Let’s Play ~ The Mother Trilogy (2) – 10. Dino Crisis

ava-1207Wo wir landen ist die Velorene Welt im Erdkern. Mensch, Eartbound ist so 50s America. Ist ganz cool gemacht eigentlich, denn die Charaktere und Landschaft wird nun winzig angezeigt, um die Dinosaurier mit der entsprechenden Größe durchs Gebiet stampfen zu lassen. Und da die Kämpfe First Person sind, gerät man hier dann auch in keine Diskrepanz oder kann plötzlich nur die Füße von den Viechern darstellen (obwohl, wär ganz cool eh?). Ein sprechender Stein in einem der Eingeborenendörfer gibt uns übrigens die Fundstätte für alle acht Melodien preis, falls man bisher welche verpasst hat.

Nummer Acht ist erst hier in einem Vulkan zu finden, anschließend wird’s dunkel und Ness erwacht alleine, nur in seinem Pyjama, in einer schrägen Traumwelt. Willkommen in Earthbounds Version von Magicant, viel abgedrehter, als im Vorgänger. Psychedelische Farben, komische NPCs, gigantische Früchte, Weltraumhintergründe und was so alles dazu gehört. An dessen Ende muss Ness gegen seine eigenen Ängste kämpfen und bekommt anschließend erklärt, dass dies Giygas Angriff auf die Psyche von Ness war, da er der Einzige ist, der ihn angeblich aufhalten können wird. Dies realisiert, bekommt Ness ordentlich einen Statboost und erwacht aus Magicant.

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Bleibt eigentlich nur noch mit der frisch fertiggestellten Raum-Zeit-Reisemaschine vom Prof zu Giygas zu pesen, um ihn alle zu machen. Zumindest, sobald wir ihm aus dem Meteor in unserer Heimatstadt ein Metall besorgt haben. Die ist mittlerweile abgedunkelt und von Monstern überrannt. Und wenn ich überrannt schreibe, meine ich das auch. Wenn einem die Gegner bisher noch nicht auf den Geist gingen, dann spätestens ab hier. Was für Saubatzen und dann noch alle paar Schritte gleich drei bis vier davon rumschweben. Argh. Besser wird’s nicht, wartet doch darauf wie gesagt auch Giygas letzte Zufluchtsstätte auf uns. Wenigstens sind beide Gebiete kurz.

Doch erreichen können wir ihn in sterblich-biologischer Form nicht, also werden wir zu Robotern gemacht für die letzten Schritte der Reise. Cool. Bei Giygas treffen wir dann endlich auch Porkey wieder, der natürlich für ihn arbeitet. Giygas selbst hat kein wirkliches Denken mehr, ist sein Verstand doch unter seiner eigenen Macht zusammengebrochen und er begrüßt uns erst Mal mit dem Gesicht von Ness (ich muss sagen, das ganze Giygas-Design inklusive Korridor zu ihm ist recht freaky). Dreiteiliger Bosskampf, zuerst Porkey, dann Giygas und dann ähnlich dem Puzzle-Kampf gegen Ende von Mother jede Runde brav gebetet, damit die NPCs, die wir über die Reise getroffen haben, an uns denken, und Giygas mit Gedankenkraft umbringen (Earthbound inkludiert sogar den Namen, den man bei der 4th-Wall-Breaking Instanz als seinen eigenen eingegeben hat).

Besiegt, Pokey kann für ein Sequel abhauen (für den „Bester Loser-Freund, der aus Eifersucht und Machthunger zum Antagonisten wird“, hatte der leider etwas arg wenig Screentime), und alle kehren je zu sich nach Hause zurück, um sich von der anstrengenden Odyssee zu erholen. Die netten Credits zeigen uns dann auch erst Mal alle „Schauspieler“, bevor sie die wahren Macher rollen lassen, im Hintergrund die Fotos eingeblendet, die im Spiel immer mal wieder von der Truppe gemacht wuren.

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Sodala, ist die schwere Geburt der Reise durch Earthbound nun also rum. Ging ja letztendlich doch ganz schnell, bevor ich mich wieder ablenken lassen konnte.

Ich zweifle manchmal fast an mir selbst, oder an anderen, je nachdem. Ich sehe echt nicht, was Golden Sun oder Kingdom Hearts über die Mittelmäßigkeit verhelfen würde. Chrono Trigger ist gut, aber sicherlich nicht das beste RPG ever. Und auch die Magie der Mother-Serie will mir nicht eingehen. Zum Glück gibt es ja verschiedene Geschmäcker, ansonsten müsste ich mir Gedanken machen, was in meinem Hirn falsch verkabelt ist. Außerdem sinds ja nur Videospiele, kein ernstes Thema also.

Aber ums mal nicht auf einer solchen Downer-Note enden zu lassen: Ja, Earthbound ist ein gutes Spiel. Es hat auch eine charmante Optik und ist recht clever designt, ich war hin und wieder doch überrascht, was die Macher hier in der 16bit-Optik so alles dargestellt haben, da war definitiv jemand kreatives am Werke. Doch ich kann mir der Sache nicht erwehren, dass die Reihe als Adventure ohne den ganzen RPG-Kram mehr Spaß machen würde zu spielen. Und die Lebensveränderte Erfahrung, mich emotional und intellektuell total zu stimulieren – nö, dies hab ich bei Earthbound einfach nicht. Vielleicht wenn ich jünger und noch mal einfacher beeinflussbar wäre.

Kommt Mother 3 überhaupt noch? Nicht sofort, auf keinen Fall. Aber so wie ich mich kenne, auch wenn ich mit der Reihe nicht komplett warm zu werden scheine, werde ich sie irgendwann komplettieren. Oder es zumindest versuchen.

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8 Kommentare

  1. Zum vorvorletzten Absatz: irgendwann kam ich auch drauf, dass es am Genre lag

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    • Vorvorletzter? Das über die Spielserien, mit denen ich nicht so klar komme? Aber ich mag RPGs doch noch… eigentlch D;

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      • Oder die Spiele haben irgendwas an sich, was sie halt so vom Standard RPG abhebt, dass es dir gefällt, es dir aber nicht auffällt.

      • Das… ist natürlich sehr gut möglich. Würde auch erklären, warum ich letztjährig die 1st-Person-Dungeoncrawler charmanter fand, als bisher. So ganz ohne große Charakterisierung, Handlung, Melodrama. Einfach ins Dungeon, versuchen nicht zu sterben, auf dem Zahnfleisch wieder raus und dann beim nächsten Besuch ein paar Ecken weiter kommen.

  2. Oh nein!? Wie kannst du es auch nur wagen, die Reihe so in den Dreck zu ziehen?!?

    Spaß beiseite. Gewissermaßen kann ich dich sogar wirklich gut verstehen. Damals konnte meine Begeisterung nur mit Mother 3 entflammen, die wiederum sich rückwirkend auf die beiden Vorgänger ausgewirkt hat. Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum viele Japaner den dritten Teil abgrundtief hassen und nicht wenige Amerikaner den zweiten Teil besser finden. Ich für mich finde den dritten Teil am besten und werde es auch jedem direkt ins Gesicht schmieren, der meine Meinung in Erfahrung bringen möchte. Natürlich hat es viel mit Nostalgierverblendung und Starrsinn zu tun, aber die Veränderungen in Dragon Quest wurden in Japan nach einigem Murren doch auch angenommen, oder?

    Jedenfalls bin ich umso gespannter auf das Let´s Play des dritten Teils und kann es kaum abwarten. Ich sollte den dritten Teil vielleicht in nächster Zeit erneut durchspielen. An deiner Stelle würde ich tatsächlich noch ein wenig warten, denn bald wird ein neuer Englisch-Patch erscheinen, der einige Fehler und Bugs verbessern soll. Nach der Klarstellung der Ankündigung seitens Itoi scheint sich da wieder etwas zu tun.

    Jetzt aber wieder zurück zum eigentlichen Thema. Abschweifen kann ich ja ganz gut, wie man sicherlich merkt.

    Einer der bekanntesten Veränderungen zwischen den einzelnen Sprachversionen dürfte der nackte Ness in Magicant sein, der in der amerikanischen Version einfach seinen Pyjama vom Anfang des Spiels verpasst bekommen hat. Wenn ich mich recht entsinne, war doch Sailor Moon gegen Ende der letzten Staffel nackt, nicht wahr? Wahrscheinlich soll das Reinheit entsprechen oder aber es ist nur eine Darstellung der Seele, die man sich ja grundlegend auch nicht mit Klamotten vorstellt. Ich kenne mich da aber zugegebenermaßen nicht so aus…

    Was mich enorm an der EarthBound-Community (oder auch allgemein der Internet-Sippschaft) stört, ist diese Mystifizierung von Dingen, die eigentlich gar nicht so angegeben wurden. Natürlich sind Gerüchte auf eine gewisse Art und Weise unterhaltend, aber auch gleichzeitig extrem nervig bis lästig. Wirklich – ich kann mich bezüglich Giygas mit niemanden unterhalten, ohne dass mein Gegenüber ernsthaft an der Fötus-Sache und einen Porno diesbezüglich glaubt. Giygas basiert ja auf einem Kindheitstrauma von Itoi, den er sich mit fünf Jahren in einem falschen Film im Kino zuzog. Dabei handelte es sich KEINESWEGS um einen freizügigen Porno, sondern um einen Krimi/Thriller, bei der der Torso einer Frauenleiche in einen Brunnen geworfen wurde. Bei Interesse kannst du unter folgendem Link die Szene sogar ansehen: http://earthboundcentral.com/2009/01/the-scene-that-inspired-giygas/

    Bensonders nervig ist aber die schon erwähnte Sache mit dem Fötus, da angeblich der Korridor im den Schläuchen einen Uterus verkörpern und die Silhouette von Giygas ein Baby darstellen soll. Geeeenaauuu, nicht mal selber nachdenken, sondern alles aus dem Internet nachplappern, Mädel… Dieses Geschwätz macht in meinen Augen nicht mehr Sinn als diese ganzen lächerlichen Fanfictions, die gerne im Internet hausieren. Also, ich wäre anstelle der übermütigen Fans etwas vorsichtig.

    Itoi beschrieb Giygas selbst als etwas, was für Menschen nicht wirklich greifbar, verständlich ist und wurde durch das erwähnte Trauma inspiriert. Eben etwas, was Angst verursachen soll. Natürlich können Föten dabei sein, aber Itoi hat es nie offiziell bestätigt oder es in irgendeiner Form angesprochen. Diese ganzen Gerüchte entstanden nur deshalb, weil in der zweiten Phase, in der man allein mit Giygas ist, die Hintergründe wie Föten aussehen sollen. Obwohl das abwegig ist, da es sich im Endeffekt „nur“ um eine verkleinerte Bildwiederholung der ersten Phase handelt.
    Nichtsdestotrotz verstehe ich die, die sich vom Kampf beeindruckt zeigten, denn dieser wurde wirklich effektiv in Szene gesetzt. Er ist definitiv anders und transportiert die zugedachten Emotionen außerordentlich gut. Hättest du denn das erwartet, was sich da abspielte?

    Jedenfalls ist der etwas andere Endkampf schon in jedem Teil der Reihe Tradition.^^ Das wirst du dann bei Mother 3 auch merken.
    Was ich im letzten Beitrag vergessen habe: Nach dem Endkampf kannst du „Overcoming Shyness“ von den Tendas abholen und es zurück zu Bibliothek bringen, was in einem weiteren Easteregg endet.^^

    Ich mag zwar die Golden Sun-Reihe – insbesondere des zweiten Teil – sehr, kann aber auch deine Einwände verstehen. Es gehörte für mich damals zu den ersten Rollenspielen nach Pokémon Blau, Gold und Saphir und konnte mich dementsprechend beeindrucken. In gewisser Hinsicht gilt das auch für Kingdumb Hearts, welches einige Jahre danach mein erstes Spiel für eine stationäre Konsole sein sollte und ebenso vobelastet ist. Im Gegensatz zu Golden Sun erkenne ich jedoch die stupide Art der Spiele an und kritisiere es selbst sehr gerne.
    Chrono Trigger gehört zu den Spielen, die ich mangels Interesse und/oder Begeisterung einfach abgebrochen habe. Da scheine ich wohl eine ähnliche Meinung zu haben.

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    • Ich hab ja dann mit Mother 3 doch angefangen. Die Sache ist die, dass das Final von Earthbound – was das Gameplay angeht – doch einen extrem sauren Nachgeschmack hinterlassen hat, so dass ich beim Schreiben des letzten Eintrags erst mal total auf „Nie wieder – na ja, vielleicht doch, aber nicht bald“ war. Das etwas sickern gelassen und mit einem/zwei Tagen Abstand, wollte ich dann doch den letzten Teil mal Probefahren.

      Die Sache mit dem Fötus hatte ich irgendwo gelesen, genau wie die Porn-Influenz. Ich sehs nicht, aber zu Giygas wird einem eh gar nichts erklärt, also kann man auch munter drauf los spekulieren. Ich mein ein finales Dungeon/Korridor, der an das fleischliche Innere eines Oranismuses erinnert, ist ja in RPGs keine Seltenheit und ich seh da echt keine Eierstöcke im Design. Und Giygas ist für mich eben einfach nur ein verzerrtes, schreiendes Gesicht. Überraschend ist das Finale jedenfalls auf jeden Fall. Ich hätte nur gern gehabt, dass Pokey etwas präsenter in der Handlung ist, der verschwindet 1/3 durch die Storyline ja bis auf seinen kurzen Auftritt in Fourside komplett aus dem Spiel, bevor man ihn hier wieder trifft.

      Ein nackter Ness hat glaub ich tatsächlich was mit der spirituellen Seite zu tun. Er geht ja praktisch in seine eigene Psyche, da haut es schon hin, dass man dort komplett nackt und sozusagen ungeschützt ist.

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      • Diese sogenannten „Puzzle-Kämpfe“ sind nicht so dein Fall, oder?
        Ich muss dazu sagen, dass ich damit nie so meine Probleme mit hatte. Sicherlich mögen diese jetzt nicht anspruchsvoll oder herausfordernd sein, aber für mich war es persönlich erfrischender als so ein ganz normaler Endgegnerkampf und konnte gegebenenfalls sogar die Emotionen hervorrufen, die von den Entwicklern gedacht waren. In Final Fantasy X gab es ja auch gegen Ende einen ähnlichen Kampf und ganz ehrlich: Es war einer der wenigen Aspekte, die mir am Ende gefallen haben und nicht unfreiwillige Komik in mir hervorrufte. Hmmm… Ich sollte mir vielleicht mein Exemplar vom Bruder zurückstehlen und es noch einmal versuchen, denn trotz der nervigen Elemente hätte ich Lust auf FF10. Es dauert immer nur so lang, meh.

        Ich erkenne auch ein schreiendes Gesicht oder die Silhouette eines gehörnten Dämons, aber ein Fötus oder gar mehrere Föten kann ich darin nicht erkennen. Mich ärgert halt nur diese hirnlose Plapperei, die gerne vom Großteil der Fangemeinde betrieben wird und mir sämtliche Freude am Philosophieren nimmt. Ich meine, nur weil der Typ von deinem Link Magicant als Mutter bezeichnete, werde ich es noch lange nicht nachplappern, da ich mir meine eigenen Gedanken machen möchte. Ich finde schon irgendwie seinen Standpunkt interessant, teilen muss ich ihn deswegen noch lange nicht. Aber das lässt sich ja leider auf viele Medien ausweiten…

        In Sailor Moon kann ich mir allerdungs schon vorstellen, dass das auch ein Sinnbild der Reinheit darstellen sollte. Wird ja auch oft damit in Verbindung gebracht. Auch Sailor Moon wäre mal wieder interessant, aber es sind gleich 200 Folgen und viele davon mit der tötenswerten Nervensäge Chibusa. -.-

      • Nein, eigentlich hab ich mit den Puzzle-Kämpfen kein größeres Problem. Zumindest in den ersten beiden Teilen. Und in Mother 3 stört es mich nur, dass es so lang dauert. Wenn ich den ganzen Kampf nichts machen darf, außer den immer gleichen Befehl zu nutzen (Sing/Pray/Defend), während das Spiel sein Ding macht, dann sollte die Schoße wirklich nicht länger als die 8 Runden der ersten zwei Teile dauern, sonst wirds etwas lahm.

        Ugh, FFX auch letztjährig begonnen, muss ich auch mal weiter machen. Ich hat ja das Gefühl, dass es mir besser gefiel, weil ich es schon kannte und wusste, was da auf mich zu kommt. Kann natürlich auch ein wenig Nostalgie-Verblendung sein, so als das letzte große Final Fantasy, dessen Release keine Massenentäuschung unter den Fans ausgelöst hat :D Hach ja, die guten alten Zeiten, als ein FF-Release noch ein Ereignis war, denn eine Fußnote, die man eh nur spielt, um sich drüber lustig zu machen.

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