Buffy: Season Two

ava-1179Willkommen erneut in den Zeiten, als Serien von Joss Whedon noch nicht vorzeitig abgesetzt wurden. Wie geht’s also weiter mit unserer Slayer und ihren zahlreichen Tops, durch die man ihren BH sehen kann?

Season 2 ist die Angel Season. Das ist natürlich für mich gleich ein kleines Problem, ist er doch der einzige Charakter der Scooby Gang, den ich nicht leiden kann. Damals nicht und das hat sich bis heute nicht gebessert (Cordelia oder Drusilla, die ich damals auch blöd fand, find ich diesmal beispielsweise Ok). Mit Angel kann ich nichts anfangen und ich hasse, wie aus Slayer-Buffy eine Idioten-Bella wird, wann immer er in der Nähe ist. Aber auch mal ganz davon abgesehen, find ich deren Romanze auch nicht sonderlich gut geschrieben oder umgesetzt. Wenn Buffy plötzlich beginnt, von ihm als ihren Freund zu reden, war ich etwas überrascht, wann diese Wandlung genau passiert sein soll, wann genau sie ein festes Paar wurden. Die Sache ist echt holprig. Was seltsam ist, denn die drei anderen Beziehungen der Staffel – Giles und Miss Calendar, Willow und Oz und selbst Xander und Cordelia – sind echt knuffig und charmant. Dem Hauptpärchen der Serie geht das allerdings total ab.

Allerdings sei applaudiert ob der Tatsache, Angel zum Bösewicht der Staffel zu machen. Mr. Mc Dreamy Vampire verliert seine Seele, bringt Leute um, auch einen geliebten Menschen der Scooby Gang! Das braucht natürlich Eier, denn selbst wenn er zurückkommt, können seine Taten nicht rückgängig gemacht werden. Buffy ihn umbringen zu lassen ist eine weitere Überraschung, auch wenn wir natürlich alle wissen, dass es retconned wird. Und jetzt, wo er eine Bedrohung ist, ist sein Stalking und nächtliches Beobachten gar nicht mehr so romantisch. Allerdings ist David Boreanaz nicht so gut darin, einen Fiesling zu spielen, James Marsters und Juliet Landau haben da an ihren Rollen sichtlich mehr Spaß.

Allgemein war die Main Arc der Staffel und ihre Bösewichter diesmal etwas schwach. Zuerst soll der Master auferweckt werden, was aber nicht passiert. Dann kommen Spike und Drusilla in die Stadt aber tun nicht viel. Was war es noch mal, was sie wollten? Ach ja, Drusilla wieder zu Kräften verhelfen. Das passiert auch, aber danach machen sie auch wieder lang nix in Richtung ihres generischeren Überziels „Wir wollen die Welt zerstören“. Angel wird böse und spielt etwas mit Buffy, aber nach dem einen Charakterkill ist er auch lang wieder auf der Rückbank. Erst auf die vorletzte Folge erfahren wir, welches Magical McGuffin jetzt überhaupt zur Weltzerstörung gesucht wird.

Davon einmal abgesehen hat die Staffel aber auch viel Gutes zu bieten. So langsam findet sie ihren Groove, klar gibt es in der Serie viel Camp und Goofyness, aber dies ist gewollt und self aware. Es gibt viel schneidige Kommentare und Popculture Humor, es gibt Monster, die besiegt werden müssen, es gibt ernstere Momente und Lebensweisheiten (beispielsweise, dass Vergeltung nicht gleich Gerechtigkeit bedeutet), kreative Wendungen, Humor und Teen-Soap-Opera. Und gern all dies zusammen. Ein Beispiel hierbei wäre 216 „Bewitched, Bothered and Bewildered“, die sehr over the top und humorig beginnt, wenn Xander einen Liebeszauber will, der dazu führt, dass alle Mädels ihn unwiderstehlich finden, was aber gegen Ende ins Ernste kippt, wenn sie ihn und ihre Konkurrentinnen lieber töten würden, statt ihn teilen zu müssen. Wie man den Judge in 214 „Innocence“ umbringt, wäre einer der kreativ-humorigen Einfälle. Das Monster kann nämlich nur durch eine ganze Armee besiegt werden. Nur haben wir in unserer heutigen Zeit Waffen, deren pure Einschlagskraft einer ganzen mittelalterlichen Armee gleichsetzbar ist und so holt Buffy einfach einen Raketenwerfer raus.

Eine weitere tolle Folge ist 211 „Ted“, einfach weil John Ritter die Titelgebende Figure herrlich schräg und gleichzeitig gefährlich spielt, sowie die Überraschung, wenn Buffy damit klarkommen muss, im Affekt mit ihren Slayer-Kräften einen echten Menschen umgebracht zu haben.

Allgemein ist die Atmosphäre der Serie eben jetzt stärker, der Humor witziger, die Charaktere sympathischer und bekommen mehr Dimension (besonders Giles mit seiner Ripper-Vergangenheit und Cordelia, wo sie jetzt zur Scooby Gang gehört). Das Xander über Buffy und Willow über Xander hinweg kommt, hilft auch, denn dieses Quasi-Dreieck in der ersten Staffel konnte ich nicht wo wirklich leiden.

Für Horror-/Monster-Fans gibt es diese Staffel übrigens zahlreiche direkte oder indirekte Anspielungen an bekannte Film-Monster zu sehen. Nach Nosferatu aus Staffel 1 haben wir hier eine Mumie, einen Wolfmensch, einen Frankenstein, eine Fischkreatur, Zombies, einen Golem, einen Face Hugger und einen Freddy Krueger.

Auch wird die Frauenrolle bzw. der Kontrast zur starken Buffy mit den Gefahren, denen sich „normale“ Frauen rumschlagen könnten, hier häufiger thematisiert. Beispielsweise in „Halloween“, wenn jeder zu seinem Kostüm wird und Buffy plötzlich als altmodische Gräfin, die ihren Verstand nicht nutzen soll und von Männern abhängig ist, dasteht. „Ted“ bringt häusliche Gewalt auf den Tisch, mit einer Figur, der altmodische Geschlechterrollen gewohnt ist, und als Mann im Hause sich nichts von Frauen sagen lassen will. Ganz zu schweigen von „Reptile Boy“ und dessen Date-Rape-Unterton.

So, Buffy kommt also in Season 2 langsam in Form. Viele meiner Lieblingsfolgen, bzw. jener, die mir nach all den Jahren noch in Erinnerung sind, waren hier zwar auch noch nicht dabei, jedoch ist es unterm Strich eine sehr solide Staffel, in der eben auch keine so richtigen Durchhänger-Episoden dabei sind.

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