The Fountain

The Fountain ist ein Film über den Tod, dadurch das er sich um den Baum des Lebens dreht. Klingt das jetzt komisch? Bedenkt nur, wie viele Filme über das Streben oder sogar Erreichen der Unsterblichkeit gibt es wirklich, bei denen nicht letztendlich die Moral ist, dass gerade die Endlichkeit der Existenz das ist, was sie so wertvoll macht und die Sterblichkeit dem ewigen Leben vorzuziehen bleibt? Letztendlich ist ein solcher Ausgang beruhigender im Angesicht der Tatsache, dass es eben ein Wunschtraum bleibt, jegliche Existenz irgendwann ein Ende finden wird, selbst unseren Planeten oder sogar das Universum wird es nicht ewig geben, ganz zu schweigen von unseren vielen kleinen, unbedeutenden, organischen Leben.

Erzählt wird uns, in drei Ebenen, die Geschichte von Tom (Hugh Jackman) und seiner Liebe zu einer Frau. Im Hier und Jetzt sind sie verheiratet und er ist ein Arzt, der sich der Krebsforschung verschrieben hat, während sie im Endstadium ist, an eben jener Krankheit zu sterben. In der Vergangenheit ist sie die Königin Spaniens, die im Krieg mit der Heiligen Inquisition steht und ihn als ihren ersten Ritter damit beauftragt, in die Neue Welt zu reisen und dem Mythos nach dem Baum des Lebens nachzuforschen, der dort sein soll. In der Zukunft nun reist er mit einem verdorrten Baum des Lebens durch das All, auf dem Weg zu einem einen sterbenden Stern umgebenden, goldenen Nebel, hinter dem Xibalba, das Totenreich, liegen soll.

Wie genau diese Handlungen jetzt zusammenhängen, oder besser gesagt, ob sie wirklich alle so stattfinden, ist dabei nie klar. Aufgebaut ist es so, dass Tom in der Zukunft sich an die Gegenwart zurückerinnert, wo er das Buch seiner Frau, betitelt The Fountain, liest, in dem es um die Geschichte in der Vergangenheit geht. Da sie sehr versiert ist, was die südamerikanischen Hochkulturen und ihren Glauben um Leben und Tod sowie den biblischen Baum des Lebens angeht,  auch meint, die Geschichte im Buch beginne in der Vergangenheit und Ende bei den Sternen, wäre natürlich naheliegend, dass die anderen beiden Handlungen dennoch nur die fiktive Geschichte sind und das Hier und Jetzt die einzig reale Ebene ist – letztendlich ist es das einzige Szenario, das bodenständig bleibt und keine fantastischen Elemente aufweist.

Immerhin ist der Film vom gleichen Regisseur wie Black Swan und Requiem for a Dream, welche auch schon Realität und Wahnvorstellungen ordentlich miteinander vermischt haben. Ich bin zumindest letztendlich zum Schluss gekommen, dass die Vergangenheit wohl ihre Geschichte ist, während die Zukunft nur eine Allegorie für seinen Verarbeitungsprozess darstellt, er letztendlich die Angst vor dem Tod überwindet, den Verlust verarbeitet, die endliche Lebenszeit als kostbares Geschenk ansieht und auf eine Wiedervereinigung im Nachleben hofft. Doch wer kann das so genau schon sagen, bei einem Film, der nicht wirklich klare Antworten gibt, sich nicht wirklich erklärt und in der finalen Viertelstunde sowieso in Super Crazy Mode wechselt. Gerade das macht den Film, neben der tollen audiovisuellen Komponente, viel in Schwarz-Gold-Tönen gehalten, auch aus, eben das es sich nicht so einkeilen lässt, sondern lieber offen bleibt für Eigeninterpretation, durchaus auch einfach als hübsch anzusehender, philosophischer Trip über das Leben und den Tod, ohne viel Nachdenken zu müssen, funktioniert, wenn man denn so will. Ich mag das nicht unbedingt in jedem Film, aber hier funktioniert es für mich.

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Ein Kommentar

  1. Ich war bereits interessiert, als ich den Film vor vielen Jahren im Müller gesehen hatte, aber damals war er mir noch zu teuer und dann ist er irgendwie aus dem Fokus geraten. Aber danke für die Erinnerung, ich werd demnächst mal schauen, ob ich ihn irgendwo herbekomme.

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