Halloween 1998

Eine Fortsetzung der Franchise nach Halloween: The Curse of Michael Myers war zwar nicht undenkbar, aber doch wohl in der Schwebe. Doch dann passierte Scream und plötzlich war das Slasher-Genre wieder en vogue. Und da sowieso das Jubiläum bevorstand, kam es also sogar relativ zügig zu Halloween H20: Twenty Years Later. Es greift sogar Laurie Strode als Hauptcharakter erneut auf, wieder gespielt von Jamie Lee Curtis.

Die hat ihren Tod, über den uns Halloween 4 informierte, nämlich nur vorgetäuscht und lebt nun mit ihrem Teenie-Sohn als Direktorin auf dem Gelände einer feinen Privatschule. Dass Trauma der Ereignisse von vor 20 Jahren hingegen konnte sie nie ganz überwinden, gerade zu Halloween häufen sich die Alpträume und genau jener Tag ist Heute.

Michael unterdessen denkt wohl auch, dass so ein schön rundes Jubiläum doch die perfekte Gelegenheit ist, um herauszufinden, dass seine Schwester noch lebt und sogar einen weiteren Verwandten gezeugt hat, die natürlich dran zu glauben haben. Und da der Rest der Schülerschaft auf Klassenausflug ist, hat er den nächtlichen Campus ganz für sich allein und kann seine Beute wild durch die Gebäude jagen.

Halloween H20: Just Add Water ist ein Semi-Reboot der Franchise. Zunächst war geplant, so nebenbei die Existenz der Filme 4-6 zu erwähnen, was dann allerdings doch geändert wurde. So ist es jetzt ähnlich wie bei Urotsukidoji V und im Universum, dem dieser Film folgt, gibt es nur die ersten zwei Teile, Halloween 3-6 sind nie passiert. Und da Laurie hier gegen Ende was macht, was schon längst in der Franchise, nachdem etabliert ist, dass Michael es überlebt, erstochen, erschossen oder abgefackelt zu werden, jemand hätte tun sollen, und ihn einfach enthauptet, kann man jene sozusagen als Laurie-Trilogie sehen und den Rest der Franchise getrost beiseitelassen.

Denn Halloween, Halloween II und Halloween H20 sind definitiv die besten Einträge in die Reihe. Natürlich sieht man hier grundsätzlich zunächst die Scream-Influenz, in dem es eben auf einer Schule spielt und somit mehrere Teenies geslahed werden müssen. Doch ansonsten richtet es sich sehr nach dem simplen Erstling. Michael Myers taucht auf, tötet ein wenig und erliegt dann Laurie. Keine weiteren Komplikationen, wie beispielsweise den Zuschauer zunächst Rätsel raten zu lassen, ob Michael nicht wirklich in dieser Kontinuität Geschichte ist und der maskierte Killer vielleicht jemand anderes sein könnte, um einen Whodunit-Plot zu machen (wobei das, genau wie das Spiel damit, ob Laurie sich alles nur einbildet, auch seinen Reiz gehabt hätte). Niemand, der sich mit Horrorfilmen auskennt und die Regeln erklärt. Allgemein sind die Teens wenig wichtig und letztendlich ist es ja so, dass Michaels Opfer in der Franchise, gerade im ersten, häufig aus dieser Altersgruppe stammten.

H20 ist auf jeden Fall einer jener Filme, die am wenigsten billig aussehen und am technisch besten zusammengeschustert sind in der Franchise, der sich im Gegensatz zu den anderen Sequels keine großen Patzer erlaubt. Und irgendwie bringt man nach all den Sequels schon allein mehr Goodwill mit, weil es eben wieder um Laurie geht. Ein absoluter Knaller ist auch H20 vielleicht nicht geworden, aber ein ganz guter Slasher allemal und somit eben einer der bessern Halloweens. Ich mochte ihn zumindest.

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3 Kommentare

  1. So positiv dein Review hierzu ausfällt… ich kann einfach nix damit anfangen, wenn ein namenloser, unbesiegbarer Killer ohne Sinn, Verstand oder Motiv Leute metzelt. Ich mag verworrene Geschichten, ich mag gefordert werden. Bei Splatterfilmen entschädigt hier zumindest der Gore- und Comedy-Faktor, aber bei Slashern bleibt nix weiter als kreischende Teenies. Und ich mag dieses Teenie-Horrorgefühl ohnehin nicht, was ein Grund ist, weshalb mich die Scream-Reihe nie packen konnte. Es wirkt alles zu steril und man liest das Drehbuch quasi mit. Naja, Gott sei dank ist es ja bald vorbei…

    Ach ja, ich hab mich neulich gefragt, ob du nochmal die Junji Ito-Reihe weiterführst. Ich würde mich sehr für Hellstar Remina interessieren.

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    • Junji Ito könnte ich tatsächlich mal wieder demnächst aufgreifen. Wie bei so vielen Dingen, hatte ich nie einen Plan, wie viel ich lese oder wann ich aufhöre, sondern bin dann einfach von so vielen blinkenden Objekten abgelenkt worden :D

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  2. H20 gefällt mir auch total gut, v.a. weil die gute Laurie mal so richtig die Scheisse aus Myers rausprügelt. Das alleine machts echt schon sehenswert :-) Schade nur, dass man danach unbedingt nochmal einen Halloween drehen musste, da nimmt’s dann doch schon Jason Voorhees’sche Züge an (wobei die ja immerhin noch unterhaltsam sind).

    Und ja, ganz klar inspiriert von Scream. Aber Scream war ja auch inspiriert von Halloween. Und dass die Teens in H20 Scream 2 gucken, ist ebenso eine nette Geste, wie die in Scream 1 :-)

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