Pixar Sunday – Up

Mensch, so langsam warden die Pixars ja richtig konstant toll! Zunächst fand ich die ja etwas überbewertet, aber Up ist erneut ein schlicht fantastischer Film.

Die Eingangsszene bringt uns Carl und seine Frau näher. Wie sie sich als Kinder kennenlernten, weil sie beide Abenteurer im südamerikanischen Paradise Falls werden wollten, ihrem Vorbild gleich. Wie sie später heirateten, ein tolles Leben miteinander haben, gemeinsam altern, bis sie dann stirbt, ohne dass sie je dort gewesen waren. Diese anfänglichen 10 Minuten sind ein Glanzstück und zeigen erneut, dass Pixar schon immer Kurzfilme produziert hat. In diesen wenigen Minuten zeigen sie uns das komplette Leben der beiden miteinander und lassen sie uns ans Herz wachsen. Das ist vor allem auch dahingehend wichtig, als das Carls Hauptmotivation durch den Rest des Filmes sein wird, den langgehegten Traum seiner verstorbenen Frau wahr werden zu lassen. Wenn die aber schon so früh im Film verstirbt, läuft das immer etwas Gefahr, dass wir das zwar theoretisch nachvollziehen können, aber doch nicht so ganz mit leben, weil wird den Charakter, der die Motivation ausmacht, nie so richtig kennengelernt haben. Doch dank dieser wunderbaren Eröffnung wollen wir wirklich, dass Carl sein Ziel erreicht.

Also, wie gesagt, Carl beschließt also, den langgehegten Traum endlich wahr werden zu lassen. Was ihn genaugenommen mit zur Entscheidung verholfen hat ist, dass eine Baufirma an seinem Grundstück interessiert ist und er wegen eines Zwischenfalls gerichtlich in ein Altersheim abgeschoben werden soll. Da nutzt er doch lieber sein Wissen als Ballonverkäufer und hängt mehrere Tausend davon an sein Dach, um mit seinem Haus einfach bis nach Venezuela zu fliegen! Zu dumm, dass er den einfach nicht aufgeben wollenden Pfadfinder Russell noch vor der Türe hatte, der ihm unbedingt helfen will, um sein letztes Abzeichen zu bekommen. Da macht der Junge selbst vor der Reise nach Südamerika nicht halt.

Und so startet das Abenteuer des ungleichen Paares, welche an ihrem Zielort angekommen (zumindest beinahe), was schon recht früh im Film passiert, so einige Überraschungen dort unten finden werden. Allen voran einen sprechenden Hund, der schon fast zum Show Stealer des Filmes wird. Aber nur fast, denn irgendwo ist Carl einfach viel zu herzig, in seine verschrobenen Alter-Mann-Art, um ihn nicht zu mögen. Und was der mit seinen greisen alten Knochen noch alles an Indiana-Jones-Einlagen mehr oder minder gut meistert!

Up ist wohl nicht wirklich minder erfolgreich gewesen, als andere Pixars, allerdings ein Film, bei dem ich zumindest immer die subjektive Wahrnehmung (gut, jedermanns Wahrnehmung ist ja nun Mal subjektiv geprägt) habe, dass über ihn nicht ganz so viel gesprochen wird, wie über so einige andere des Studios. Wahrscheinlich, weil der Cast hier nicht ganz so leicht vermarktbar für Kinder ist, immerhin dreht sich der Film um einen alten Mann, der nur den Wunsch der verstorbenen Frau wahr werden lassen will und einem fetten Kind, das ihm folgt. Das macht sich zunächst auf Produkten vielleicht nicht ganz so verkaufsträchtig, wie großäugige Ameisen, niedliche Fische oder quirkige Roboter. Ich glaube, ähnlich wie beim Cast von The Incredibles, haben es hier Erwachsene viel einfacher, sich sofort auf die Charaktere und ihre Motivation, vornehmlich natürlich Carl, einzulassen. Zumindest ging es mir so, ganz im Gegenzug zu Cars, welches bestimmt Kinderherzen schnell erobert, mir aber häufig nichts brachte.

Dabei gibt es jede Menge Action auf der Reise, und auch natürlich viele fantastische Einfälle, nicht nur das an Ballons einen ganzen Kontinent überfliegende Haus, sondern eben auch jene Hunde gegen Ende. Das sie sprechen können erklärt der Film noch so halbwegs über die speziellen Halsbänder, doch die Viecher können ja alles Mögliche, vom Zubereiten von Vier-Sterne-Essen (wiese auch nicht, wenn es eine Ratte auch kann!) bis zum Fliegen von Kampfbombern! Das mag dem einen oder anderen dann vielleicht doch etwas zu arg sein, sind die Hunde doch wesentlich schwerer zu schlucken, als das simple Ballon-Haus, doch ich fand sie super witzig und unterhaltsam. Die Hunde sind toll, wenn auch natürlich komplett nicht ernst zu nehmen. Der Rest des Filmes hat einen ruhigeren, häufig auf die schneidigen Dialoge gemünzten Humor.

Wie schon eingangs erwähnt, ich fand Up einfach fantastisch. Es ist immer was los, traut sich trotzdem an ruhige Szenen, die netten Dialoge, spritzige Humor, der andersartige Hauptcharakter und einfach so viel Herz und Charme, der einem dort aus dem Bildschirm entgegen springt. Hach Pixar, ich kann doch so langsam verstehen, warum dich so viele so hypen.

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4 Kommentare

  1. wow, da sind wir ja doch mal der selben Meinung. Grandioser Film mit Herz und Humor :)

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  2. Eine Liebeserklärung an den Film – und das kann ich auch verstehen. Speziell die von dir erwähnte, gänsehauterzeugende Anfangsszene und die Interaktion der Charaktere machen einen großen Teil des Charmes aus, der hier in dem Film überpräsent zu sein scheint. Eines muss ich aber anmerken: Ich mag die Hunde zwar und ich finde die Gags überaus gelungen, aber ich konnte deren Auftauchen nicht ganz so leicht wie du schlucken. Bis auf eben den einen sprechenden Hund, der mich an meinen Hund erinnert hat und schon allein deshalb Pluspunkt absahnt.

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