Pixar Sunday – Toy Story 3

Pixar war nicht immer glücklich über die Klauseln, die da so alle in ihrem Vertrag mit Disney standen. Beispielsweise, dass die Franchises Disney gehören und somit ein Eigenleben entwickeln könnten, Toy Story 2 sollte zunächst ja ein Schnellschuss für den Direct-to-DVD Markt werden, Toy Story 3 ebenfalls ohne Pixars zutun zusammengeklöppelt werden. Oder das Sequels nicht zum Deal gehören, das dann doch von Pixar produzierte Toy Story 2 also nicht zu den fünf Filmen, die Pixar für Disney abliefern musste, gezählt wurde. Letztendlich verleibte sich die Maus dann sowieso die Bürolampe komplett ein, wodurch Pixars Bosse sich in der Position der Führung der ganzen Disney Animation wiederfanden. Und so konnte man Toy Story 3 doch wieder in die eigenen Hände legen.

Wir beginnen wie immer, in einer Fantasie, die Andy mit seinen Spielzeugen nachspielt, die rasanteste bisher in der Reihe. Und dann eine Kollage, Andy mit dem ganzen Spaß, den er mit seinen Spielsachen hat. Da riechen wir die Lunte dann schon, worauf das hinauslaufen wird. Andy wird erwachsen. Er geht bald aufs College, fast alle Spielsachen hat er weggegeben, nur wenige, die ihm besonders am Herzen lagen, denen er aber auch schon seit Jahren nicht mehr wirklich Beachtung schenkt, sind noch übrig und er muss sich dafür entscheiden, was er mit ihnen anstellen will. Irgendwo hängt das Herz an all den Erinnerungen an frühere Tage mit ihnen und Andy will sie auf dem Dachboden verstauen, was im üblichen Missverständnis endet, seine Mutter schenkt sie einer Kindertagesstätte.

Zuerst sind alle ganz davon begeistert, so viele Kinder, die den ganzen Tag mit einem potentiell spielen könnten. Bis sie dann ins Zimmer für die Jüngeren degradiert werden, die nicht „richtig“ mit ihnen zu spielen wissen, sondern nur Krawall und Chaos veranstalten. Andys Spielsachen wollen raus hier, doch ganz so einfach entkommt man der Tagesstätte und dem eisernen Regime des Kuschelbärens nicht.

Ich bin mit den Toy Stories ja nie so ganz warm geworden, fand sie lediglich ganz nett, vollziehe aber nicht so ganz nach, wo so manch anderer seine Begeisterung für sie herzgezogen bekommt. Doch Toy Story 3… man oh man, was ein Film, mit weitem Abstand der beste der Trilogie. So rasant, voller eher subtiler gehaltenem Humor, jede Menge Action, großer Bilder, großer Emotionen. Die bisher enormsten Gefahren, die knappsten Rettungen, die herzigsten Wiedervereinigung der Reihe warten hier auf einem. Wie sich das für das Ende einer Geschichte gehört, denn dieser Film ist definitiv ein Schlussstrich unter die Akte Toy Story. Da endet das dann auch mit einem richtig großen Wurf, man befürchtet sogar fast im höchstdramatischen Finale, dass es zu einigen Verlusten kommen könnte.

Denn obwohl Toy Story 3 bekannt um Kinder und ihr Platikspielzeug geht, ist es wohl der erwachsenste Film der Franchise. So düster, dramatisch und teilweise echt fies war bisher noch keiner. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Toy Story 3 Erwachsenen fast mehr bringt, als Kindern, zumindest außerhalb der großen, rasanten Action, gerade im enorm emotionalen, ruhigen Finale. Eben jenen, die ihre Kindheit bereits hinter sich gebracht haben, denn darum geht es hier. Sicher, die Toy Stories haben schon immer sehr mit jener Kindheitsnostalgie gespielt, dem Nachtrauern einfacherer Tage, aber so dicke eine Allegorie auf das Ende der Kindertage und dem Weiterziehen im Leben, wie hier, war davon bisher nix. Da schwingt einem als gestandener Mann viel mehr Sentimentalität mit, denn als sich dem gar nicht bewussten Jungen.

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Ein Kommentar

  1. Ein sehr unterhaltsamer Film und der wohl mit Abstand beste der ganzen Trilogie. Den Film sah sich mein Bruder mit Freunden im Kino an und erzählte mir hinterher mit Begeisterung, dass dieser Film von Pixar selbst nicht mehr getoppt werden konnte. Ich persönlich glaubte ihn – mit den ersten beiden Filmen im Kopf – nur bedingt, doch als ich in sah, musste ich zugeben, dass zwar nicht der beste, aber ein verdammt guter Film war. Das Finale macht mir immer die Vergänglichkeit bewusst, die uns stets umgibt und das bedrückt mich immer wieder. Aber auch der Rest ist sehr unterhaltsam, was ich schon bereits gesagt habe.

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