Porphy’s Long Journey

ava-1154Porphy’s Long Journey ist die zweite der drei Reboot-Serien des World Masterpiece Theaters, zwischen Les Miserables und Before Green Gables. Man ging hier zurück zu den Kinderbüchern, blieb bei den üblichen 50 Folgen.

Hauptakteure hier sind Porphy und seine jüngere Schwester Mina, die in einem griechischen Kaff am Arsch der Ägäis aufwachsen. Und da sich die Serie gewohnt viel Zeit mit einem mehr als gemächlichen Voranschreiten lässt, sehen wir das erste Vierteil, also 13 Folgen lang, in denen andere Anime bereits ihr Ende erreichen, ihr Alltagsleben mit Freunden und Eltern und der kleinen Tankstelle, die sie sich aufgebaut haben. Dann kommt das Erdbeben.

Porphy und Mina stehen plötzlich als Waisen da, ihr Heimatdorf ist zerstört, Bekannte leben nicht mehr oder ziehen weit weg zu Verwandten. Porphy und Mina sehen sich der Möglichkeit gegenübergestellt, dass sie von verschiedenen Familien adoptiert und somit getrennt werden könnten. Denn mal ehrlich, keiner halst sich gleich zwei Adoptivkinder auf und Jungen und Teenager (Porphy ist 13) sind eh nicht so beliebt, wie süße Mädchen (Mina ist 10). Also wollen die beiden zusammen abhauen, doch wie das Schicksal so will, trennt sie genau jener Plan und Porphy sieht sich plötzlich quer durch Europa reisen, um seine verschwundene Schwester aufzuspüren.

Wie man sich denken kann, ist Porphy’s Long Journey recht episodisch, ähnlich der Reise des kleinen Marco, zunächst ein Viertel in der Heimat und dann die einzelnen Reisestationen, die selten mehr als eine oder zwei Folgen aufhalten. Das sollte die Serie kurzweilig machen, aber irgendwie war ich eher weniger gefesselt. Vielleicht liegt es daran, dass Porphy sich nicht wirklich wie ein 13-Jähriger verhält, sondern seine enorme Naivität und Gutgläubigkeit, selbst in Anbetracht dessen, dass er als Hinterwäldler aufgewachsen ist, ihn eher wie das Alter seiner Schwester wirken lassen. Auch wächst er über die Reise da nicht wirklich raus, behauptet zwar in der letzten Folge, all diese verschiedenen Ereignisse und Menschen hätten ihn geformt, aber sehen mag man das nicht wirklich, bis zum Schluss ist er ein gutgläubiger Trottel. Mina hingegen wird nur eher selten gezeigt, lediglich aufs letzte Viertel haben wir etwas mehr Szenen mit ihr. Und die längste Zeit über war ich echt am Rätseln, warum sie überhaupt mit der Zigeunerin gegangen ist, als sofort zu ihrem Bruder zurück zu wollen, nachdem sie aus Versehen auf einem Schiff nach Italien gelandet ist. Die Trennung der beiden wirkte so krampfhaft bemüht. Das wird viel später damit erklärt, dass der Schock ihr Amnesie verpasst hat, aber… eh.

Auch für die einzelnen Reisestationen konnte ich mich häufig nicht so ganz erwärmen. Meist sind die Leute sowieso überraschend nett zu Porphy und wirkliche Konflikte kommen kaum auf oder werden recht schnell und einfach aus dem Weg geschafft. Wenn dann auf die späteren Folgen unfreundliche Menschen zunehmen, die Porphy auch austricksen, wirken jene wiederum zu unreflektiert gemein. Mir fehlten da glaub ich einfach etwas die Charaktere, die etwas mehr Tiefe haben, mehr als eine Seite zeigen, vielleicht ruhig auch durch etwas längere Subepisoden, die eine Reihe an Folgen einnehmen. Sehr befremdlich fand ich auch immer, wie dicht Porphy doch immer auf Minas Spuren ist, obwohl er selten bis gar nicht Anhaltspunkte ob ihres Verbleibs bekommt und häufiger einfach mal so quer durch die Lande streift. Europa ist halt doch ein Dorf, eh?

Ja, ich muss es leider wirklich sagen, aber die Reise des Porphys, um seine verlorene Schwester wiederzufinden, ist irgendwie doch etwas langweilig. Immerhin, so enttäuschend wie Les Miserables ist die Serie nicht gewesen, ist aber auch ein wesentlich weniger ambitioniertes Projekt, das gar nicht tief fallen kann. Zumindest ist’s nicht so hässlich anzusehen.

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