munter jede Horrorfilmtrope ab, die man auf die Schnelle finden konnte. Das macht die Sache ehrlich gesagt häufig etwas unfokussiert und mag überbordet wirken, man sich dem Gefühl nicht entziehen können, all dies kann nur in einem Trainwreck enden, doch eine unterhaltsame Fahrt ist es allemal, einfach weil einem so viel entgegen geschmissen wird, in der Hoffnung, irgendwas davon bleibt schon hängen.

Und ich war tatsächlich überrascht, bringt die Staffel die Ereignisse doch zu einem runden Ende, statt total aus dem Ruder gelaufen nichts mehr auf die Reihe bringen zu können. Für die letzten 2-3 Folgen geht’s ordentlich vom Gas runter, wirft die ganzen übernatürlichen Spektakel komplett über Bord und präsentiert in ruhigen, geordnetem Ton ein schon fast antiklimaktisches Finale, das doch irgendwie gut passt.

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5 Kommentare

  1. Die Frage, die mir schon ewig auf der Zunge brennt: Eingeständige Geschichten mit abgeschlossenen Rahmenhandlungen? Seh ich das richtig so?

    Antworten
    • Staffel-mäßig schon, Episoden-mäßig jetzt aber nicht. Ist also nicht wie Masters of Horror oder Tales from the Crypt jede Folge eine neue Handlung, die Staffeln an sich haben aber nichts miteinander zu tun, sondern sind komplett eigenständige Plots mit neuen Charakteren.

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  2. Leider muss ich dir widersprechen. ich fand gerade, dass am Ende sehr viel aus der Geschichte herausgenommen wurde und nicht unbedingt alles erklärt wurde. Vielleicht bin ich eine Erbsenzählerin:)
    Gut wars trotzdem.

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    • Ich glaub, mich hat das nicht so gestört, weil ich einfach keine Erklärungen für all den vielen Irrsinn erwartet hatte, der da so abgeht :D Ich war überrascht, dass es überhaupt ein ordentliches Ende, statt ein verwirrendes Durcheinander gibt.

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      • Ok das stimmt. Ein ordentliches Ergebnis resp./bzw. für Irrsinn ist nicht einfach zu finden.
        Wie gesagt, mir hat allerdings die erste Staffel besser gefallen.

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