Brotherhood of Assassins

Und schon ging die Videospielserie mit der längsten Credit Roll aller Zeiten (unskippable und weißer Text auf schwarzem Hintergrund, statt zumindest Concept Art einzublenden) in die nächste Runde. Mit Assassin’s Creed: Brotherhood, dem Mittelteil der Ezio Auditore da Firenze Trilogie, obwohl doch schon in Assassin’s Creed II eigentlich alles erzählt wurde, was man über Ezio wissen müsste.

Dementsprechend ist die Handlung hier auch tatsächlich nicht viel wert, sondern eine sehr durchsichtige Entschuldigung, um ihn irgendwie doch weiter als Protagonist haben zu können. Nachdem Ezio also am Ende vom letzten Teil schnell beschloss, er ist über die ganze Sache mit dem Meuchelmord hinweg und bringt nicht mal den jahrelangen Antagonisten, der hinter allem Übel steckte, um, kehrt er in sein Hauptquartier zurück. Welches prompt von den Borgia überfallen wird, was Ezio dazu bringt, zu beschließen, dass tödliche Rache doch total wieder sein Ding ist. Und tatsächlich gibt es im Spiel keine größeren Komplikationen oder Verschwörungen, sondern geht nur darum, irgendwie einen Weg zu finden, an die Borgia ranzukommen und sie zu ermorden.

Spielerisch war ich sogar recht genervt diesmal, muss ich zugeben, obwohl es eigentlich sich gar nicht anders spielt, als die Vorgänger. Zugegeben, ein wenig genervt war ich an insolierten Punkten der Vorgänger auch, aber diesmal war es echt häufig, dass es vor kam, dass ich Sachen dachte, wie…

Warum rennst du jetzt da hoch, wo ich gar nicht hin wollte? Warum springst du wohin ab, wo du gar nicht hin solltest? Warum haben mich die Wachen jetzt doch schon wieder entdeckt? Warum schon wieder Desynchronized? Warum der Konter fehlgegangen? Warum kannst du da nicht hoch, obwohl es total kletterbar aussieht? Warum war das jetzt, wo ich hoch sollte, obwohl es total unkletterbar aussieht? Warum dies, warum das, nerv, nerv.

Besonders schlimm ist mir das wahrscheinlich einfach in Erinnerung geblieben, weil es gegen Ende echt super nervig wird. Verfolgungsjagden durch halb Rom, dabei Notorious, so dass jede Wache auf einen anspringt. Und dann anstatt sie recht normal bekämpfen zu können, hat man diesen verdammten Appel of Eden in der Hand, mit dem man sie ausschalten muss, obwohl man sich wünschte, dass es auf die viel besseren, herkömmlichen Wege ginge. Allgemein ist Rom kein so toller Ort, um ihn zu durchstreifen. Die bekannten sieben Hügel, auf dem die Tibermetropole erbaut ist, sind nämlich alle ständig im Weg, wenn man schnell wohin will, aber natürlich alle nicht erklimmbar. Wieso sollte so ein Super-Assassine, der überallhin parkouren und überall hoch klettern kann, auf so einem unebenen Felsen genug Halt finden, gell? Übrigens ist das ruinöse Rom eh kein so ansehnlicher Schauplatz, wie Florenz oder Venedig im Vorgänger (und diesmal der einzige).

Doch es gibt auch einen Pluspunkt am Horizont, nämlich das Gimmick diesen Spieles: Die Bruderschaft. Diverse Assassinen können rekrutiert werden. Zunächst dachte ich, dass dies recht unnötig ist und ich doch lieber alles selbst erlege, doch es wurde überraschend spaßig, aus dem Schatten heraus meine Brüder und Schwestern auf diverse nichtsahnende Wachen zu schicken und dabei zuzusehen, wie jene sie um die Ecke bringen. Unnötig, aber spaßig. Und manchmal doch ganz nützlich, wenn man die Wachen ablenken oder aus dem Weg haben will.

Und auch Rom wieder aufzubauen hat mir natürlich echt gefallen, so als alter Aufbausim-Freak. Ist auch ein besserer Money Sink, wie der Aufbau des HQ im Vorgänger. Denn abgesehen davon, dass die Geschäfte zu erbauen natürlich auch Spielvorteile offeriert, hat man diesmal nicht schon früh alles erbaut und generiert mehr Geld, als man je ausgeben können würde. Allgemein sind die Nebentätigkeiten diesmal besser mit Dingen verknüpft, die zumindest den Anschein erwecken, Auswüchse des Hauptgeschehens zu sein.

Ach so, ja, die Haupthandlung um Desmand, hehe. Die geht wie immer nirgendwohin. Man spielt ihn erneut an zwei Stellen, diesmal sogar etwas mehr als gewohnt, da man mit ihm tatsächlich Platformingpassagen bestehen muss. Aber wirklich was passieren tut hier Storytechnisch nicht, abgesehen natürlich mal wieder von einem dicken Cliffhanger am Ende, der den Schein vortäuscht, dass im nächsten Teil endlich mal die Schoße ins Rollen kommt. Tut es aber nie.

Ja, also so richtig klicken wollte Brotherhood tatsächlich häufiger mal nicht mit mir. Was wie gesagt etwas befremdlich ist, denn objektiv gesehen ist’s eben nicht wirklich viel anders, viel schwächere Handlung natürlich mal abgesehen. Mal sehen, ob Revelations da subjektiv besser wird.

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