The Avengers

ava-1166Nach einer ganzen Reihe an sehr samey gewordenen Superheldenfilmen, wurden Comicfans dieses Jahr gleich zwei Großereignisse beschert. Neben dem Ende von Nolans Batman-Trilogie kamen also endlich Marvels Comic-Helden aus Iron Man, Thor, Hulk und Captain America zusammen, zum größten Ereignis seit Watchmen. Unterstützt von zwei weiteren Helden, die bisher keine Origins-Filme beschert bekamen: Hawkeye, weil er langweiliger als Captain America und Superman zusammen ist, und Black Widow, weil sie eine Vagina hat und Superheldinnen-Filme historisch gesehen immer einen Reinfall bedeuten. Die Gute hat es wahrscheinlich eh alleinig zu verdanken, dass Feminist Joss Whedon die Regie übernahm, überhaupt im Film zu sein, sind weibliche Rollen in Superheldenfilmen seit Batman Begins doch anscheinend auf lediglich eine pro Streifen beschränkt: Nämlich die des Love Interests ohne nennenswerte Screentime.

Okidoke, darum geht’s: Der Tesseract-Wüfel aus Captain America: First Avenger ist also eine unerschöpfliche Energiequelle, was SHIELD ziemlich knorke findet, denn unbegrenzte Energie könnte der Menschheit echt weiterhelfen. Da kommt die Spaßbremse Loki vorbei und mopst den Würfel einfach, shopt gleich noch einen gehirngewaschenen Hawkeye mit. Also holt sich SHIELD den frischt aus seiner 70-jährigen Vereisung befreiten Captain America, Black Widow und Bruce Benner, um den Kerl aufzuspüren. Toni Stark lässt sich die Party natürlich auch nicht entgehen, obwohl er keine Einladung bekommen hat. Thor schaut auch vorbei, denn wenn jemand seinen Bruder eine Standpauke hält, dann doch gefälligst ein Familienmitglied.

Gefangen bekommen sie Loki sogar, zerstreiten sich dann aber sofort. Aus verschiedenen Gründen. Was beispielsweise mit Loki angestellt werden soll. Was SHIELD wirklich im Schilde führt. Ob es nicht spaßiger ist, den Hulk aus Benner rauszukitzeln. Und ganz allgemein, weil sie halt sehr verschiedene Persönlichkeiten sind.

Wer hätte es gedacht, über den Streit schafft es Loki doch tatsächlich, ihnen wieder zu entschlüpfen und mit dem Tesseract ein Portal zu öffnen, welches seine neuen Alien-Overlords auf die Erde los lässt. Avengers Assemble!

The Avengers hat es einfacher und schwerer, als so manch anderer Superheldenfilm. Die Tatsache, dass es ein ganzes Team an Helden gibt, die zusätzlich auch noch aus unterschiedlichen Serien stammen, bedeutet, dass es echt keine Entschuldigung gibt, hier Langeweile aufkommen zu lassen. Es ist einfacher, was zusammenzuwerfen, was bei Stange hält, aber auch eine gewisse Leistung, die Balance und vor allem Übersicht zu behalten. Whedon schafft dies ganz gut. Natürlich gibt es eine unterschiedliche Heldengewichtung. Hawkeye, bis kurz vorm Finale auf gegnerischer Seite eingepfercht, hat weniger Screentime. Robert Downey Jr. als Iron Man bedeutet natürlich, dass er gern die Show stiehlt. Doch weitestgehend stimmt die Balance und Whedon schafft es sogar für Benner und Rogers was zu tun und sagen zu haben, was sie nicht zu steif und langweilig erscheinen lässt. Ja, Loki ist sogar ein echt unterhaltsamer Bösewicht hier, wesentlich witziger, als er das in Thor war.

Der Megafilm mag 2 Stunden 22 Minuten gehen, doch schafft es durch clevere Dialoge, viele Charaktere, viele Action-Setpieces doch kurzweiliger zu sein, als so mancher Origins-Film von einer halbe Stunde weniger. Gerade das Finale ist natürlich Adrenalin-erzeugend ohne Ende. Kurzum: The Avengers ist ein ziemlich cooler Film geworden. Ein phänomenales Ereignis wie ein Watchmen oder The Dark Knight… nein, daran schrammt der Film dann doch ein Stück vorbei für mich. Doch es ist seit einiger Zeit mal wieder eine Verfilmung, basierend auf einem Superheldencomic, der ein echter Reißer ist und das ist bei dem eben doch sehr dank Überbevölkerung ausgelutscht gewordenem Genre eben durchaus eine Leistung.

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