Aquanaut’s Holiday

Das ich das Unterwasserpanorama liebe, ist wohl regelmäßigen Lesern nicht neu. Als ich damals den ersten Trailer zu Aqua für die PS3 gesehen habe, war ich begeistert. Irgendwo verschwand es dann wieder von der Bildfläche, bis ich Jahre später zufällig mitbekam, dass es unter dem Titel Aquanaut’s Holiday: Hidden Memories längst erhältlich ist – aber nur in Asien. Das Non-japanische Release davon (für Korea und Hong Kong, glaub ich) hat sogar Engrish als Sprache, nur bekommt man die Version so gut wie nicht mehr bzw. absolut überteuert. Ich bin dann damals auf Everblue und Endless Ocean umgestiegen. Was ich damals auch herausgefunden habe war, dass Aquanaut’s Holiday schon eine länger gehende Serie ist. Drei Spiele für die PlayStation gibt es (wobei das 1996er Release nur ein Remix des Originals zu sein scheint), die mich damals aber nicht so interessierten. Jetzt hab ich mich aber doch mal am ersten probiert.

Das Spiel ist interessant im Konzept und langweilig in der Umsetzung. Neues Spiel begonnen wird man direkt ins Meer geschmissen, erst nach dem ersten Auftauchen kommt man ins Menü, das aber auch sehr spartanisch ist. Vier Auswahlmöglichkeiten gibt es: Speichern, vom HQ aus ins Meer, die Karte anzeigen, ein Riff bauen. Sobald man dann wieder taucht, merkt man ziemlich schnell, dass man hier tatsächlich absolut nichts machen kann. Tiere können weder registriert, noch fotografiert, noch sonstwas werden. Man taucht tatsächlich nur durch die Gegend, beguckt sich die Sache, hat aber keinerlei Interaktionsmöglichkeiten. Lediglich Töne mit den Schultertasten abgeben geht, was je nach Ton die Fische etwas interessierter an einem machen oder zur Flucht verleiten kann. Interessant ist es allerdings schon, was für ein enorm großes Gebiet im Spiel untergebracht wurde und über Diversität kann man sich, zumindest für PSX-Verhältnisse auch nicht beschweren, es gibt reichlich Meeresbewohner, unterschiedliche Texturen für den Meeresboden und hier und da sogar mal ein Pflänzchen. Wie viele Arten es tatsächlich gibt, lässt sich natürlich nicht sagen, so ohne Register und aufgrund der Tatsache, dass man keinerlei Orientierung hat, also nie sagen kann, ob man wirklich überall war und alles gesehen hat. Dafür ist das Gebiet einfach zu groß. Und während des Tauchens kann keinerlei Karte aufgerufen werden, man hat also sofort null Orientierung, trotz Kompass. Erst im Menü kann wie gesagt auf die Karte geschaut werden, die einem zeigt, wo man schon überall war. Viel hilft es nicht. Immerhin können Bojen ausgesetzt werden, zu denen jederzeit wieder hineingesprungen werden kann, statt immer vom HQ starten zu müssen.

Die sind beispielsweise ganz nett, um sich die Position der entdeckten Landmarken zu merken. Denn es gibt ein paar Interessante Dinge außerhalb der Meeresbewohner zu entdecken. Aber auch hier erneut: Zu großes Terrain, das sich viel zu sehr ähnelt und zu wenig Orientierung, nur wenige Landmarken. Ob man je alle entdeckt hat, lässt sich so nur schwerlich sagen, es sei denn man nimmt sich tatsächlich die ewigen Stunden und taucht das ganze Gebiet ab, schaut sich ständig überall um. Was ich gefunden habe ist zumindest (neben dem HQ und eigenem Riff natürlich) ein altes Aquädukt, unterseeische Fußabdrücke, ein schwebender Stein in Form eines Zeppelins, vier seltsame Bodenhubbel, drei Pyramiden, vier Säulen und ein stationärer Quastenflosser, groß genug, um es mit Godzilla aufnehmen zu können. Angeblich gibt es mindestens noch ein Mars-Gesicht, dem ich aber nie auf meinen Tauchgängen begegnet bin.

Das Spiel hat also keinerlei Ziel, wenn man so will, entdecken und begucken tut man aus eigenem Antrieb. Es steckt keine Handlung dahinter, es gibt nichts zu bergen, nicht zu registrieren. Ending Credits gibt es allerdings schon. Nämlich im eher als Minispiel-Nebenzeitvertreib wirkendem Riffbau. Je mehr von der Karte man freischaltet, umso mehr Legoblöcke hat man zur Verfügung, um daraus ein künstliches Riff zu machen. Das kann man dann zwar auch beim Tauchen finden, wirklich Fische sind dort aber leider nicht anzutreffen. Nur im Minispiel-Bildschirm, sieht man sie als Punkte rumwuseln und sich unten langsam mit der Zeit ein Balken füllen. Hat man genug Fische angelockt, um in komplett aufgefüllt zu haben, bekommt man tatsächlich Credits gezeigt.

Dennoch eigentlich müsste das Spiel stinkendlangweilig ein, doch irgendwo kam dieses „ein Tauchgang noch, vielleicht seh ich ja doch noch eine neue Landmarke, bringt mich das näher an ein volles Riff“ bei mir auf. Zumindest zunächst. Und das, obwohl das Unterwasserpanorama natürlich kaum als Panorama zählt. Aquanaut’s Holiday ist nicht nur PSX-3D, sondern mit seinem Release in 1995, ein halbes Jahr nach Erscheinen der Konsole, auch noch ein verdammt frühes Spiel der ersten PlayStation. Da ist natürlich heutzutage nicht mehr viel dran, am schönen Begucken der Unterwasserwelt. Es frustet halt mit der Zeit auch etwas, dass es so schwer ist, Sachen zu finden, mit nichts interagiert werden kann. Einen Walhai hab ich auch nirgends entdecken können, was natürlich sowieso ein dickes Minus ist, jawollja!

Wer dennoch einen Blick in diese Obskurität wagen mag, das West-Release müsste 2nd Hand eigentlich billig zu haben sein und im japanischen PSN wurde es glaub ich auch released (das Spiel komplett sowieso komplett ohne Text aus). Apropos reinblicken, hier ne Galerie meiner Tauchgänge:

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